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Energie weg – und trotzdem kein Nein?

Edel Abgefunkt · Folge 58 · mit Katharina Giegling und Nicco Krezdorn
Veröffentlicht: 18. September 2025 · Dauer: 30:07

Edel Abgefunkt mit Katharina Giegling und Nicco Krezdorn — Musikerin und Arzt, zwei Jobs, mehrere Kinder. Alltag und Partnerschaft kommen oft zu kurz: wenig Paarzeit, viel Mental Load, kaum echte Pausen. Darüber reden sie so, wie es ist — ohne Hochglanz.

Kurzantwort

Zitronenwasser am Morgen, Dad-Jokes und die Frage: Warum fühlen sich manche Dinge wie Boost an – und andere saugen aus? Folge 58: Paarzeit priorisieren, Mini-Burnouts erkennen, Energieräuber kappen. Energie entsteht nicht durch Optimierung, sondern durch bewusste Neins.

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Häufige Fragen zu dieser Folge

Worum geht es in Edel Abgefunkt Episode 58?

Um Energie im Alltag: Was gibt Kraft, was raubt sie, warum Parents-Night-Out und Paarzeit Priorität brauchen, und warum „Nein“ oft das wichtigste „Ja“ zum eigenen Leben ist.

Warum priorisieren sie Parents-Night-Out so stark?

Sie haben gemerkt, dass die Frequenz gemeinsamer Abende und Feel-Good-Tage zu niedrig war – durch Reisen und den Wunsch, abends zuhause zu sein. Paarzeit bewusst in den Kalender zu zwingen ist für sie ein Key-Element gegen schleichenden Energieverlust.

Was sind Energieräuber in ihrem Alltag?

Tätigkeiten und Verpflichtungen, die heimlich aussaugen – im Gegensatz zu Dingen, die sich wie ein Boost anfühlen. Dazu gehören zu wenig Paarzeit, zu viele Ja-Sager-Termine und der Versuch, alles zu optimieren statt bewusst zu streichen.

Warum ist Nein sagen ein Ja zum Leben?

Weil begrenzte Energie geschützt werden muss: Nein zu Energieräubern schafft Raum für Yoga, Familie, Deadlines, die zählen – und für echte Erholung statt Dauerbetrieb.

Vollständiges Transkript

Automatisches Transkript (TurboScribe/Whisper-Quelle). Kann Hörfehler enthalten. Quelle: Episode-Audio aus dem RSS-Feed.

Absolut, das erste Mal, dass wir Guten Morgen sagen können. Stimmt, hoffentlich hört uns jemand morgens zu. Ich glaube, wir brauchen ein bisschen energetischer Einstieg, oder? Ich kann nicht so laut sprechen, aber ich versuche es natürlich.

Guten Morgen. Wir können in Deutschland reingehen. Wie geht das? Einen wunderschönen guten Morgen.

Bei Radio Edel abgefangen 107,9. Zum ersten Mal live am Morgen. Ich bin inzwischen auch schon in dieser Dad-Joke-Kategorie angekommen.

Also Witze, die nur ich witzig finde, wo meine Tochter in die Augen rollt. Das war jetzt ungefähr so auf dem Niveau. Schön ist es.

Jetzt können wir hier endlich mal unser Zitronenwasser schlürfen, oder? Ja, total. Du wolltest über Energie reden. Warum wir so viel hinbekommen? Und? Weil wir es wollen.

Fertig. Weil wir uns immer wieder regelmäßig aufladen. Morgen haben wir frei.

Freue ich mich sehr drauf. Wir haben uns das in den Kalender gezwungen. Weil wir festgestellt haben, dass die Frequenz unserer Parents-Night-Out und Parents-Feel-Good und Parents-Together-Tage doch etwas zu wenig war in letzter Zeit.

Wir haben immer wieder drüber gesprochen. Ich wollte es dann auch immer wieder planen. Aber ich fahre jetzt auch viel weg.

Du wirst jetzt ein bisschen viel weg sein im September. Es war irgendwie immer viel und ich hatte das Bedürfnis, abends zu Hause zu sein. Aber ich plane es.

Jetzt denken bestimmt alle wieder, ja, das war ja klar, dass dann die Frau wieder die Parents-Night-Out plant. Ich glaube nicht, dass das jemand sagt. Ich könnte es natürlich auch machen.

Aber wenn wir über Energie reden, glaube ich schon, dass das eines der Key-Elemente ist. Ich weiß gar nicht, ob das unterschätzt wird. Manchmal weiß ich nicht, ob es nie da war und manchmal weiß ich nicht, ob es schleichend verloren gegangen ist.

Bei wem jetzt? Bei allen? Bei Pan. Dass man diese Zeit zu zweit Priorität hat. Und zwar mehr Priorität als alles andere.

In dem Moment. Das ist sowieso schon eine Aufgabe an und für sich, sage ich mal. Dass nicht alles, wo irgendwie entfernt Arbeit draufsteht, dass das sozusagen höchste Priorität eingeräumt bekommt.

Ich bin da auch gemixt, wenn ich darüber nachdenke. Weil wir gleichzeitig beide der Meinung sind, dass man viel und hart arbeiten muss, wenn man dahin kommen will, wo man hin will. Was nicht heißt, das hört sich jetzt zwar chronisch an.

Ja, das hört sich auch wider seiner selbst an. Aber idealerweise ist es ja kein Widerstand, wenn es die richtige Arbeit ist für mich. Also ich dachte eigentlich eher, die Antwort auf die Frage, warum man so viel hinbekommt im Leben generell, es geht jetzt nicht um uns ausschließlich, war, dass es sich richtig anfühlt.

Du hast es am Anfang als Scherz gesagt, weil man es will. Und ich merke schon jetzt auch nochmal wieder, dass manche Arbeiten sich hundertprozentig richtig anfühlen. Ich bin schon so mega nah an diesem Mikrofon dran.

Ich möchte nur, dass du auch gesehen wirst, wenn du es machst. Auf jeden Fall fühlt sich manches unglaublich richtig an, wo einfach krass Energie fließt. Und manches fühlt sich halbrichtig an.

Ja, aber auch da muss man natürlich aufpassen, dass nicht nur, nicht weil es sich nicht richtig anfühlt, heißt nicht, dass man es nicht machen muss oder soll. Also nicht jede Übelsession ist fun. Aber ich habe ja neulich mal zu dir gesagt, hey, lass uns einfach nochmal hinsetzen.

Also es hat damit angefangen, dass ich gesagt habe, wir müssen jetzt in der nächsten Zeit mal wieder mehr Nein sagen als Ja zu gewissen Fragen, Anfragen, Dingen, die uns selbst in den Kopf kommen, die anderen in den Kopf kommen, einfach aus einer Zeitpriorisierung. Lass uns nochmal hinsetzen und überlegen, was möchten wir? Also zu welchen Anfragen sagen wir Ja, weil es eben dem Kriterium entspricht oder dem oder dem? Und welches passt eben nicht in dieses Drei- oder Vier-Kriterien-Schema? Das meine ich. Und wenn es da reinpasst, also zum Beispiel jetzt mein großes Programm, das passt da mega rein, ich sage hell yeah.

Und natürlich ist es anstrengend und da muss ich durchgehen. Das meine ich. Aber wenn ich spüre, dass es eigentlich so, ah ja, ich habe da eigentlich noch Zeit im Kalender, dann sage ich jetzt mal zu, dann kann es schon sein, dass es ein bisschen anstrengender ist und dass ich mit weniger Energie rausgehe.

Und das meine ich eher. Genau. Also da gebe ich dir auch völlig recht.

Das ist ja bei dir, sage ich mal, ein bisschen besser steuerbar. Aber auch bei mir sozusagen, halt auch aufpassen, dass man seine Kalender halt nicht von anderen Leuten mit deren Agenda sozusagen hijacken lässt und da ein bisschen regierter ist. Kann jemand einen Arzt rufen? Ja, bitte.

Danke. Nein, aber ich habe das, worauf ich eigentlich hinaus wollte, ist, also weil mir das mal aufgefallen ist, an mir selber auch, dass es halt total einfach ist. Ich habe mich dabei ertappt, wie ich Dinge in meinem Kalender, die sozusagen auf den Arbeit stand, die habe ich dann sozusagen gemacht und auch in die Energie mobilisiert.

Und Dinge, die ich dann für mich selber eingetragen hatte, die waren dann so, ja, das kannst du auch gut verschieben und das kannst du gut verschieben. Ich habe mich im Endeffekt mega oft unterprioritiert oder Sachen, die ich eigentlich gerne, sage ich mal, außerhalb des Arbeitskontextes irgendwie für mich hätte machen wollen, dann nicht gemacht, weil es dann zeitlich irgendwie nicht gereicht hat oder so. Ja, das hast du ja, glaube ich, in Hannover standardmäßig gemacht.

Ja, ja. Weil du einfach faktisch nicht Zeit hattest. Genau, aber dann sozusagen, wenn das halt, das ist auch wieder so eine Habit-Frage, wenn das dein Status quo ist, dass du sozusagen, jetzt habe ich mehr Freiheit, jetzt ist aber sozusagen ein bewusster Prozess, dass es dann halt tatsächlich, also auch wirklich, also einer Verabredung mit mir selber mindestens die gleiche Priorität zu geben, wenn nicht sogar mehr, als mit einer beruflichen Verabredung.

Und das Gleiche gilt ja dann sozusagen, wenn es auf uns bezieht, dass man halt dann nicht irgendwelche geplanten Sachen zu zweit über den Haufen schmeißt, weil es jetzt halt, weil dann einer doch nochmal irgendwo, also sicher, es gibt Deadlines, die, sag ich mal, dringend sind, so. Aber wir priorisieren uns ja. Ja, ich sag ja, wir sind, genau, also wir sind ziemlich gut darin, das finde ich aber auch wichtig zu betonen, dass man diese Zeit zu zweit einfach, also wirklich extrem hoch priorisiert und in dem Kontext, egal wie alt das Kind ist.

Ja, absolut. Also völlig egal. Völlig egal.

Also ich meine, ehrlich gesagt, dem Kind ist es egal, wenn es sechs Monate alt ist, ob das jetzt zwei Stunden von der Uni betreut wird oder nicht. Also wir haben ja immer gesagt, die Kinder werden ja geliebt. Also ja, es sind dann nicht Mama und Papa, aber diejenigen, die um sie herum sind, die betütteln die hunderttausendmal mehr und kuscheln sie.

Also machen wir auch. Ja, wenn es Großeltern sind, aber wir haben auch immer Mennies gehabt. Aber auch von den Mennies sind sie geliebt, die im Sinne von, dass sie alles für dieses kleine Wesen tun.

Weißt du, das hört sich ja dann immer so an, okay, Alternative, entweder Mama und Papa passen darauf auf oder da kommt irgendjemand total Unpersönliches und hat halt das Kind und es schreit die ganze Zeit. Das ist ja so im Kopf. Vielleicht manchmal auch besser, als wenn Mama die ganze Zeit im Handy ist.

Also, das wäre jetzt für Mama gar nicht gerecht. Ich übertreibe auch und polarisiere und überspitze. Ich finde, sich als Paar priorisieren und danach, oder genauso sich als Individuum priorisieren.

Ich habe dir neulich dieses Reel, diesen Post geschickt, das darum geht, dass so eine Mom mit drei oder vier Kindern sagt, ihr Nervensystem, was sie und ihr Mann in jeder Morgenroutine, mit Yoga und Meditation und so, was sie damit regulieren, hat krasse Priorität und es ist nicht Me-Time und es ist nicht so ein egoistisches nur an sich denken, sondern das, was sie für sich tun, und dann wird der Familie so krass gerecht und kommt der Familie zugute. Sie hat dann auch erzählt, dass die Kinder irgendwann mitmachen und auch meditieren oder nicht. Es ist ja bei uns ähnlich, dass sie dann mal bei einer T-Zeremonie dabei sind.

Also, sie sind dann immer dabei. Ja, es gibt ja einen, der nicht jeden Abend eine T-Zeremonie macht. Und das fand ich nochmal voll die Bestätigung.

Was ja auch Sinn macht, wenn du als Eltern von einem Newborn gestresst bist, ich glaube, dann ist es so krass unmittelbar, dass sich dieser Stress überträgt, weil das Baby so viel an dir am Körper ist und auch über die Muttermilch und so weiter. Und dann das Beste, was du tun kannst, ist wirklich auch für dich zu sorgen. Und Auszeit klingt schon wie immer wieder wie so vier Tage Wellness.

Also atmen. Aber es ist halt manchmal einfacher, wenn du aus deinem Kontext entfernt bist. Ja, das stimmt.

Also wenn du physisch aus bist. Das im Sinne von Auszeit. Wenn du Szenenwechsel hast.

Das wird ja auch völlig unterschätzt, wie sehr dein physischer Zustand deinen mentalen Zustand beeinflusst und umgekehrt. Also es gibt ja tausende Studien, dass wenn du Sport machst, dass du besser lernst, besser ertrinkst, besser alle möglichen Sachen machst. Aber wir hatten das ja schon mal in einer von unseren früheren Episoden angesprochen, dieses Pattern Interruption bei Kindern mit Meltdown.

Das gilt ja für uns genauso. Wenn man gestresst ist vom Kind, vom Säugling. Wenn man in unserem Fall schwimmen geht oder raus geht.

Manchmal hat Sprache ja auch im Volksmund so nette kleine Begriffe. Dass man sein Mütchen kühlt. Das habe ich zwar noch nie benutzt, aber schön.

Ja, ich weiß. Aber du sagst es ständig. Oh, ich muss mal wieder mein Mütchen kühlen.

Mein Lieblingsspruch. Dafür bin ich bekannt. By the way, draußen ist voll der Sturm.

Ich finde, wenn man darüber redet und darüber nachdenkt, was Energie macht, dann ist der Fokus ganz oft auf, wo kann man mehr Energie bekommen. Aber ich glaube, genauso großer Fokus sollte drauf sein. Hi.

Nein, mein Schatz, wir warten noch auf dich. Genau, das wollte ich auch noch sagen. Das ist gut, dass du das gesagt hast.

Das kannst du jetzt gleich noch sagen, wenn man fokussiert sich auf. Das ist, wo mein altes Telefon ist. Ja.

Gleich bei Luna. Sehr gerne. Halt, Schild.

Soul to God? Mit der Dürr-Historie? Nee, Dürr-Historie. Willst du in Lunas Zimmer sitzen mit einer Blanket? Hat sie eine Blanket in ihrem Zimmer? Zehn Minuten noch. Ja, da kommt der nächste.

Hi, mein Schatz. Oh, das ist Luna. LDL-Maus? Ich konnte mich nicht bewegen.

Bis gleich, mein Schatz. Wir machen gleich Frühstück, okay? Ein optisches Signal. Was mir aufgefallen ist, ist, dass in dieser Diskussion über Energie und Lifehacks und was weiß ich, was du alles hacken kannst, Energiehacks, ganz viele Sachen beschrieben sind, wie du mehr Energie bekommen hast, mehr schlafen.

Da haben wir ja auch Yoga-Routine, Meditationsroutine, das, was wir essen, wann wir essen, was wir sonst noch zu uns nehmen. Schon, auch, aber es ist mindestens genauso wichtig, zu gucken, wo die Energie weggeht. Voll, das wollte ich auch sagen.

Ich glaube, ich bin Meisterin darin, zu schauen, die Energie zu behalten. Wenn ich auf Reisen bin, beispielsweise. Das stimmt.

Beziehungsweise auch dieser Satz, was dir den inneren Frieden kostet, was dich den inneren Frieden kostet, ist so toll. Ja. Das ist ja schon so unser Mantra fürs Leben.

Ja, also wir haben es witzigerweise ja immer wieder auch schon von anderen Blickwinkeln her irgendwie angeschaut und angesprochen. Zum Beispiel dieses, dass man halt, wenn der Film scheiße ist, dann geh aus dem Kino. Wenn das Essen nicht schmeckt, dann esse.

Aber das sind ja auch, im Endeffekt sind das ja auch alles Sachen, Energiekiller. Also wo du deine Energie in irgendwas investierst, wo du überhaupt keinen Return of Invest hast. Also du kriegst nicht nur nichts dafür, sondern dir geht es hinterher auch noch schlechter.

Ich kann leider nichts dafür, dass ich heute Inhalte trinke. Sehr gesund. Das ist, damit du Energie hast, heute für den Tag.

Aber es ist gut, dass du mir entfernt hast, als ob es dir keine Energie mehr gibt. Das stimmt. Nein, aber zum Beispiel beim Reisen habe ich das Gefühl, ich bin so, ich zoome mich auch so ein bisschen raus.

Was ist das? Zoom oder Zone? Zoom. Zoom. Also du kommst in die Zone, aber du hast dich rausgezoomt.

Genau. Ich kann es nicht auf Deutsch sagen. Nee, stimmt.

Ich komme in die Zone. Nein, aber zum Beispiel, ich hatte ja neulich diesen frühen Flug nach dem Konzert. Also hier Konzert, früher Flug, morgens um sechs, was dann schon früh am Flughafen bedeutet.

Und quasi, ich schaffe es dann halt einfach im Flugzeug, das können wahrscheinlich sehr viele, zu entspannen. Ich habe meditiert, ich habe diesen megageilen Sonnenaufgang gesehen. Ich habe, glaube ich, auch geschlafen.

Und dann aber quasi jetzt gar nicht so, oh Gott, ich fliege und dann ist hier und da Stress und so, sondern ich habe einfach nur gesehen, okay, ich verlasse hier das Haus und da checke ich wieder ins Hotel ein und ruhe mich dann aus. Und das geht mir voll oft so bei Reisen, dass ich gar nicht so viel Energie tatsächlich jetzt drauf verwende, mich aufzuregen, dass die Deutsche Bahn wieder Verspätung hat oder so. Weißt du, also so diese ganzen Sachen, die halt passieren können, ja, dann weiß ich nicht, was kann noch passieren? Läuft mir halt das Wasser aus, oder? Alles kann verspätet sein.

Aber das ist halt alles so, ja, das passiert. Aber je mehr ich darauf Fokus lege und Aufmerksamkeit, desto mehr Energie verliere ich. Also dieses typische Sich-Aufregen ist ja so das.

Oh, das regt mich jetzt mega auf. Ja, okay, dann reg du dich halt vielleicht weniger auf, dann ist es auch nicht so schlimm. Dann regt es dich auch nicht so sehr auf.

Dann regt es dich auch nicht so auf. Auch Widersprache natürlich. Ja, ja, total.

Haben wir ganz oft darüber gesprochen. Und ich glaube, das ist schon auch eine Entscheidung tatsächlich. Und sehr viele Menschen… Oder wie ein Muskel.

Ich glaube, es ist auch wie ein Muskel. Es ist eine Sache, die du trainierst irgendwie. Und Sachen, die du halt häufig machst, dann ist, sag ich mal, die erste Reaktion, ist dann halt erstmal zu maulen.

Genau, dieses Beklagen. Oder sich leid zu tun. Dann sind wir dabei auch vor den Heldengeschichten.

Und Beklagen gibt ja bekannterweise wahnsinnig viel. Wir gehen dann alle immer so raus und sagen so geil, das war jetzt voll geil. Aber du bist ja auch gut sozusagen.

Du kannst es in den Satzraum so stehen lassen. Du bist gut. Du bist gut.

Du bist einfach gut. Du bist ja auch gut da drin. Also dann für dich irgendwie Linien in den Sand zu ziehen und zu sagen, ja, auf irgendwelche Social Gatherings gehst du jetzt nicht mit, weil das gibt dir dann nicht mehr Energie.

Mir gibt es ja dann manchmal mehr Energie. Das ist ja dann nochmal was anderes. Ich glaube, da sind wir halt unterschiedlich.

Aber mir gibt es manchmal Energie. Was ich dann auch honorieren darf und muss. Sich treu sein geht es ja darum.

Ja, aber dazu musst du erstmal wissen, was dir wichtig ist. Also wer du bist, damit du dir treu sein kannst. Ja, oder auch wahrnehmen.

Also ich bin ja jetzt nicht so der soziophobe Mensch. Nein, aber was ich ja meinte. Aber bis zu einem gewissen Punkt und dann sage ich, oh nee, jetzt gehe ich lieber ins Hotelzimmer und chill und mache Yoga und gehe in die Badewanne oder so.

Entschuldigung. Jetzt hast du mich voll aus dem Konzept überfordert. Weißt du mal, wie es ist, Ingo? Ich weiß genau, wie es ist.

Wir haben drei Außenkonzeptbringer, die das meisterhaft beherrschen. Stimmt. Aber auch nochmal wegen diesem Jahr.

Also wo hat man die Energie hier für viele Sachen? Und ich glaube, davon auch, dass vieles daran hängt, dass wir Sachen, also das, was so viel ist, ja eigentlich Sachen sind auch, die wir Lust haben. Ja. Also die uns Spaß bereiten.

Und ich glaube, das ist schon auch ein Kernelement. Wenn dein Leben gefühlt nur aus Sachen besteht, auf die du keine Lust hast, dann hätte ich auch nicht so viel Energie. Ja.

Deswegen ist halt dann leider manchmal die Energie am Ende, wenn es ums Steuern geht. Genau. Das muss man halt einfach so niederautomatisieren, dass es einfach keine mentale Energie mehr braucht.

Aber das werden wir jetzt nicht heute früh dieses Figurthema erörtern. Aber spannend, das auch zu beobachten. Das kostet nicht eigentlich Energie.

Ich werde heute auch nochmal drüber nachdenken, weil ich glaube schon, dass es auch da Bereiche gibt, wo auch ich sozusagen nochmal irgendwelchen Energie räubern. Oder wie so ein Abschluss, der nicht zu ist oder sowas. Ja.

Wo es einfach so ausrinselt. Weil ich finde eben, es läuft darauf aus, schon auch in vielen Bereichen im Leben ein gewisses Maß an Reflektionen mitzubringen. Und dann, weißt du, alle lachen immer so über Selfcare-Yoga, Meditation.

Letztendlich ist Meditation Beobachten. Und Beobachten hilft einem halt, auch sich selbst zu beobachten. Dass man vielleicht merkt, krass, es bringt mich jetzt krass aus meiner Balance.

So, das stresst mich jetzt krass. Und ich glaube, da beginnt es ja zu merken, dass man gestresst ist. Und es ist ja nicht so, dass wir das nicht kennen.

Wir kennen das, glaube ich, beide, extrem gestresst auch zu sein. Und idealerweise hält dieses extrem gestresste Sein vielleicht mal eine Minute an, mal eine Stunde, mal auch eine gewisse Zeit. Ich würde jetzt nicht sagen, dass ich jemals einen ganzen Tag gestresst war.

Aber es muss auch nicht negativ sein. Also sozusagen der Unterschied zwischen negativen und positiven Stress ist die Interpretation. Physisch im Körper ist es genau das Gleiche.

Ja, ich wollte tatsächlich so eine Umfolge mal machen. Eben, wo beginnt Stress? Beginnt es im Körper, beginnt es im Kopf, beginnt es im Herzen? Ich glaube, es beginnt im Kopf und äußert sich dann im Körper. Das Gefühl sozusagen, nicht das machen zu können.

Es sei denn, du hast jetzt einen Unfall, dann beginnt es wahrscheinlich im Körper. Oder du hast irgendwie einen Herzschmerz. Das ist ja eine traumatische Stressreaktion auch.

Und dann sind wir wieder beim Thema von heute. Diese Selbstreflektion braucht auch Zeit. Du brauchst Zeit und einen Ort.

Und Abstand. Wie immer. Du brauchst Zeit und einen Ort.

Und wenn das nicht irgendwo steht, dass du dir eine Zeit und einen Ort nimmst, um darüber nachzudenken. Ich weiß gar nicht, ob das so eine Zeit und einen Ort hat. Ich schreibe mir jetzt nicht in den Kalender, während ich von hier zur Trainstation laufe, denke ich jetzt darüber nach.

Du setzt dich aber manchmal hin und schreibst an die Journals ein bisschen. Das stimmt. Das mache ich sehr gerne.

Oder sozusagen, ich finde, man reflektiert ja auch manchmal, während man Yoga macht. Aber witzig, als du vorhin gesagt hast, da muss ich heute mal darüber nachdenken, habe ich mir dann so einen Nico vorgestellt, wie er im Kreis läuft und sofort nachdenkt. Wie sieht bei dir Nachdenken aus? Wo kannst du gut denken? Im Zug zum Beispiel.

Wenn du dich nicht selbst abschlemmst. Genau. Oder wenn es mir heute gelingt, Mittag zu essen.

Aber dann tatsächlich auch in dieser Pause. Weil du denkst sowieso immer. Das ist ja nicht so, dass du nie denkst.

Das ist ja eine völlige Illusion. Aber anstatt, dass man dann nebenher noch etwas anderes macht oder Nachrichten bearbeitet, dass du einfach da sitzt, raus guckst und darüber nachdenkst. Da haben wir so oft drüber geredet.

Bei so vielen Sachen ist es im Kopf so eine Riesensache, dann denke ich darüber nach. (