Vollständiges Transkript
Ich nehme dir die Audio gerade auf mit dem, wie, ja, also Audio nehme ich nochmal separat auf, bin aber hier auch auf Zoom, hast ein Backup, weil du solltest mich in Mikrofonqualität hören, ist es on?
Das tue ich, yes.
So, dann mache ich mal, sag mal ganz kurz was.
Check, check.
Wunderbar, ich höre dich auf Kopfhörer, dass du kein Echo hast und nur das Video, das zeichnest du hier auf, das brauche ich rein theoretisch nicht separat aufnehmen.
Also ich zeichne auf, ich zeichne bei Zoom auf, aber da weiß ich wegen der Qualität nicht, das heißt ich zeichne mich selber auch nochmal separat als Video auf, also wenn das bei dir aufgeht. Wie machst du das? Ich habe, ich mache es quasi dreifach, doppelt dreifach, weil ich einfach paranoid bin in der Hinsicht, aber ich habe im Endeffekt mein Handy als Kamera für Zoom eingestellt und nehme bei QuickTime sozusagen die Kamera nochmal, weil das Signal ja eh reinkommt, auch nochmal als QuickTime Video einfach auf.
Ok, das wird auf jeden Fall eine ordentlich große Datei. Ja, ja. Ok, ich kann es mal probieren.
Du brauchst auf jeden Fall einiges in Speicher, neun Gigabyte. Hast du das schon mal gemacht? In der Form jetzt, ja.
Ja, ok. Weißt du dann, wie groß die Dateien in der Regel werden?
Also wenn du die dann in 4K speicherst, zu groß. Aber dann ist, ich glaube, was das dann ist, darunter HD, das ist dann ok. Das sind so 15 Gigabyte ungefähr, oder 9, je nachdem wie lang.
Ok, ok, ok. Probier es mal aus. Wenn wir irgendwann mal der Speicher ausrennen, dann wirst du mich hier im Podcast schreien hören.
Du machst dann ein Movie Recording? Genau. Drei Kamera, Quality, High oder Maximum?
Ich glaube, High ist schon gut. Machst du? Also ich glaube, High ist auf jeden Fall besser.
Ich weiß gar nicht, ob das bei mir eingestellt ist, aber auf den Kurs gedrückt.
Ok, ich bin mal gespannt, du. Ich zeichne auf jeden Fall jetzt gerade mit. Ah, ok, aber hier kann ich nur Audio und da ist dann auch das Mikrofon ist richtig eingestellt.
Ok, wunderbar. Das sollte dann jetzt ja alles so klappen, lieber Nico. Wollen wir mal schauen, wie lange das hält.
20 Sekunden waren 30 Megabyte. Das wird spannend.
Wir schauen mal. Wenn es zur Not, haben wir immer noch sozusagen den Zoom-Teil.
Dann bin ich ready. Airpods drin, Mikrofon. Ok, I'm ready.
Cool. Herzlich willkommen, Axel.
Vielen Dank, lieber Nico, dass ich heute dabei sein darf. Das dritte Land, in dem ich dich ja sehe.
Das stimmt. Ja, also zumindest digital.
Dann das vierte. Spanien. Spanien, Italien.
Und jetzt Staaten.
Ja, vielen Dank, dass du der Einladung gefolgt bist. Ich habe tatsächlich ein bisschen länger einen Gedanken darauf verschwendet, wie ich dich sozusagen einführen möchte. Das ist ein komisches deutsches Wort, aber intuitive.
Würde man auf Neudeutsch sagen. Und ich habe festgestellt, ich finde das eigentlich total schade, wenn man, und ich glaube witzigerweise war es ja auch neulich in einem anderen Podcast, wo darüber gesprochen wurde, wenn man Menschen immer nur über ihre berufliche Tätigkeit und beschreibliches beschreibt. Ich möchte mich eigentlich vorstellen als einen sehr inspirierenden und freien Menschen.
Und ich mache das daran fest, dass ich dich sehr viel lachend kennengelernt habe. Was für mich die Definition von einem Menschen ist, der frei ist. Das gibt ja ganz viele Geschichten von Buddha.
Er wird ja auch immer lachend, wie so ein kleiner, dicker, lachender. Also no comparison here in terms of optics. Aber der Dalai Lama lacht ja auch viel.
Und als ich mich vorbereitet habe, ist mir tatsächlich auch aufgegangen, dass deine Transformation über die Jahre auch dahin geführt hat, dass du eigentlich sowas hast. Ich rede ja immer viel von radikaler Ehrlichkeit, was ja basiert auf diesem Buch von Brad Blanton. Das ist ja im Endeffekt schon auch etwas, was du lebst oder propagierst.
Vielleicht nicht mit den gleichen Worten, aber zumindest gefühlt inhaltlich. Und dann höre ich auch schon aus, weil Brad Blanton auch ein Mensch ist, der sehr viel lacht und sehr frei ist und sich nicht scheißt. Und das finde ich sehr inspiriert und sehr schön.
Und dass du Coach bist und Unternehmer und Influencer, wie man auf Neudeutsch sagen würde. Das nur am Rande und das alles sehr erfolgreich. Das ist unbenommen und das will ich gar nicht unter den Tisch fallen lassen.
Aber das sind eigentlich nicht die wichtigen Dinge, finde ich persönlich.
Das weiß ich sehr zu schätzen, lieber Nico. Das freut mich auch, dass ich so wahrgenommen werde. Während du gesprochen hast, war auf jeden Fall dieser Judge, inner Judge in meinem Kopf, der gesagt hat, ja, aber das ist nicht immer so.
Ja, aber größtenteils bin ich schon ein sehr, ich lief so lachen. Wenn du mich sehr gut persönlich auch kennenlernst, dann wirst du merken, ich fühle mich mit den Menschen, mit denen ich mich am wohlsten fühle, das sind die, die diese ganz witzige Seite an mir mitbekommen. Das fand ich mal, das habe ich mal selber...
Diese Silly-Seite sozusagen.
Genau, diese Silly-Seite. Silly Axel heißt bei mir, wenn du Silly Axel richtig mitbekommst, dann heißt das so, ich vertraue dir extrem. So, ich habe einen richtig schönen Platz in meinem Herzen für dich.
Ich habe die Frage irgendwo mal gehört, so, was sind so Indikatoren, die quasi festlegen oder die darauf hindeuten, dass du dich wohlfühlst um eine andere Person. Ich war so, wow, geile Frage. Ich fange an zu singen und ich bin halt so extrem goofy.
Das mache ich ja einfach gerne. Und wenn das der Fall ist, dann ist das in der Regel ein gutes Zeichen. Das heißt für dich auch ein gutes Zeichen, dass ich mich wohl in deiner Gegenwart fühle.
Zumindest fühlst du dich nicht gestresst, dass das, was ich daraus mitnehme.
Ja, habe ich schon vor dir gesungen? Das wäre so das Nächste.
Ich glaube, so weit sind wir noch nicht offenbar.
Ja, sobald ich anfange zu singen, war ich so bis auf das höchste Tier.
Nice, nice. Während du das gesagt hast gerade, musste ich daran denken an eine Übung, die ich tatsächlich mit Catalina früher sehr oft gemacht habe und die ich witzigerweise noch nicht auch mit meiner Abteilung gemacht habe. Und das ist, sich gegenüber zu setzen, in die Augen zu gucken und sich eine Minute lang nur Komplimente zu machen und es einfach nur anzunehmen und das nicht zu kommentieren, das auszuhalten.
Kannst du das gut?
Ich kann sehr, sehr gut Komplimente geben. Da bin ich ein Weltmeister drin. Fällt mir super, super leicht, Komplimente zu geben.
Es fällt mir weniger leicht, nicht schwer, aber weniger leicht, das auch zu hören, wenn mir jemand sagt, du machst echt einen geilen Job. Oder du bist, ich habe gestern, wenn ich ganz ehrlich bin, so in manchen Feldern fällt mir das schon schwerer. Also gestern hatte ich den Fall, dass ich so eine Shower Love von mehreren Kunden bekommen habe und muss dann schon manchmal so pausieren.
Das ist bescheuert, aber ich weiß nicht, ob jemand, der gerade zuhört. Ja, weil es so too much ist. Weiß ich nicht.
Es ist dann fast schon so ein Stück weit unangenehm manchmal, so viel, das hört sich bescheuert an, aber das ist so das, was dann authentisch in diesem Moment manchmal abgeht oder das, was du vielleicht gerade auch so ein bisschen gemerkt hast, dass dann so unangenehm wird, so too much to handle oder so ein Stück weit Resistance. Ich einfach das spüre so in meinem Sein, in meinem Herzen von ah, das sind zu viele Komplimente oder sonst was. Weiß nicht.
Wenn du sagst, in verschiedenen Situationen geht es besser und in anderen nicht so, in welchen geht es besser, in welchen geht es nicht so gut?
Im sportlichen Ding fällt es mir sehr leicht. Also wenn ich sage, richtig gut gespielt oder sonst was. Aber wenn ich ganz ehrlich mit dir bin und das will ich heute.
Ich liebe deine radikale Ehrlichkeit und ich hoffe, ich hoffe, ich mache deinen guten Job aus Social Media auch so diese Momente zu zeigen, wo ich so, ey, ich sage dir, bei mir ist es nicht immer alles positiv. Bei mir gibt es die Momente, wo ich die Fassung verliere oder Dinge sage, auf die ich nicht stolz bin oder auch mal Momente habe, wo ich an mir zweifle, an meinen Fähigkeiten und ich habe so in meinem Leben gemerkt, alles wird deutlich leichter, wenn man auch in diesen Momenten sagt, wie es einem authentisch geht. Dann kann einem geholfen werden, dann können die Leute um dich herum helfen, weil ich habe noch keinen getroffen, der nicht diese Momente hat.
Ich habe aber ganz viele getroffen, die so tun, als wenn die diese Momente nicht haben. Und das, das ist ein, das ist ein furcht, das ist gerade so, ganz viele Männer machen das. Anyway, zurück zu deiner, zu deiner Frage.
Im Sportlichen fällt es mir leichter, aber selbst da komme ich dann, ja, aber wenn dann beim Paddel jemand kommt und sagt, ey Axel, richtig krasse Defense, da kommt direkt in meinem Kopf so eine Stimme, ja, aber das kann noch besser sein. Und nee, ich habe heute nicht gut gespielt oder sonst was. Schon größtenteils positiv, aber da ist immer dieser kleine, ich nenne das, oder nicht ich, sondern in der Psychologie, nennt man das inner Judge, die dann kommt, aber mir noch so einen, so einen Tritt verpassen will.
So, aber, so das könnte noch besser sein. Ich weiß nicht, wie das so für dich ist, wie das für andere ist, aber bei mir spüre ich dann schon so manchmal so, ist es wirklich so gut?
Ist das ein, glaubst du, das ist ein Kindheitsding? Also es ist ein cool, also ich frage mich manchmal, ist das ein gesellschaftliches Phänomen? Also es gibt ja, ich habe ja so oder so in den Vorgästern einen Artikel drüber gelesen, dass du, wenn du, was weiß ich, JTPT oder diese neuen Pattern, das sind ja im Endeffekt auch Patternerkennungsprogramme, wenn du denen dein Geburtsdatum gibst und deine, ich meine, die Region, in der du geboren worden bist, dann wie so ein bisschen Astrologie, dann können die dir relativ genau sozusagen so ein Persönlichkeitsprofil sagen, Sachen, mit denen du haderst, was für dich schwer ist, einfach nur sozusagen geografisch und in dem Zeitalter, in dem du ausgewachsen bist, also da gibt es schon auch so Makrophänomene.
Wir nehmen das ja immer und sagen, ja, das muss genau wegen unserer Biografie, wegen unserer Kindheit gewesen sein, aber vielleicht ist das auch so ein, also wir haben alle…
Spannend, so ein kulturelles Ding.
Ja, so ein bisschen. Also, ich meine, du hast ja auch einen Mixed Cultural Background, also…
Ja, ja. Na, da könnte schon was dran sein.
Also, hast du da… Also, kannst du… Also, zum Beispiel, wenn du mich jetzt fragen würdest, dieser Inner Judge, kannst du das pinpointen?
Also, ich habe den natürlich auch, haben wir alle. Also, war jetzt ein Erlebnis in deiner Kindheit, was ausschlaggebend war dafür? Kannst du einen Finger drauflegen?
Kannst du sagen, das war genau, als ich 5 war und meine Oma, was weiß ich, keine Ahnung.
Sehr geile Frage. Müsste ich auf jeden Fall mal pausieren, um mal so einen Moment, der definiert hat, dass ich gern Komplimente annehme oder vielleicht sogar so ein bisschen unsicher ist, auch so krasse Komplimente anzunehmen. Fällt es gerade schwer, direkt einzunehmen?
Warum auch immer? Kommt irgendwie was auf, was mit meinem so jüngere, ältere Bruder Dynamik zu tun hatte?
Warst du der Jüngere oder der Ältere?
Ich war der jüngere Bruder. Also, ich habe einen älteren Bruder, der genauso aussieht wie ich, aber halb so groß ist. Das muss ich immer dazu sagen, falls der irgendwann mal zuhört.
Nee, also, mein Bruder und ich, wir sind so, wir haben ein sehr, sehr gutes Verhältnis. Aber als Jugendlicher, das hat schon mir viel bedeutet, irgendwie nicht gesehen zu werden und wahrscheinlich irgendwie, dass ich das so auch kulturell, man gibt nicht so viele Komplimente. Also, da, wo ich herkomme, wo ich auch aufgewachsen bin, sowohl was vom Elternhaus ist, als auch so der Ort.
Ich glaube, das ist auch was Deutsches teilweise. Deswegen, das ist schon genug, genug. Ja, du gibst, also, du sagst, hier in L.A., wo ich gerade bin, du gehst raus und da gibt dir irgendein, hat mir Luis gestern erzählt, da haben wir einen Freund getroffen und der meinte, der kommt halt hierher und der meinte dann zu ihr, boah, du siehst richtig gut aus, du hast einen richtig coolen Klamottenstil, Kleidungsstil, du bist ja richtig, dein Englisch ist perfekt. Ich denke mir so, so, wir machen das ja nicht so. Nee, nee, nee, das kam bei mir gar nicht auf. Ich finde, so sollte es sein.
Aber dahin habe ich mich durchs Reisen und andere Kulturen hinentwickelt. Und das ist auch so mein naturell, ich denke mir so, ey, wir sind alle hier im selben Haus im Prinzip, auf dem selben Planeten. Ich lieb's Leuten Komplimente zu geben und ich finde, so sollte es sein.
Also, warum, also, wenn es authentisch ist.
Ja, ja, ja.
Und dann habe ich auch kein Problem, wenn irgendein anderer Mann irgendwie sagt, du siehst fantastisch aus, zu einer Frau, finde ich so geil. Also, alles gut. Aber was anderes, wenn du sagst, hast du Bock auf ein Date und ich würde ja sagen, dann ist was anderes.
Aber ja, finde ich einen sehr, sehr interessanten Gedanken, den du da geteilt hast. Hundertprozentig. Ich glaube, das ist ein deutsches Phänomen, zu sagen, so, wir behalten das mal für dich, für uns.
Aber anders, also anders gesprochen jetzt sozusagen, wenn du sagst, du bist in L.A. und alle sind da so, und da gibt es ja auch nochmal Unterschiede, West Coast to East Coast irgendwie. Ja. Ja, also, ich habe ja in Massachusetts gelebt, da sagt man, aus West Coast-Sicht sind das alles Mastholes, sozusagen, weil die viel unfreundlicher sind als an der West Coast.
Aber ich verbringe ja viel Zeit in Bali und ich kann dir sagen, die Balinesen, ey, die sagen dir so krass ins Gesicht, was die positiv über dich denken. Ey, du kennst die zwei Minuten und die nennen dich Schönheit. Boah, bist du schön.
Wow, bist du hübsch. Und da habe ich mich so ein bisschen dran gewöhnt, dass man das dann auch genauso kulturell weiterträgt. Ich finde das, was schön ist.
Ich finde das, was positiv ist.
Ich finde das wunderbar. Also, ich frage mich jetzt aber sozusagen im nächsten Punkt dann auch, du bist ja auch Coach und arbeitest ja auch viel mit Menschen, vielleicht auch teilweise an genau diesen Dingen, an diesem Inner Critic, an diesem Judge. Wie der Bruder dich zurückhält, das ist ja nicht nur Komplimente an ihn, der tritt ja bei vielen Bereichen auch.
Wenn du jetzt an deine Kunden denkst, die auch, sag ich mal, nicht deutsch sind oder nicht aus dem europäischen Kulturraum kommen, dann eben aus diesem Lobes Kulturraum, die vielleicht mehr Amerika oder Bali, haben die das weniger?
Spannend, ja. Ich würde sagen schon. Ich habe gerade eine Italienerin bei mir, die hat das weniger.
Die hat, also ich sehe da schon, du stellst sehr gute Fragen. Andere Kulturen haben das weniger, was ich beobachten kann. Ich sehe sogar Unterschiede, wenn ich jetzt so drüber nachdenke, teilweise Unterschiede zwischen, ich habe halt ganz viele, meine deutsche Community ist immer noch, deutschsprachige Community ist immer noch so mit die stärkste.
Das ist auch so ein wildes Phänomen, was ich bei mir sehe. Das sehen auch übrigens ganz viele andere, auch Amerikaner, die irgendwie Brands haben, Bücher schreiben. Deutsche, alle lieben deutschsprachige Leute bei sich.
Als Kunden, weil die natürlich sehr kaufkräftig sind, verglichen zu anderen Kulturen, aber auch offen sind, hungrig sind für Wachstum, committed sind und auch sehr, das liebe ich an Deutschen, vielleicht so kulturelle Dinge, nicht an Deutschen, wir haben wahrscheinlich auch Schweizer, ich habe Schweizer, Österreicher, deutschsprachige, verzeihe mir, wenn ich manchmal deutsch sage. Ich hoffe, meine Schweizer Freunde fühlen sich hier nicht angegriffen.
Wir reden über die deutsche Sprache in beiden Sprachen.
Was ich da liebe, ist so dieses oftmals Zuverlässige und auch dieser Hunger dafür, was besser zu machen. Also zumindest die Deutschen, die ich bei mir auf Retreats oder Coaching-Container sehe, die sind dann so, ey, ich will mehr. Mehr vom Leben, ich habe Bock zu wachsen, ich habe Bock, was besser zu machen.
Und die meisten, also diese ganze Dachregion ist ja auch so ökonomisch eine sehr, sehr starke Region. Jetzt nicht die größte, aber eine sehr, sehr starke. Also kommt schon viel Cooles bei rum, also nicht nur über die negativen Sachen.
Sprechend von meiner Seite aus, ich liebe die Dachregion und oh mein Gott, jeden Tag sehe ich, was für ein Privileg das war, in Deutschland aufzuwachsen. Also zu einer deutschen Schule und sonst was zu gehen, deutschen Pass zu haben. Ich glaube, das checken die Leute gar nicht oft genug.
Das ist so einer der krassen Privilege, die du als Mensch mitkriegen kannst, so einen Pass zu haben. Das siehst du erst, was das für ein Pain ist, wenn du andere Leute hast, die keinen deutschen Pass haben, die dann vielleicht aus Indonesien kommen, die dann für alles und jeden irgendwie ein Visa brauchen und eine Erlaubnis und hast du nicht gesehen, um überhaupt mal zu reisen oder in andere Sphären zu kommen. Als Deutscher gehst du da hin, kein Problem, gehst da hin, kein Problem.
Ich habe komplett vergessen, was die Frage ist, aber ich hoffe, es hat irgendwas damit zu tun.
Definitiv. Ich habe aber noch zwei Folgefragen sozusagen mir abgespeichert im Hirn. Aber es ist schon so ein bisschen auch dieses, weil du sagst in dieser Hunger um Verbesserung.
Wir haben ja schon ein sehr ausgewickeltes Auge für, wo es hakt, wo es besser sein könnte. Und das sowohl im Persönlichen, so wie du das beschreibst, Persönlichkeitsentwicklung und wo kann ich mich weiterentwickeln, was kann noch besser sein. Genauso wie auch in diesem, da ist ja unser Mittelstand auch groß geworden, diese technischen Sachen, diese kleinen Finessen, diese World Champion in the little things.
Da will ich aber eigentlich gar nicht hin. Also wir können jetzt natürlich über den Wirtschaftsstandort Deutschland 2025 reden. Aber wo ich eigentlich hinaus will, weil nun bin ich ja schon dreifach Vater und so wie ich dich verstanden habe, ist das ja vielleicht irgendwas, was zumindest nicht ausgeschlossen ist für dich.
Wenn man jetzt über solche Sachen nachdenkt, sozusagen diesen inner Kritik und wir haben das Deutsche ja dann doch auch irgendwie in uns, ob man will oder nicht. Wie denkst du, kann man das, also als Vater, wie würdest du, was würdest du machen, um das sozusagen zu verhindern, wenn man es überhaupt verhindern kann?
Die einfache Antwort wäre zu sagen, so ich bin kein Vater, deswegen kann ich nichts darüber sagen. Das wäre aber auch nicht ehrlich, weil ich meinen ganzen Tag oder meine ganzen Tage, die letzten acht, neun Jahre meines Lebens, beschäftige ich mich tagtäglich, tagein und aus mit dem menschlichen Hirn, mit dem Unterbewusstsein, mit Psychologie. Da gibt es natürlich Einflüsse, die wir, also ob Kind oder im Allgemeinen, also auch als Erwachsener, es ist ja nicht so, als wenn wir Steine sind und wir können uns nicht mehr verändern.
So, was wir auf jeden Fall wissen, als Vater, um deine Frage richtig zu beantworten, als Vater würde ich im besten Fall, würde ich den liebevollsten Weg wählen, um die Kultur und die Werte zu verbreiten, die die liebevollsten sind. Am meisten mit dem Herzen verbunden. Und die absolute Priorität von dem, was ich weiß, was ein Kind braucht, sollte bedingungslose Liebe und Sicherheit sein und da auch Kindern mitgeben, wenn die was Geiles gemacht haben.
Oder Wertschätzung, Anerkennung und Dankbarkeit, also Appreciation mitzuteilen. Das heißt, wenn ich jetzt Vater wäre oder jetzt auch auf Kinder aufpasse oder sonst was, dann würde ich die probieren, also du kannst immer nur dein Bestes geben. Ich glaube, selbst wenn du dein Bestes gibst, wird es immer noch Dinge geben, die du falsch machst und das gehört dazu.
Aber das liebevollste Umfeld für die kreieren, zum Wachsen.
Ja, finde ich schön.
Und ich glaube, wenn man als Mensch, als Vater, das für sich selbst macht und für andere, dann wächst ja auch das Kind damit im besten Fall auf. Mit Freunden, mit Familie, die genau diese Kultur quasi entwickelt haben. Weil wenn ich jetzt auf mich gucke, auf meine Kunden, auf dich, dann sind so die ersten sechs Jahre, das sind so die entscheidenden.
Das ist der größte Teil. Na klar, spielt immer noch eine Rolle, was danach passiert ist. Aber so, du wirst geboren und du weißt erstmal so gut wie gar nichts über die Welt.
Was ist gut, was ist schlecht. Das passiert so in den ersten paar Lebensjahren, das meiste von der Programmierung deines Hirns. Was ist gut, was ist schlecht.
Wie sollte man sich verhalten, wie sollte man sich nicht verhalten. Und in den Jahren wirklich krass drauf zu achten, als Vater, aber auch als Mutter, dass man die liebevollsten Werte vermittelt, die es gibt. Und selber halt auch das verkörpert.
Weil Kinder gucken sich sowas ab. Also ich habe mir so viele Verhaltensweisen von meinen Caregivern, von meinem Bruder, von meinem Vater, von meiner Oma, von meinem Umfeld abgeguckt, was ja auch Sinn macht. Und im besten Fall, practice what you preach.
Ich glaube, das wäre eine ziemlich interessante Herangehensweise als Vater. So würde ich es machen.
Ich habe ja nur das erste Kapitel von deinem Buch hören dürfen. Ist ja noch gar nicht veröffentlicht.
Es ist hier, direkt neben mir. Elfter kommt's raus.
Genau. Du bist natürlich auch sehr eingeladen, nachher noch ein paar Worte darüber zu verlieren. Ich erinnere mich aber, es kann sein, dass ich mich falsch erinnere, aber ich meine mich daran zu erinnern, dass du eine Szene vorgelesen hast, wo du nach dieser Krankheit und dieser Episode, wo du das auch für dich umformulieren könntest, also dass life happens for you, not to you, ja auch Teile deiner Kindheitsbiografie uminterpretiert hast oder anders gesehen hast oder anders sehen konntest.
Vielleicht ist zumindest mal eine Interpretation gewesen irgendwie daraus. Aber das fand ich irgendwie so einen spannenden Gedanken. Und warum ich das sage oder warum ich das frage, ist, weil ich auch, und ich kenne sehr viele, weil ich auch mal ein Scherz hatte, wo ich nach allen objektiven Kriterien, wenn man auf die gesamte Welt guckt, eine sehr idyllische Kindheit gehabt habe.
Also objektiv nichts, worüber man sich beklagen kann. Und trotzdem hatte ich so eine Quarter-Life-Crisis, wo ich sozusagen meine gesamte Kindheit aufgeräumt habe und so eine Spätpubertät und sozusagen meinen Eltern alles Mögliche vorgeworfen habe. Und man dann auch wieder aus diesem Gedanken heraus etwas zu verbessern und zu entwickeln, einen sehr kritischen Blick auf die eigene Historie wirft und der Fokus und auch die Erinnerung teilweise sehr auf den unglücklichen Momenten oder vielleicht negativen Momenten oder Dingen, die anders oder besser laufen können, gelegen hat.
Und ich habe für mich durchs Vaterwerden sehr viel sozusagen, ich habe meinen Eltern extrem viel innerlich verziehen, weil ich einfach gemerkt habe, shit man, als Vater oder als Elternherger, whatever, du merkst, du tust das Beste mit dem, was du hast. Und das ist halt leider manchmal oder öfter nicht genug oder nicht das, wie man es gerne hätte. Und das hilft, dass diese Einsicht sozusagen des eigenen Scheiterns an den Ansprüchen hat mir extrem geholfen, sozusagen auch meinen Eltern zu verzeihen, was ich ihnen vorgeworfen habe.
Aber ich hatte das Gefühl, so wie du das beschrieben hattest, bist du zu einem ähnlichen Punkt gekommen, über einen anderen Weg jetzt. Also war das das?
Ja, du hast das schon richtig verstanden. Also ich bin da sehr offen drüber, dass ich jetzt nicht die einfachste Kindheit hatte. Meine Mutter ist relativ kurzfristig nach meiner Geburt gestorben.
Wir hatten wie viele Familien, die russischen oder russisch ähnlichen Hintergrund haben. Also ich hatte einfach, ich bin den Folgen Alkoholmissbrauches sehr nahe gekommen. Körperliche, aber auch mentale Gewalt und jeder, der weiß, wie es ist, mit Alkoholikern aufzuwachsen.
Und es war nicht nur einer. Es war halt einfach das Normal gefühlt, gerade bei Männern. Also wenn man sich auch so Statistiken aus Russland anguckt, ist es einfach wild, wie es das Normalste der Welt ist.
Aber auch so ganz ehrlich in der deutschen Kultur, wie es das Normalste der Welt ist, jeden Abend sich irgendwie Alkohol rein zu pfeifen. Das habe ich bei so vielen Familien schon gesehen und ich denke mir so, wow. Anyways, anderes Topic.
Ich bin jedenfalls damit aufgewachsen und es gab so die erste Phase, wo es wie so Wut war, dass es so gewesen ist. Ich erinnere mich noch ziemlich genau daran, wie ich als Jugendlicher fast schon mich als Opfer dargestellt habe meiner Kindheit. Warum ich?
Warum muss ich so aufwachsen? Warum muss ich? Also dadurch, dass ich halt so ein unsicheres Zuhause hatte, war ich natürlich auch dementsprechend in der Schule nicht immer ganz aufmerksam.
Da auch mal liebe Grüße an alle Eltern. Sorry, an alle Lehrer.