edelabgefunkt.de · Episode 64 · Transkript

To-do-Listen ohne Ende – tragen nur Frauen den Mental Load?

Edel Abgefunkt · Folge 64 · mit Katharina Giegling und Nicco Krezdorn
Veröffentlicht: 30. Oktober 2025 · Dauer: 41:05

Edel Abgefunkt mit Katharina Giegling und Nicco Krezdorn — Musikerin und Arzt, zwei Jobs, mehrere Kinder. Alltag und Partnerschaft kommen oft zu kurz: wenig Paarzeit, viel Mental Load, kaum echte Pausen. Darüber reden sie so, wie es ist — ohne Hochglanz.

Kurzantwort

Mental Load ist kein Frauenthema: Nicco ist überzeugt, dass Männer ebenfalls massive unsichtbare Last tragen – und Katharina hasst das Aufwiegen. Folge 64 über To-do-Listen, die Grenze zur Kontrolle, Kochen trotz Ayurveda-Herz und die Frage, wie viel Organisation dem Paaralltag wirklich gut tut. Wenig Paarzeit, viele Listen – ohne Hochglanz-Jammern.

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Häufige Fragen zu dieser Folge

Worum geht es in Edel Abgefunkt Episode 64?

Um Mental Load, To-do-Listen und die Grenze zum Kontrollverlust: Wer trägt die unsichtbare Last, struggeln Männer auch, und wie viel Organisation tut gut?

Ist Mental Load nur ein Frauenthema?

Nein – Nicco sagt klar, Männer hätten auch mega Mental Load. Katharina findet Aufwiegen („wer hat mehr Last“) übergriffig und schwachsinnig.

Wie definieren sie Mental Load?

Als Kumulation all der Dinge, die man im Kopf organisiert und trägt – nicht nur die sichtbare Ausführung einzelner Tasks.

Wann wird Organisation zum Problem?

Wenn Planung in Kontrollverlust kippt oder niemand mehr sagen darf: Ich hab gerade keinen Bock zu kochen. Rahmen helfen – Zwang nicht.

Was ist mit der älteren Generation und Mental Load?

Sie ironisieren das „hohe Lied“, Mental Load sei eigentlich geil bzw. man solle nicht rumheulen – und halten dagegen: Sichtbarkeit und Teilen der Last zählen.

Vollständiges Transkript

Automatisches Transkript (Deutsch). Kann Hörfehler enthalten. Quelle: Episode-Audio / lokales Transkript.

Ich bin der Überzeugung, dass Männer auch Mega Mentalad haben. Ja, natürlich. Ich hasse das. Ich hasse dieses Aufwiegen. Ich find das, ich finde es übergriffig und schwachsinnig. Entschuldigung. Du hast mir gestern erzählt, dass man als alte weise Frau zurückbringt und sagt, genau das genau ist das, worum es eigentlich geht. Ich glaube eben, wir können uns immer beklagen. Jeder Mensch in jedem Alter, in jedem Zustand, in jeder Situation. Okay, also du hast dich gerade geoutet als schlechte Mutter. Die Gesellschaft sollte uns dafür bezahlen, dass wir unsere Kinder erziehen. Oder sage ich jetzt nicht. Was wolltest du sagen? Ein Witz, den man nicht sagen darf. Sag mal. Nein.

Darf ich also auch wieder mal im Podcast erscheinen? Ja. Ja, ich wollte dich gerade fragen, wie sich das anfühlt jetzt, nachdem wir die Beziehung geöffnet haben, andere Formate ausprobiert haben, Solo mit einem anderen Mann. I have to say it feels great. Ähm, ist gut. Ich habe mich jedes Mal voll, nee, ich freue mich jetzt auf die Folge, die morgen rauskommt mit Axel. Die wird dann schon rausgekommen sein, wenn ihr das hört. Axelschura, fantastischer Typ. Ist wie so äh wie so aus einer Zeitschleife, irgendwie, wenn man jetzt drüber redet, was dann schon passiert sein wird. Stimmt ja, wie alle uns die Türen einrennen. Darauf freue ich mich sehr, das anzuhören und ich habe mich sehr gefreut im Flugzeug neulich deine Solofolge gehört zu haben mit deinem sehr schönen Song zum Schluss. Ja, den fand ich auch sehr schön. Ich ganz ehrlich, den höre ich auch so zwischendurch. Schön.

Ja, das bist du Wasser und Wind, ne? Erde und Erde und Wind. Ja, sag ich. Ja, Erde und Wind. Ähm ja, fand ich schön. Fand ich sehr mutig, muss ich sagen. Ich weiß nicht, ob ich so lang zusammenhängend reden kann, dass es irgendwie Sinn ergibt. Du würdest es mir bestätigen. Muss ich jetzt, soll ich jetzt ehrlich da drauf antworten? Das dem Sinn weißt du nicht, gell?

Hm, langen Jahr. Ich könnte ja unsere WA fragen, ob sie mir eine PowerPoint Präsentation macht, dann könnte ich's. Vorbereiten würde, könnte ich es. Ist ja oft so, das haben wir schon oft festgestellt, dass es einfacher ist. Dann sind wir wieder bei einem meiner Lieblingsthemen Rahmen. Mhm. Das alles, was ein Rahmen hat. Mhm. Das ist dein Lieblingsthema, ein Rahmen? Ja. Interessant. nicht ein Es ist eines meiner 100 Lieblingste Ja.

Mhm. Nee, aber schon. Also dieses was ich darüber hatten wir auch weiß gar nicht mehr, ob wir damit drüber geredet hat. Ich hatte ja mal so eine Offphase von Medizin mit mehrere Off Phasen, aber die lange Off Phase Mhm. wo ich also mir schon diese Struktur sehr gefehlt hat, die so eine Mhm. Also so hart es ist sozusagen jeden Morgen um 7 Uhr auf der Matte zu stehen da ähm so hilfreich ist es auch also, weil dein Tag ist strukturiert und ich bin effektiv.

Typ brauchst du das ja ich als Typ brauche das nicht will nicht sagen, dass jeder Typ das braucht, aber ich als Typ mir hilft und ich bin effektiver, wenn ich sozusagen diesen Rahmen habe und dann um diesen Rahmen herum mich strukturieren muss und in diesem Rahmen mich strukturieren muss. Mhm. Als wenn ich gar keinen Rahmen habe. Mhm. Weil ich schmeckt's nicht. Doch, doch schmeckt. Her Ober schmeckt mega. Voll lecker.

Ja. Ja, weil also wenn ich mich selber strukturieren muss, dann also ich muss mich ja immer selber strukturieren, aber ohne Rahmen. Mhm. Dann ist es schwieriger für mich. Ja, glaube ich. Erinnere mich auch an die Zeit, weil dann meine ganzen, weil dann meinen ganzen äh wilden Ideen sozusagen freier Laufgesetz ist und dann das ist nicht, sage ich mal, zu meinem Vorteil nur und den von allen Umstehenden. Ich erinnere mich an die Zeit, als ich fleißig in der Hochschule geübt habe und geübt habe, bis die Finger blutet. Genau. Stunden, Tage, Wochen und ein arbeitsloser damals Freund unglücklich war.

I remember. Was haben wir denn gemacht? Dann haben wir uns aber glaube ich manchmal zum Land getroffen. Das ist großartig gewesen. Der arbeitslose Arbeitslose und seine Freundin, die arbeitslose Webdesignassistentin.

Ja, also insofern und das ja auf einer Art ist das ja auch etwas gewesen, was ich festgestellt habe, als sie jetzt nicht da war, so lang. Mhm. auch ein Stück Rahmen, der weggegangen ist. So, danke, dass du uns das Rahmen bez liebevoller ausdrücken können.

Ja, ich find's süß in deiner Solofolge, wie du eigentlich sagen möchtest, dass so ein schrecklich vermiss und dass du ganz arg einsam bist, aber du sagst es dann doch nicht, aber man spürt es und um Sorgen spürt man es dann auch. Hauptsache, du hast es gespürt. Und ich hoffe, du hast es auch gehört zwischen, also nicht nur über den Podcast, sondern auch als wir telefoniert haben und 38 Millionen SMS geschrieben haben. Das stimmt. Ja. Und 432 000 Facetimes. Ja, stimmt. Das war schon schön. Wir haben uns schon arg vermisst, gell? Ähm, wir haben uns schon gesagt, dass wir das so nicht noch mal machen. Nee, ist auch eine gute Erkenntnis. Ja. Ja. Und wie du gesagt hast, eben vermissen ist schön. Und jetzt sind wir wieder da und jetzt gehen wir uns wieder mega auf die Nerven.

Nein, machen wir nicht. Aber ich find's also Nein, machen wir nicht. Ich find es faszinierend. ähm wie Alltag ähm ich will nicht sagen Segen und Fluch, das ist das ist zu viel, aber also Segen ja und unser unsere Routinen liebe ich auch sehr und dann kommt aber eben mit dazu, dass wir schon auch sehr sehr busy sind und dass es schon so ein bisschen dicht getaktet ist zwischen aufstehen bisschen, also sagen, es ist anstrengend ohne zu sagen, dass es anstrengend ist.

Ja, bisschen metime, Weime, Familientime, äh Kinder Dropoff arbeiten, irgendwie gucken, wie ich jetzt schon die letzten zwei Tage zu dir gesagt habe, gucken, dass irgendwie was zu essen zu Hause ist, dann dieses Essen auch noch warm machen, damit die ganze Familie wundervoll versorgt ist, Kinder abholen, dem Ehemann die Pantoffeln hinstellen. So ist schon it's a lot, finde ich. Ich habe dir vorgeschlagen, dass wir ein Wagner Pizzo Abo machen sollen. Das gibt's hier leider nicht. Oder Bofrost. Bofrost. Böfröst, wie es hier heißt. Böfrüst.

Ja, das könnte man mal überlegen, aber da würde dann mein Ayuwurvedisches Herz leider Ja, das würde dann sterben. Dann würde der Ayuweda Gott zu dir sagen, du darfst nicht mehr in Himmel. Ja. Daher stehe ich dann doch selbst am Herd.

Du hast mir gestern erzählt, dass man als alte weise Frau zurückblickt und sagt, genau das genau ist das, worum es eigentlich geht, wo die Kinder oder wo die die liebenden geliebten Menschen alle unter einem Dach sind. Ja, genau. Und wo es wo es anstrengend ist und vieles und laut und trubelig und unaufgeräumt und chaotisch. Ja. Ja, das stimmt. Also sozusagen eigentlich äh machen wir es genau richtig. Wir machen es genau richtig.

Das das eine und das andere ist, wenn ich das richtig verstehe, ist das sozusagen äh die das hohe Lied der älteren Generation auf Mental Load dass die ältere Generation sagt, Mental Load ist eigentlich ziemlich geil. Ja, das ist die Zeit auf die sozusagen heul nicht rum, das ist die Zeit an der du dich so an die du dich am meisten zurückerinnern wirst und der die dir die dir fehlen wird, wo er auch drin steckt, worüber wir auch schon mal geredet haben, ähnlich wie bei der Hochzeit. Mhm. sozusagen zu davon auszugehen, dass das jetzt die schönste Zeit ist und die Zeit danach nicht mehr schön ist, ist einfach schade.

Aber trotzdem kann ich mir gut vorstellen, dass man einfach sehr dankbar ist im Nachhinein für diese Zeit, die man jetzt hatte und sich vielleicht manchmal wünscht, man hätte in der Zeit mehr Aufmerksamkeit gehabt und mehr Appreciation, ja, als man vielleicht hatte.

Ja, ich finde, das habe ich auch schon zu dir gesagt, als wir drüber gesprochen hatten mit ähm zurückblicken und so. Ich finde, dass wir Wertschätzung sehr im Alltag leben, jeden Tag morgens, Mittags, abends. So, wie sehr wir uns lieben, wie gut es uns geht, so wir freuen uns aufeinander. Ich finde, wir leben das total und ja, ich finde das immer wieder gute Reminder.

Ich glaube aber auch, dass ähm dass die Generationen vor uns, ich die hatten sicherlich auch andere Sorgen und da können wir glaube ich überhaupt so gar nicht mitprechen. Und dennoch ist diese Masse, die wir so um uns haben an allein schon ähm, dass wir diese Telefone haben und dann kriegen wir hier noch die Nachrichten und also äh ich meine z.B. familiär, so ne. Dann haben wir eine App, wo die wo die Kinder dann irgendwie ständig, wo alles mögliche aktualisiert wird, was jetzt irgendwie wieder neu ist. Jetzt die Schulapp meinst du? Ja.

Also es gibt ja, ne, also klar, gibt viele viele Aspekte da drin. Die Welt ist schneller geworden. Wir sind alle also viel mehr alleine als Familiengruppe. Familie oder Einzelfamilie oder was es auch immer ist alleinerziehend oder so, aber sozusagen die die die Kluster die gesellschaftlichen Kluster sind kleiner geworden und damit ein Stück weit auch Freiheit, weil du nicht die ganze Zeit mit Leuten auseinander zusammen sein musst, vielleicht Großfamilie auf die du keine Lust hast oder die das Leben schwer machen. Gleichzeitig bist du aber halt dann darauf eingewiesen, dass du ein anderes soziales Netz hast.

Und dann sind wir die Generation jetzt auch die anfängt sozusagen auch seine also systematisch sage ich mal als Generation seinen eigenen Shit aufzuräumen und irgendwie zu gucken. Das macht man auch noch nebenher genau so ne und gleichzeitig sozusagen, also mit seinem eigenen und sozusagen von dem seiner Eltergeneration so und und Vorgängergeneration vielleicht noch und gleichzeitig aber natürlich auch der Anspruch, dass man ja das dann bloß richtig machen will für die eigenen Kinder, damit damit die nicht auch die ja auch die werden Schit haben. Alle haben so das ist nicht die Frage ob ist nur die Frage wie viel und welcher.

Gleichzeitig glaube ich kann man sich manchmal schon auch was abschauen von der Generation. Im Sinne von sicherlich auch mal die Arschbacken zusammenkneifen. Also ich glaube sich gegenseitig inspirieren ist ja schön. Ich meine es nicht nur unsere Eltern, ich meine auch sozusagen unsere große Elterngeneration, so also ja, dieses ständige jammernd. Ja, also es muss jetzt nicht alles immer in Traumamünden und so.

Ich hatte hier mit einem gemeinsamen Freund auch ein Gespräch drüber, auch so dieses Satz, den äh äh Freund zu mir mal gesagt hatte, als ich auch in dieser Findungsphase war und es irgendwie schwer hatte mit was soll ich machen irgendwie und so. I don't feel the passion und dieser Satz von seiner Lehrerin nicht alles im Leben muss Spaß machen, was mir sehr geholfen hat damals. Und ähm und er meinte das dann auch so der Satz von seiner, ich glaub es war seine Oma, wo sie meinte so, er soll jetzt irgendwie Kartoffeln schälen oder sowas und er hat keine Lust dazu und sie sagt ja, dann machst es halt ohne Lust. Geil. Und da ist halt schon auch was dran.

Ja, weil es stimmt. Also auch wenn wir das jetzt so auflisten und ich will jetzt nicht sagen jammern, es ist auch ist sehr sophisticated art. Nein, wir jammern nicht. Also wir wollen uns nicht beschweren, aber ist schon viel auch so. Ja. Ja, aber auch dafür darfst eine Erlaubnis geben, weiß du? Ich finde so, wir wir feiern schon oft, wie geil das Leben ist und man darf auch manchmal sagen, das ist aber auch anstrengend, ohne dass es eben was mit uns macht. Das ist der Punkt. Man darf sagen, es ist anstrengend und man darf wegen mir auch jammern, aber macht halt trotzdem. Man macht halt trotzdem genau.

Also wir werden ja morgen früh trotzdem wieder aufstehen. 38 000 Peanut Butter Brote schmieren und aufpassen, dass das Obst sich nicht berührt und äh die wohltemperierte Milch in drei verschiedenen Varianten anbieten und in der richtigen Reihenfolge in die Müslischüssel kippen und gucken, ob heute selber der Agavensirup hinzugefügt werden möchte oder nicht. Schwer herauszufinden, ob je nachdem leider erst im Nachhinein immer zu erklären.

Nein, aber ich meine z.B. Also so lapidar und das ist das ist kein beklagen so ich finde wir sind mega glücklich, mega privilegiert, mega alles geil, aber ich nehme wahr, dass es jetzt Herbst wird. So ja, nehme ich wahr. Es wird dunkler, wir haben alle ein bisschen weniger Energie, man hat irgendwie mehr Lust sich zurückzuziehen, warm zu essen. So, das ist ja so eine Transition, die ein gewisses Maß, finde ich, an Aufmerksamkeit braucht. Klingt mega luxuriös, ist es auch. Und früher habe ich ähm nie darüber nachgedacht, so dass man sich vielleicht auch anders verhalten darf mit verschiedenen Jahreszeiten.

Also bei mir ist immer Sommer. Ja, ich glaube auch ein bisschen müde und dann ist es ja eben aber als Eltern nicht so, dass also ich glaube, das ist ja der Luxus für Eltern manchmal, sich nur um sich selbst zu kümmern. Sehnsucht nach gekümmert werden. Mhm. Bekocht werden. Ja, deswegen fahren wir jetzt bald nach Paris.

Ich habe das ja erzählt, als wir hier angefangen haben, fand ich das auf eine Art etwas absurd, dass äh z.B. in Dänemark im Sommer. Aufgrund der Tatsache, dass alle ein gesetzlich verbrieftes Recht auf 3 Wochen Ferien am Stück, wenn Sie denn möchten, haben, was dazu führt, dass egal wie man es dreht und wendet, man nicht einen normalen Betrieb aufrechterhalten kann. Nirgendwo, auch im Krankenhaus nicht sozusagen. Es geht rechnerisch. Also es ist rein rechnerisch nicht möglich. Was dazu führt, dass man 6 Wochen lang in dieser Hauptferienperiode einfach die Produktion runterfährt.

Das macht man dann einfach was für mich einfach völlig undenkbar war, aber es ist halt alles runter reguliert, also einfach das gesamte öffentliche Leben ist halt einfach runterreguliert wie so eine wie so eine Siesta in Spanien.

Warum haben alle Religionen Feiertage, hohe Tage sozusagen, wo das öffentliche Leben stillsteht und man feiert und als Gesellschaft eine Auszeit hat und runterfährt und irgendwie also institutionalisiert das hat, was ja der Sonntag im Endeffekt eigentlich auch ist. Und auf einer Art waren es Errungenschaften, die wir irgendwie schon so ein bisschen bewusst verloren haben.

Wir wollten heute eigentlich darüber Mental Load reden, also weil es ein Inthema ist offenbar. Offenbar haben andere Leute auch was mit Mental Load. Ich habe sogar einen Song drüber geschrieben. Mental Load More. Ja, und More heißt Mama. Sterne.

Also, was ich aber eigentlich sagen wollte, ähm ich glaube eben, wir können uns immer beklagen. Jeder Mensch in jedem Alter, in jedem Zustand, in jeder Situation, ob jetzt Erwachsen gesprochen, ob Single oder in der Partnerschaft in Patchwork oder als Arztberuf oder als weiß ich nicht Schonsteinfäger, alles mögliche können wir uns immer beklagen, können wir machen oder wir sorgen halt dafür, dass wir eben diesem diesem diesem Leben ein bisschen Tempo rausnehmen, dass wir uns halt diesen Moment schaffen von ah, jetzt kann ich durchatmen.

Ich bin der Überzeugung, dass Männer auch Mega Mental Load haben. Ja, natürlich. Ich hasse das. Ich hasse dieses Aufwiegen. Ich finde es Ich finde es übergriffig und schwachsinnig. Entschuldigung, wirklich.

Ich bin ausdrücklich nicht Männerhasserin. Ich finde Männer sind großartige Wesen. Mein Mann ist ein ist das großartigste Wesen. Natürlich habt ihr mega eine Mentalot. Wer kommt denn darauf, dass ihr kein Mental Load habt? Was für ein Schwachsinn, Entschuldigung. Was für eine Übergriäffigkeit, dass Männer nicht auch Verantwortung ergreifen. Ich finde es wirklich tragisch. Ich finde das das wird keinem Geschlecht gerecht.

Also, wir machen es schon meistens echt so. Es muss halt gemacht werden, dann machen wir es halt und dann bedanken wir uns so. Danke, dass du die Kinder ins Bett gebracht hast. Danke, dass du die Küche gemacht hast. Wundervoll, oder so. Und manchmal kann ich sagen, hey, ich habe gerade keinen Bock zu kochen. Kann man doch sagen, oder?

Was sind deine Definitionen von Mental Load? Ich würde es bezeichnen als die Kumulation von allen den Dingen, an die man denken, von denen man denkt, an die man denken soll in einer kurzen Zeit wahrscheinlich noch.

Also ganz ehrlich, ich bin eine Frau und ich gucke jedes Mal die Kleidergrößen bei unseren Kindern nach und auch die Schuhgrößen. Warum soll ich denn auswendig können? Es verändert sich alle weiß ich nicht vier Monate so und deswegen bin ich jetzt eine schlechtere Mutter oder was?

ADHS Diagnose, ähm Hochsensitiv Diagnose, ähm Mental Load Diagnose, das mag ja sein, das mag ja sein, dass es alles ähm der Status Quo ist, aber dann ist die Frage, was mache ich daraus? Und das ist, glaube ich, ähm sehr sehr oft wird so ein bisschen die Verantwortung aus der Hand gelegt.

Was für mich also es steckt ja schon ganz viel was dahinter steckt ist ja eigentlich eine Sehnsucht. Genau. Ein Hilferuf. Ein Hilferuf eigentlich. Und und dieser Wunsch Erwartung, dass es anders sein sollte und jemand einem dabei helfen sollte. Die Gesellschaft sollte anders sein oder die Gesellschaft sollte uns dafür bezahlen, dass wir unsere Kinder erziehen.

Ich glaube, es ist ein Hilferuf. Eigentlich ist es ein Hilferuf. Und aber wieo oft ist ja nicht so, dass es nicht auch vielleicht menschlich ist, ist der Hilferuf so formuliert, dass es eigentlich mega offensiv ist. Und derjenige, der eigentlich zur Hilfe kommen könnte, sich so schon abgestoßen fühlt.

Ich glaube auch, wo man eigentlich in Arm genommen werden möchte, aber dann so genau genau bissig ist oder griffig, dass der andere überhaupt nicht auf die Idee kommt, einen denen Arm zu nehmen. Obwohl das eigentlich das eigentliche ist, was man möchte.

Ich glaube ehrlicherweise, dass das Leben schon immer hart war. Ja, natürlich. Egal zu welcher Zeit du gelebt hast, natürlich. Also unser Hart ist ja wohl so, wo viele sagen, sag mal, geht's noch? Und ja, ich glaube, also wenn du guckst jetzt irgendwie, ich glaube das Hart von tausenden von Generationen vor uns war einfach ein sehr viel mehr physisches Hart. Wo die, glaube ich, also wenn du sie fragen würdest, wahrscheinlich voll gern tauschen würden.

Wir haben uns völlig losgelöst von natürlichen Rhythmen, äh Jahreszeiten, Tages und Uhrzeiten.

Vielen Dank fürs Zuhören.