Vollständiges Transkript
Na Herr Chefarzt, wie sehen Sie denn heute aus? Ich werde alt. Ich kriege schütteres, dünnes Haar. Ich wollte eigentlich auf deinen Adidas-Anzug anspielen, aber... Ja, deswegen.
Jetzt kann ich mich auch gehen lassen, nachdem du Geheimratsecken hinter meinem Hinterkopf entdeckt hast. Nein, das habe ich doch nicht gesehen. Ich habe es nur eingebettet.
Und ich einer Zupfkur unterzogen wurde letzte Woche. Dazu stehst du? Weil ich dir deine Augenbrauen zupfe? Ja, unfreiwillig. Na komm, nur ein bisschen.
Das war mein Geschenk an dich zum Geburtstag. Und du siehst so viel klarer aus. Es sind ja normalerweise immer Männer, die Frauen das schenken, was sie eigentlich gerne selber hätten.
I know. Ansonsten würde ich dir auch das geschenkt, was du eigentlich gerne hättest. True words.
Ja gut, dann sind wir schon beim Thema. Ups. Wieso wird denn da reingerutscht? Ein Schuft, wer böse ist da bei denen? Ich habe das total neutral gemeint.
Ich weiß. Gut, Katharina wollte heute über Sex reden. Oder? Ne, ich wollte nicht darüber reden.
Ich wollte eigentlich gar nicht darüber reden, ich wollte nur ein Statement darlassen. Achso, ja. Wir haben ja auch neulich schon gesagt.
Du bist ziemlich gut geworden mit Statements darlassen, habe ich festgestellt. Wir haben ja neulich schon gesagt. Einfach mal ein Statement darlassen.
Wir wollen ja nicht alles teilen. Also öffentlich meinst du? Genau. Ja.
Aber das Statement, dass Sexualität und GV normal sein sollte, das ist ein Statement. Ja, jetzt bist du natürlich auch eingeladen. Da kannst du so ein, zwei Worte vielleicht mehr dazu verlieren.
Ja, ich will ja nichts teilen. Nein, aber was? Naja, ich habe ja neulich gesagt. Die Tatsache, dass auf dieser Schule, wo unsere Kinder auf die Schule gehen.
Die auf jeder Schule. Die auf jeder Schule, überall wo Kinder unterwegs sind, haben zwei Menschen miteinander geschlafen. Und haben diese Kinder kreiert.
Und dass das so krass tabuisiert wird, finde ich unnötig tatsächlich. Und ich finde es auch ein bisschen schade, dass alle immer davon reden. Dass so nach dem Motto, mit dem Sinn Kinder in die Welt zu setzen, findet es dann meistens noch statt in Partnerschaften.
Und dann irgendwann findet es nicht mehr statt, weil ach ich bin ja so gestresst. Und oh nein, frag nicht. Und ich fühle mich overtouched.
Und was auch immer da irgendwie auf den sozialen Medien darüber gesprochen wird, finde ich so ein bisschen schade. Muss ich sagen. Ja.
Wie siehst du das, Nico? Erzähl. Ich frage mich oft bei diesen, wenn man sagt, es ist ein Tabu. Oder da darf man nicht drüber reden.
Ist das so? Also darf man es nicht, tun wir es wirklich nicht? Es ist ja auch immer eine Bubble. Es gibt dann eine Meinung. Und da sammeln sich dann häufig auch Leute drumherum, die diese Meinung ja irgendwie sehr gut finden.
Und dann wird es halt mega gefeiert, dass man, weiß ich nicht. Zwei Jahre, nachdem das Kind auf der Welt ist, dann irgendwann langsam sich wieder anhält. Oder dass man sich verliert oder auch das Interesse, auch das sexuelle Interesse aneinander verliert.
Oder dass es nicht verloren geht. Das ist ja nicht meistens ein aktiver Prozess, den man sich wünscht. Aber das ist dann unter, ja so ist es halt.
Das muss so sein und dann irgendwann entdecken wir uns hoffentlich wieder. Jaja, also das finde ich immer den schönsten Satz. Jetzt gerade haben wir den Kontakt zueinander verloren.
Aber ich weiß auch, es wird bessere Zeiten geben. Da denkst du, alter kümmer dich halt drum, dass es bessere Zeiten jetzt gibt. Ja, weil sonst... Sonst ist es keine gute Zeit mehr.
Ja, sonst sitzt du bei der Therapie und das muss ja jetzt nicht Schlechtes sein. Ich will überhaupt nicht... Wir haben ja auch genug Menschen in unserem Umkreis, wo bei denen, wo ist die bayerische Konstruktion? Oder schlecht. Bei denen das geholfen hat.
Genau, die Fragen hatten und dann war das voll die gute Lösung. Ja, oder wo man sich auch darüber gefunden hat, dass beide den Therapeuten doof fanden. Und darüber sozusagen, wie man zueinander gefunden hat oder wie auch immer.
Also es gibt schon auch gute Beispiele auch von Beziehungen, die kaputt waren, die wieder zueinander gefunden haben, beziehungsweise die auf der Kippe waren, die wieder gefixt sind. Und das ist ja fantastisch, dass es das gibt. Das eine ist, dass es das gibt.
Das andere ist, dass man sozusagen die Eier hat. Oder irgendwann ist der Schmerz und die Frustration so groß, dass man sagt, wir brauchen Hilfe. Also dass man dann auch die Hilfe sucht und annimmt.
Und das ist auch nicht immer leicht. Und besonders nicht, wenn einer der Meinung ist und der andere nicht. Das ist, glaube ich, schwer.
Da kann ich ehrlich gesagt nicht mitreden. Du bist immer derjenige, der so, Ehrlichkeit, ja, sprechen, ja, bitte und so weiter. Und ich habe schon lange keinen Mann mehr gehabt, der nicht so gut reden möchte.
Schon länger nicht mehr, die letzten 13, 14 Jahre. Das stimmt. Also ich kann mich schon aus vorherigen Mini-Beziehungen daran erinnern.
Ja, wir waren ja beide nicht, sage ich mal, ziemlich fähig bis zu einem Grad, dass man das bis zur Paartherapie geschafft hätte. Das stimmt. Auf dem Weg dahin verendet.
Aber die Frage ist halt, muss es so weit kommen? Ja. Also muss die Frustration so weit reifen, dass man die Hilfe braucht von außen? Genau. Das kann man ja hinterfragen.
Das stimmt. Also es braucht, glaube ich, Achtsamkeit, wie bei so, so vielen Dingen im Leben. Dieses Realisieren, dass sich was in der Richtung bewegt, die eigentlich einem nicht gefällt, die einem nicht gut tut, die nicht gut ist, wie auch immer.
Und wenn wir jetzt nochmal auf dieses Thema zurückkommen, Sexualität, diese körperliche Nähe, dann glaube ich sehr, dass Vertrauen und diese emotionale, mentale Ebene, wie auch immer man es nennen möchte, diese Zuneigung, dass das schon einfach eine krasse Basis ist. Und ich glaube, ich halte nicht so viel davon, vor diesem Make-up-Sex, ohne darüber gesprochen zu haben. Wie, also meinst du streiten, ordentlich streiten? Ja, wir reden nicht, aber wir landen dann trotzdem in der Kiste.
Ja. Das ist so, kann funktionieren, aber dann ist ja trotzdem noch was gar nicht gefixt. Und ich glaube, je näher man sich, eben wie man es nennen möchte, emotional oder Zuneigung oder was auch immer, Vertrauen, je näher man sich da ist, desto wahrscheinlicher ist die Wahrscheinlichkeit, dass... Das hört sich sehr wissenschaftlich an.
Dass es in irgendeinem Mittel endet. Ja. Oder nicht? Doch, wenn du so geredet hast... Und nochmal ganz kurz, um das zu Ende zu führen, ich glaube, das ist das Problem.
Ich glaube nicht, dass das Problem ist, dass man vielleicht nach der Geburt eines Kindes anders aussieht und sich nicht mehr traut, seinen Ehemann nackt zu zeigen oder bei Tageslicht zu zeigen und so. Ich glaube, das sind alles vielleicht Ausreden oder Symptome. Aber ich glaube, dass es dieses klassische, ja jetzt kümmern wir uns nur noch ums Kind und wir verlieren uns gerade, ich glaube, dass es daran liegt, dass man dann auch eben dieses Physische verliert, leider.
Da hast du jetzt eine Riesen... Ja, ich habe ganz viele Gedanken dazu. Erzähl. Ich werde wahrscheinlich die Hälfte unterwegs vergessen.
Weil du das gesagt hast, so Vertrauen und... Also ich glaube, es ist ganz wichtig, eine Fähigkeit sozusagen, über so Themen wie Sexualität auch in Beziehungsanfangszeiten zu sprechen. Also kann man überhaupt darüber sprechen? So, miteinander. Ist das eine Frage, oder? Es ist eine rhetorische Frage.
Und? Kann man? Ja, kann man, soll man. Aber sozusagen, kann man das in seiner Beziehung? Also hat man das schon etabliert? Also bevor Kinder kommen? Ja, eben, vielleicht nicht ganz am Anfang, vielleicht nicht beim ersten Date, würde ich vorschlagen. Ich habe es eigentlich auf der Agenda.
Was machst du beruflich vor dich sozusagen? Aber grundsätzlich ist es ja schon was, wie du sagst, es ist sehr schambehaftet und erfordert auch ein gewisses Grad von Reife. Die ist ja nicht altersabhängig, die Reife. Also in der Lage zu sein, was möchte ich, was tut mir gut, was tut mir nicht gut.
Und, also, was wollen wir zusammen? Das ist ja auch nicht immer das Gleiche. Und vom Partner das Gleiche. Aber dass man in der Lage ist, überhaupt, sage ich mal, drüber zu reden, bei Tageslicht oder währenddessen.
Also sozusagen, weißt du, das ist alles aus diesem Hollywood-esken, wir machen das Licht aus, ziehen die Decke über den Kopf, reden nicht und die Kamera schwenkt dann weg und dann magically something appears. Aber letztendlich ist es ja nichts anderes als Kommunikation, eben auf einem anderen Level. Ja, auch, aber ich glaube tatsächlich daran, dass auch neben dieser Kommunikation auf einem anderen Level, körperlich mit allen Seelen und so, dass tatsächlich auch der Akt des drüber Redens ein integraler Bestandteil ist.
Und warum ich das glaube, ist, dass es nicht leicht ist, vor allem wenn man komische Erfahrungen gehabt hat, vorher in Beziehungen oder Non-Beziehungen. Oder wenn man schon lange nicht darüber geredet hat. Genau, und die haben wir halt alle.
Wir haben alle komische Erfahrungen. Ich frage jeden Menschen auf der Welt irgendwie. Ich glaube, es gibt keinen, der sagt irgendwie, war von Anfang bis Ende eigentlich cool, cool, cool.
Und genau, also wenn man noch nie darüber geredet hat, ist es schwer. Und wenn du sozusagen schon, also in der Hochphase deiner Beziehung, in der Honeymoon-Phase, bevor der Alltag kommt und das verpflichtende siebte Jahr, man sich nicht mehr sieht, man nur noch im Jogginganzug voreinander sitzt und sich nicht mehr fein macht irgendwie, mit schütterendem Haar. Machen wir morgen Abend.
Ja, ich weiß, wir machen das auch für ihr häufig. Deswegen hier edel abgefangen. Aber wenn man es schon da nicht schafft, darüber zu reden, auch über seinen eigenen Körper, und was man vielleicht schön findet und was man nicht so schön findet, wo man Zweifel hat, wie willst du es denn dann machen, wenn so ein Major-Event wie eine Geburt und ein Kind in dein Leben pflügt und alles auseinander nimmt und alles anders ist und man sozusagen nicht mehr viel schläft.
Hormonell. An allen Ebenen, ja, und das gilt ja für Männer genauso. Und es gibt genug Männerkörper, die sich unter der Schwangerschaft genauso verändern.
Aber das ist glaube ich nicht hormonell. Das ist willentlich gestolpert. Ja, ja, natürlich.
Was heißt willentlich gestolpert? Na, Essen. Ja, ja, natürlich. Aber was ich damit sagen möchte, ist... Ändern sich die Hormone bei Männern, wenn das Kind da ist? Ja, ich glaube schon, auf jeden Fall.
Also so im Sinne von Schutzinstinkt und so weiter, oder? Ja, da kommt das schon auf. Jetzt bewege ich mich auf dünnem... Das ist ja mein Arm jetzt. Ja, aber mit Sicherheit.
Ich weiß jetzt nicht, was Oxytocin für lange Zeit Effekte auf den Körper... Aber auf jeden Fall, da geht schon auch was. Okay, aber das war nicht Teil des Medizinstudiums. Nicht in dem Detail, leider.
Damals nicht. Damals nicht, nee. Wir hatten ja nichts früher.
Okay. Ich habe mit einer Tonine Bücher von 1930 gelernt. Aber hattet ihr Computer zum Lernen? Ja, wir hatten Computer, aber nichts zum Lernen.
Das war so... Das war echt aus Büchern, oder? Ja, das war wirklich der Großteil aus Büchern. Egal, wir werden besidetracked. Aber wie sind wir jetzt da hingekommen? Ach so, genau.
Veränderung. Also bei beiden verändert sich ja wahnsinnig viel. Also körperlich, mental, alles.
Der Fokus verändert sich. Der Fokus. Und man sagt ja sozusagen, die zwei Major... Also aus Sales-Sicht sind ja die zwei Major-Events im Leben eines Menschen.
Hochzeit und Geburt eines Kindes. Das ist da, wo dein Leben so grundsätzlich aus den Angeln gehoben wird, wie sonst nie. Wo du vulnerable bist, wo du deine ganzen Habits änderst, weil einfach alles so grundsätzlich sich verändert.
Und aus Sales-Sicht meinst du, dass da man am meisten verkaufen kann den Menschen? Du kannst am meisten Kaufverhalten ändern in den Phasen. Und deswegen, das hat diese Geschichte, die ich dir erzählt habe von Target in den USA, wo sie so einen Mathematiker beschäftigt haben, der herausgefunden hat, dass wenn Frauen eine Kombination aus Feuchttüchern und irgendeiner Creme kaufen, dann sind sie im zweiten Trimester schwanger. Und dann haben sie denen so Werbebroschüren geschickt auf Schwangerschaftssachen.
Basiert mit Coupons und so. Und es funktioniert wie sonst noch was. Und es ist nur aufgeflogen, weil ein Vater die verklagt hat, weil die seiner 16-jährigen Tochter so Babywerbungen geschickt haben.
Krass. Und dann ist das alles vor Gericht gekommen. Dann mussten die erklären, wie ihr Algorithmus funktioniert.
Das war ja noch vor KI und dem ganzen Kram. Da saß ein Mathematiker und das ausgerechnet hat. Voll der schlaue Typ.
Und dann mussten die das offenlegen. Und sind verurteilt worden, dass man das nicht darf. Blablabla.
Und am Ende des Tages musste sich der Vater aber entschuldigen, weil seine Tochter war tatsächlich schwanger. Und sie durften dann das nicht mehr weitermachen. Und dann haben sie aber trotzdem weitergemacht und haben aber die ganzen Schwangerschaftssachen auf der einen Seite für kleine Jumpsuits, was weiß ich, Windeln und so was.
Und daneben Rasenmäher und Motoröl. Damit es nicht so offensichtlich ist, aber für die, die halt schwanger waren, hat es halt trotzdem funktioniert. Und die Männer konnten sich dann das Motoröl kaufen.
Ja, die Männer konnten sich das Motoröl kaufen. Also doppelt gewinnt es sozusagen. Ja.
Aber deswegen... Also auf eine Art kann man eigentlich sagen, wenn man sich selber einen Gefallen tun möchte, dann hat man sein Shit together. Sowohl persönlich als auch in der Beziehung, bevor man schwanger wird. Ja.
Ich finde es immer ein Riesenanspruch zu sagen, dann hat man sein Shit together. Ja, vor allen Dingen, was ist auch dein Shit? Viel Shit kommt auch erst raus, wenn es sozusagen... Eben. Ich nehme es zurück.
Also sagen wir mal so, weil eben das Leben kommt dann schon und dann darf man wieder mit den Herausforderungen konfrontiert werden und mit denen und so weiter. Aber man kann sagen, vielleicht eben habt vielleicht eine gute Routine als Paar. Habt eine gute Routine als Single auch natürlich.
Unformuliert. Man habe eine gute... Nicht sagen, have your shit together, weil das ist vielleicht ein utopischer Anspruch. Wer hat das schon, als ob wir es hätten.
Als ob das so ein dauerhafter Zustand wäre. Ja, aber habt die Basis klar. Das sind so ein paar grundlegende Sachen.
Das ist, dass man miteinander redet, wie man miteinander redet und dass man über alles miteinander redet. Weil dann ist es auch einfacher, danach zu sagen, pass auf, mein Körper hat sich so und so verändert. Ich fühle mich so und so.
Was machen wir jetzt? Wie geht es dir? Was sind deine Bedürfnisse? Können wir eine andere Lösung finden? Und das eine ist das, und ich glaube es führt schon sehr viel immer wieder zurück auf sich selbst wahrnehmen, was wieder zurückführen kann auf Meditation. Also wenn ich mir selbst nicht bewusst bin, was sich bei mir verändert, womit ich mich gerade herausfordere, mit welchen Emotionen ich gerade konfrontiert bin, was meine Ängste sind. Wenn mir das alles nicht bewusst ist, wenn ich merke, dass das und das meine Grenzen überschreitet, kann ich es auch eher nicht so gut kommunizieren.
Ja, aber wenn du es nicht geübt hast vorher, dann sind das ja ganz viele schambehaftete Emotionen und Gefühle. Ja, ich habe dich ja gefragt vor der ersten Geburt, wie das für dich ist, oder ich glaube wahrscheinlich auch nach der Geburt, wie das für dich ist oder war, eben bei der Geburt dabei zu sein. Also das ist jetzt auch keine krasse Frage, aber im Sinne von, dass du alles siehst.
Du meinst, dass ich nicht traumatisiere. Also man kann ja auch als Mann davon traumatisiert werden. Kommt ja auch drauf an, glaube ich, wie die Geburt läuft, muss man sagen.
Ja, absolut. Und ich finde, du hast halt schon einen Riesenvorteil, dass dir halt Blut nichts ausmacht. Andere Menschen sind nicht so viel mit Blut konfrontiert.
Ich habe vielleicht auch ein paar mehr Geburten gesehen vorher. Ja, das musst du mir nochmal erzählen. Aber du hast auf jeden Fall offene Körper gesehen.
Ja, auch das. Aber wo hast du noch über Geburten gesehen? In Afrika. Von meinem anderen Bruder.
Okay, gut, dass wir darüber auch gesprochen haben. Oh, das habe ich dir auch erzählt. Ich dachte, das hatten wir geklärt.
Wer würde es wussten? Man hat ja auch Geburtsmedizin im Studium. Da ist man dabei. Also lernt man nicht nur chirurgisch.
Also ich kann mich jetzt nicht zum aktuellen Curriculum äußern, aber das sollte schon. Theoretisch und praktisch? Also man sollte schon, ja, schon. Und dann, dass du im Zweifelsfall eben überall, wo ein Arzt gebraucht wird, eine Geburt durchführen könntest.
Also ich glaube, das ist theoretisch der Anspruch. Also jetzt ohne jemandem zu nahe zu treten, aber ob der Augenarzt, der hat 25 Jahre lang Augenarzt gepraktiziert, Augenarzt zur Medizin gepraktiziert hat. Aber du würdest es zutrauen? Ja, aber ich bin da glaube ich ein bisschen näher dran.
Inwiefern? Also jetzt durch deine persönliche Erfahrung oder durch deine medizinische Erfahrung? Ja, also beides. Weil ich ja sozusagen die letzten Jahrzehnte in einem Hochvolumen, großen Zentrum gearbeitet habe, wo ich auch mal im Kreißsaal bin. Das ist nicht häufig so, aber... Also medizinisch kann ich das natürlich gar nicht einschätzen.
Wo ich hundertprozentig überzeugt bin, ist, dass du es emotional und menschlich krass auffangen würdest, weil du gefühlt einfach jeden auffängst. Der Gott in Bayern. Das sagst du nur so.
Das sagst du nur so. Nein, aber zurück zum Thema. Du kannst auch Komplimente annehmen.
Ja, da hast du recht. Habe ich selber sogar neulich. Ich weiß.
Folge 63. Unsere vorletzte Folge darüber geredet, ja. Und wegen Breinhardt, genial.
Aber zurück zu dem eigentlichen Aufhänger. Also ja, du hast mich gefragt, wie das für mich war. Und das habe ich geantwortet.
Gut. Du hattest die Frage aufgeworfen. Ich weiß nicht, wohin du damit wolltest.
Du meinst jetzt, dass du bei der Geburt dabei warst. Ja, du hast mich gefragt, ob ich bei der Geburt dabei war. Dann habe ich gesagt, ja.
Ich war dabei. Nein, einfach. Sowohl, glaube ich, nochmal zu... Wir haben ja ganz viel darüber gesprochen, oder? Ja.
Deswegen ist es ja so eine Frage, wie man die nicht fragen kann. Aber ich glaube, wir kennen schon einige, die zumindest emotional, glaube ich, ganz schön was aufzuarbeiten hatten. Was ja auch, wie gesagt, von Geburt zu Geburt unterschiedlich sein kann.
Natürlich. Wie gesagt, wenn du... Wir waren, ja, lucky, möchte ich nicht sagen. Ja, auf eine Art waren wir lucky.
Wir haben unseren Teil dafür getan, glaube ich. Trotzdem... Kannst du auch nicht eher sagen. Genau.
Trotzdem auf jeden Fall auch die Demut behalten, dass sozusagen alles anders sein kann, als man sich das vorstellt. Aber ja, wir hatten auch Glück. Kann man so sagen.
Aber wenn ich überlege, dass für mich ein Krankenhaus immer wieder auch mit Demut behaftet ist und Ehrfurcht und Respekt und irgendwie ist es nie so ein Ort, wo ich mich jetzt so krass wohlfühle, wenn wir dich dann abgeholt hatten oder so. Und das ist ja für euch, deren Leben das stattfindet leider, es ist ja eben was anderes. Deswegen kann man schon verstehen, dass alle, die nicht Mediziner sind, einfach all das noch mal ganz anders wahrnehmen.
Natürlich. Natürlich. Und dann ist es eine Extremsituation.
Wobei es ja auch echt wirklich viele schöne Kreise gibt. Ich habe jetzt noch eines gesehen. Irgendwie haben sie im West-Dänemark irgendwie, es ist so mega das Ding mit so, wo so die Wände aus so Displays sind, wo dann hast du so ein Full-Surround-Bild von, was weiß ich, Strand.
Ach, krass. Oder, also was auch immer dir gut tut, irgendwie Regenwald mit Geräuschen. Das ist genau das, wo ich zu dir unter der Geburt gesagt habe, ich füge dich weg mit deiner Playlist.
Ich glaube, du willst dann keine Regenwald-Geräusche mehr haben. Nee, natürlich zum gewissen Zeitpunkt nicht mehr, aber es ist besser als ein steriler Raum, der ausschaut wie eine Waschküche. Und es ist bestimmt auch gut gemeint.
Genau. Und ich finde, da sind wir schon lange gekommen, also die Kreissäle, in denen wir waren, also die waren jetzt sicher nicht mit Hightech und Regenwald. Ja, aber die waren sehr schön.
Aber die waren, ja, sehr schön, aber die waren schön. Okay, schöne Räume, so fand ich jetzt. Also es war jetzt nicht... Okay, aber wir wollten eigentlich nicht über Rübenwald-Karte sprechen.
Nee, aber irgendwie sind wir jetzt da gelandet. Nee, aber eben ist... Aber es gehört ja auch zum Thema. Ich wollte gerade sagen, also das ist ja eben nicht so weit weg.
Jeder spricht darüber, willst du Kinder haben, oder wie viele Kinder willst du haben, und hast du Kinder? Also alle sprechen über Kinder, aber keiner spricht darüber, wie die eigentlich entstehen. Ja, und wie sie rauskommen. Ja, das ist jetzt auch nicht das Thema.
Nee, aber... Nicht das Thema, aber wenn wir darüber reden, was das für einen Effekt im Nachhinein auf die Beziehung haben kann, auf das Liebesleben, dann ist das, finde ich, schon ein Thema. Okay, dann ist es natürlich das Thema. Also, so, dann kann man, also wenn man Alpha sagt, dann kann man da auch Omega sagen, sozusagen, und den gesamten Bereich angucken und darüber reden.
Also, ich glaube, deine Frage zieht ja so ein bisschen darauf ab. Also, hast du das gesehen, hat es was mit dir gemacht, auch mit der Art und Weise, wie du mich anguckst, oder war das nicht so ein bisschen, was dahinter steckt als Frage? Und dann kommt der spannende Punkt eigentlich. Also, zum Beispiel, wir haben jetzt so eine Frage.
Haben wir sozusagen, haben wir in unserer Beziehung ein Vertrauen, das tief genug ist, dass ich dir sagen kann, ja, es hat sich verändert. So. Und es macht mir Angst, weil ich eigentlich nicht will, dass es sich verändert, oder ich will gerne, dass es nicht so war wie vorher, aber es ist jetzt halt irgendwie anders.
Vielleicht ist es auch schlechter, aber es ist anders. Was machen wir jetzt damit? So, ohne dass dann bei dem anderen sofort, sage ich mal, die Glühbirne durchbrennt, so. Ich wusste es schon.
Ja, oder ich jetzt, was weiß ich, das war es mit der Beziehung, oder keine Ahnung, irgendwie so. Also dieses ehrliche Mitteilen, was eben Mut bedeutet, was aber auch eigentlich als Voraussetzung haben muss, dass das Gegenüber sich das anhören kann. Und das, finde ich, ist ja leicht gesagt.
Das ist ja bei uns in diversen Gesprächen auch nicht immer so gewesen, dass du so, ah ja, okay, cool. Das hast du ja auch schon mal geteilt. Das ist ja unsere Truth Bomb Matrix, wo du nicht weißt, was sozusagen rauskommt.
Genau. Das ist auch okay, wenn man es nicht anhören kann. Also ist auch okay, wenn bei einem selber was explodiert so, solange man weiter im Gespräch bleibt.
Also solange man weiter darüber redet. Und dann nicht dieses, ich mache nicht, haben wir das schon oft drüber geredet, es macht mich rasend in diesen Filmen. Ich sitze dann immer neben denen.
Ja, wo dann sagt, also dann hat einer sozusagen den Mut und öffnet sich und sagt es. Dann geht beim anderen die Wand runter. Und dann redet man vier Tage nicht, zwei Monate lang nicht.
Dann trennt man sich auf Zeit. Oder keine Ahnung. Also diese ganzen, was ja total normalisiert ist in Filmen.
Und das ist schon mein Vorwurf. Also wie lernen wir, mit solchen Situationen umzugehen? Also wir lernen entweder darüber, wenn wir offen miteinander reden, das tun wir nicht. Also wie viele schon.
Geht schon, aber. Ja, wir zwei, aber. Also mit wie vielen, und da können wir uns tatsächlich auch so ein bisschen an der Nase packen, aber mit wie vielen auch von unseren engen Freunden sitzen wir da und reden über sowas.
Kann ich an einer Hand abzählen. Das heißt, da haben wir sozusagen wenig Feedback. Ja, dann hast du vielleicht jetzt heutzutage geguckt, ihr fragt in der Chat-GBT um alles.
Was jetzt in Sicherheit auch nicht, sag ich mal, der beste Ratgeber da drin ist. Ich bin kein Beziehungsratgeber, bitte, bitte nicht. Und? Ich finde es übrigens gut, dass wir nicht mit der Chat-GBT groß geworden sind.
Ja. Ich frage die eigentlich nur so Fakten. Angeblich, habe ich gestern gelesen, fragen eine Million Leute pro Tag weltweit über Suizid.
Echt? Oh Gott. Finde ich krass. Aber das ist ein völlig anderes Thema.
Das finde ich auch krass, das hat mir auch jemand erzählt, war auch ein total anderes Thema. Aber die KI kann dir quasi, gibt dir eben Suizid oder gibt dir irgendwie auch jetzt einen Plan, wie du am besten die Bank ausrauben kannst. Also die hat ja kein moralisches... Ja, doch, eigentlich sind da sogenannte Guardrails installiert.
Aber man kann die halt ein bisschen, ja, es ist halt, je komplexer die Dinge werden, das ist ja auch so ein Sport geworden von ein paar Leuten sozusagen. Kannst du jetzt den Chatbot dazu bringen, irgendwelche Chemie-Cocktail-Sachen irgendwie da rauszulassen, die es eigentlich nicht dürfte. Weg vom Thema, aber worauf ich eigentlich hinaus möchte, ist, also mit unseren Eltern reden wir nicht drüber.
Vielleicht mit Großeltern, deine Großmutter war jemand, die sozusagen dahingehend, sag ich mal, sehr frank war. Stimmt, aber das ist auch pauschal gesagt. Also wenn du sagst unsere Eltern, dann meinst du unsere Eltern und das würde ich so pauschal nicht unterstreichen.
Du meinst, glaube ich, allgemein. Genau. Also ich rede von uns als Gesellschaft sozusagen oder Generation, was es als Generation steht.
Vielleicht mit anderen Generationen kann ich mich nicht so äußern. Aber sozusagen, also das ist jetzt nicht gang und gäbe, dass man es mit der Elterngeneration bespricht, nicht mit den Freunden. So, dann liest man sich halt irgendwas zusammen oder man, und das ist halt wieder dieses Unbewusste.
Wir gucken halt, was weiß ich, wie viele Serien und Filme, wo das halt, ja, da werden halt Beziehungen, RomCom ist ja Kategorie Nummer 1 bei Netflix. Das wird ja rauf und runter bespielt, dieses Thema, eben weil es so wunderbar dramabehaftet ist und turpelhaft und situationskomisch. Man kann ja alles daraus machen, aus diesen Klischee-Situationen.
Und wir haben ja, also in Dänemark ist ja irgendwie offenbar so ein Fable oder unser Algorithmus spuckt uns das immer aus, welche Kinder kriegen Probleme und Patchwork-Familien und die dänischen Filme. Und auch da werden aber diese Stereotypen genauso bedient irgendwie. Und das, ja.