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Eifersüchtig – und der Partner nackt in der Sauna mit Kollegen?

Edel Abgefunkt · Folge 60 · mit Katharina Giegling und Nicco Krezdorn
Veröffentlicht: 2. Oktober 2025 · Dauer: 45:08

Edel Abgefunkt mit Katharina Giegling und Nicco Krezdorn — Musikerin und Arzt, zwei Jobs, mehrere Kinder. Alltag und Partnerschaft kommen oft zu kurz: wenig Paarzeit, viel Mental Load, kaum echte Pausen. Darüber reden sie so, wie es ist — ohne Hochglanz.

Kurzantwort

Eifersucht fühlt sich nach dem Partner an – steckt oft aber in eigenen Gedanken. Folge 60 zerlegt Hormonschwankungen in der Schwangerschaft, nackte Sauna mit Kollegen, Flirten trotz Ehe und warum radikale Ehrlichkeit Misstrauen abbaut. Nicco war nie eifersüchtig; Katharina schon – und genau darüber reden sie.

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Häufige Fragen zu dieser Folge

Worum geht es in Edel Abgefunkt Episode 60?

Katharina und Nicco nehmen Eifersucht auseinander: hormonelle Phasen in der Schwangerschaft, Niccos Sauna mit Kollegen, Vertrauen, Flirten und warum ehrliche Kommunikation Beziehungen rettet – nicht das Verbot von Gefühlen.

Warum war Katharina eifersüchtig – und Nicco nicht?

Katharina beschreibt Phasen, etwa schwanger und ausgeschlossen von Familienwochenenden, oder die Vorstellung von nackter Sauna mit Kolleginnen. Nicco sagt, er war nie eifersüchtig auf sie – weil er sich mit der Beziehung sicher fühlt und sie alles aussprechen.

Was bedeutet „Ask yourself: Is it true?“ hier?

Katharina nutzt die Frage, um Eifersuchtsgedanken zu prüfen: Oft entsteht das Gefühl aus einem Gedanken („er amüsiert sich ohne mich“), nicht aus einem Beleg. Das führt zu Selbstzweifeln – und hat mit dem eigenen Innenleben zu tun, nicht zwingend mit dem Verhalten des Partners.

Dürfen sie andere Menschen attraktiv finden?

Ja – sie haben für sich beschlossen, dass es andere wundervolle Menschen geben darf, ohne dass das die Beziehung zerstört. Der Punkt ist, es auszusprechen. Druck entsteht eher, wenn der Partner „der Einzige in allen Bereichen“ sein muss.

Was hat Ehrlichkeit mit Fremdgehen und Nähe zu tun?

Sie finden es unbegreiflich, wie jemand jahrelang eine Affäre führen und trotzdem Normalität vorspielen kann – oft fehlt vorher schon Nähe und Gespräch. Fremdgehen sehen sie eher als Symptom; heilsam sei, wahr zu sich zu sein und zu kommunizieren, bevor Geheimnisse zwischen einem stehen.

Vollständiges Transkript

Automatisches Transkript (TurboScribe/Whisper-Quelle). Kann Hörfehler enthalten. Quelle: Episode-Audio aus dem RSS-Feed.

Schon wieder ein neues Studio. Wir wissen gar nicht, wohin mit dem Geld. Wir bauen lauter neue Studios die ganze Zeit. Geniale professionelle Studios. Warum bist du eifers�chtig auf mich? Auf dich? Warte, lass mich �berlegen.

Wie kann man auch �ber jemanden eifers�chtig sein?

Nein, M�nner sind nicht eifers�chtig auf jemand anderen, der mit dir Zeit verbringt.

Das ist die Frage, worauf man ist sozusagen.

Ich bin eifers�chtig, dass du manchmal zwischen 7 und 8 Uhr schon produktiv sein darfst.

Okay, das ist jetzt nicht so eine Beziehungseifersucht. Das ist jetzt mehr so eine Zeiteifersucht.

Lass mich noch �berlegen, bin ich eifers�chtig, dass du Mann bist? Nein, bin ich nicht. Ansonsten bin ich, glaube ich, nicht eifers�chtig. Auf dich.

Das ist echt spannend, ich hatte noch gar nicht so dr�ber nachgedacht. Man ist eifers�chtig auf seinen Partner, aber eigentlich ist man eifers�chtig auf jemand anderen.

Genau, also man sagt, man ist eifers�chtig. Und wenn man dann fragt, auf wen bist du eifers�chtig, dann w�re ich auf eine potenzielle Mitk�mpferin. Meine Kollegin. Beispielsweise.

Ella. Andere Frauen auf diesem Universum. Hast du Grund zur Eifersucht? You tell me.

Ja, nachdem das mit Paris aufgeflogen ist.

Das war so geil, der Witz. Also auf jeden Fall. W�rde ich sagen, wenn ich eifers�chtig bin, dann nur per Scherz eifers�chtig.

Und I'm truly not envious. Sagt man das neidisch? Jealous ist eigentlich eifers�chtig.

Envious ist neid. Stimmt, jealous. Bin ich nicht.

Und ich finde, wir haben auch das so voll aus der Welt geschaffen. Diverse, wie sagt man, Missvertrauen. Misstrauen.

Und es gab eine Zeit, wo ich schon eifers�chtig war. Wo ich schon so eifers�chtige Phasen hatte. Ja.

Also einmal, als ich mit unserem ersten Kind schwanger war, da war ich ja sowieso ein bisschen anders drauf. Da war ich zum Beispiel eifers�chtig, als du ein Wochenende mit, ich dachte, deinem Vater und deinen Br�dern verbringen durftest, aber keine Frau erw�nschen w�rdest. Da hab ich erfahren, dass alle da waren, nur ich nicht.

Das fand ich schwierig. Das waren bestimmt auch die Hormone. Und dann, als du dann mit deinem Kollegen ... Also es war nur meine Kernfamilie.

Ja. Und dann musstest du dann auch fr�her nach Hause kommen. Das haben sich alle gemerkt �brigens.

Und dann ein Kongress von dir, wo du dann mit deinen Kollegen in der Sauna abgest�rzt bist. Ja, aber da ist ja nichts passiert.

Abst�rzen ohne passieren, wie kann das funktionieren? Wir waren in der Sauna.

Genau. In Deutschland, wo man nackt in die Sauna geht. Ja.

Warst du da ganz, ganz nackt? Ja. Haben die dich ganz nackt gesehen? Ja, auch das. Und du sie auch?

Wir haben uns in der Sauna kennengelernt. Ja, ich wei�. Ja. Die auch, hast du auch kennengelernt?

Es gab vor dir Saunen und es gab auch nach dir Saunen, wo ich unbegleitet unterwegs war. Wie das in Deutschland an allen Saunen auch der Fall ist. Ich wei�. Wo du auch dabei bist.

In Leipzig, wo sie dann splitterfasernackt ihr Handtuch schwingen, um noch den Aufriss zu machen.

Ja, spannend zu h�ren. Hatte ich gar nicht mehr so in Erinnerung.

Aber das wusstest du schon mit den Kollegen zum Beispiel.

Aber nicht, ich habe das nicht unter Katharina Eifers�chtig in Erinnerung gespeichert. Doch, doch. Da sa� ich zu Hause.

Ich wei�, dass wir die ganze Zeit dar�ber geredet haben.

Ja, aber dann ist es doch klar, oder nicht? Oder was sollte es sonst gewesen sein, wenn wir dar�ber reden? Wir reden ja �ber alles.

Ja, aber ich habe glaube ich schon, das war f�r mich ein ganz komisches Gef�hl, aber da waren wir noch nicht so lange zusammen oder irgendwie so. Das war 2014 oder so. Da hatten wir ja schon zwei Jahre. Kann aber auch 2013 gewesen sein.

Das war doch auf so einer H�tte, wo ihr Skifahren wart. In Harz.

Nee, das war wieder was anderes. Das eine war irgendwo in �sterreich.

Das war das, glaube ich. Von Leipzig nach �sterreich? Ja, da war der Kongress.

Ich habe dir das aber erz�hlt und mich gefragt, ob es okay ist. Ja? Und?

Ich habe gesagt, ja. Aber dann war es hinterher vielleicht nicht okay. Ist ja auch okay.

Ich glaube nicht hinterher. Nein, hinterher nicht. Es war nur dieses Gef�hl.

Aber ich glaube, dieses Gef�hl kommt daher. Das war wie mal wieder. Ich habe heute auch sowas gepostet.

So, ask yourself, is it true? Also immer wieder. Und das Gef�hl war aus einem Gedanken heraus entstanden. Und der Gedanke war ...

Ja, wie immer. Immer irgendwelche dummen Gedanken.

Nicht immer, aber ... Ja, oft. Ja, aber der Gedanke war halt so, okay, er am�siert sich.

Und es war jetzt nicht so ein krasses Misstrauen, dass ich gedacht habe, dass du wirklich fremd gehst. Aber es war irgendwie so, dass ich mich wahrscheinlich ausgeschlossen gef�hlt habe. Und dann f�ngt man an, weiterzuspinnen und weiterzudenken.

Und dann f�hlt man sich vielleicht noch irgendwie schwach. Und sein Warta ist hoch und blablabla. Und dann f�ngt es an, in Zweifel einfach sozusagen auszuatmen.

Selbstzweifel letztendlich. Und dann hat es wieder was mit einem selbst zu tun.

Es hat ja immer mit einem selbst zu tun. Genau.

Aber ich glaube, oder was ich mir vorstellen kann, dass es ja auch damit zu tun hatte, dass wir ... Jetzt habe ich zwei Gedanken gleichzeitig, muss ich aufpassen. Dass wir zu dem Zeitpunkt ...

Naja, das war ja schon auch sozusagen die Anfangszeit mit dem wirklich einmal w�chentlichen Radikal-Ehrlich-Sitzungen und so, wo ich dir dann auch erz�hlt habe, dass du ja nicht der Einzige bist, der ein Mind-Karussell hat. Und ich habe dir Minds halt auch geteilt. Und sozusagen, dass wir aus einer anderen Situation wissen, kann ja ...

Egal, ich glaube, das f�hrt uns ein bisschen zu weit hier. Ich glaube, ich wei�, was du meinst.

Alles bei Gruppen unter f�nf muss man statistisch auch aufpassen. Darf man nicht angeben, kann zur�ckverfolgt werden. Wie Gruppen unter f�nf?

Also, wenn du Ergebnisse hast von Patienten, das sind weniger als f�nf Patienten, dann kann man das nicht ... Soll man das nicht angeben? Dann schreibt man immer kleiner f�nf. Egal, einfach nur ...

Wenn du jetzt weitergehst, dann wei� man, was gemeint ist, oder was meinst du?

Ja, genau. Also sozusagen, um die Privatsph�re von anderen Leuten zu sch�tzen. Unsere ist ja eh schon hin�ber.

Aber ich glaube, das hat schon auch was damit zu tun. Das war mein einer Gedanke. Mein anderer Gedanke war ...

Und das kann ich auch beantworten. Mein anderer Gedanke war eine Frage, ist das weniger geworden, diese Art von Gedanken? Und ja, das ist es.

Nein, weil es ist ja eine berechtigte Frage, erz�hlt man es nicht oder hat man es nicht?

Genau. Also, ich m�chte hiermit sagen, dass wir, glaube ich, beide f�r uns beschlossen und erkannt haben, dass es neben dir als fantastisch wundersamen Mann andere wundersame Menschen und M�nner geben kann und neben mir als Whatever-Frau andere sehr attraktive Frauen geben darf und kann. Und ich fand diese Erkenntnis und diese Erlaubnis auch, dass ich auch andere M�nner sch�n finden kann und auch attraktiv finden kann, ohne dass das was mit unserer Beziehung macht und ohne, dass ich mit denen ins Bett steigen muss und ohne, ja, dass das was bedeuten muss, auch, dass ich die jetzt sch�n finde. Genau. Wei�t du?

Aber der Punkt ist halt sozusagen, dass du mir das sagst. Ja. So. Darum geht es ja im Endeffekt.

Ich finde das aber auch voll die Erleichterung. Also so, you are my one and only und meine gro�e Liebe, was ich es dir noch nie gesagt habe. Aber eben es darf andere M�nner geben, wie gesagt, ohne dass das jetzt gleich in irgendwas auch rauslaufen muss.

Aber wei�t du, ich finde diese Hybris zu glauben, dass es der einzige Mensch ist, der sch�n ist und der einzige Mensch, der alle Talent hat und gro�artig ist und alle anderen sind nicht wertig, das ist ja, finde ich, ein falscher Ansatz.

Ja, genau. Das macht dann auch wieder... Gro�e Erwartungen.

Genau. Das erzeugt ja auch wieder sehr viel Druck, der dann auf dir als Partner lastet, wenn sozusagen du der sch�nste, gr��te, tollste und beste sein musst. In allen Bereichen.

Ja. Ich glaube, wir flirten auch beide ein bisschen manchmal. Oder nicht?

Du, ich glaube, du mehr als ich, glaube ich.

Ja? Und ich finde es manchmal ganz spannend, weil wir ja tats�chlich kein Zeichen von Ehe an uns tragen. Kein Ehering.

Das K�tzchen kann niemand interpretieren. Ja, stimmt. So, ne?

Du hast den Nasenring ja leider abgelehnt.

Das ist ein bisschen geil. Der eingravierte Nasenring. F�r immer dein.

Aber wenn, dann bitte hier so in der Mitte. Ja. Aber ich finde zum Beispiel flirten, w�rde mich dann auch so ab und zu befallen, dass ich drei Kinder habe und einen Ehemann. Dann ist der Flirt auch schon vorbei.

Nee, dann ist es ein mega freies Flirten. Dann wissen wir beide, wohin das f�hrt. Zu nichts. Und ich habe dir ja schon viel erz�hlt.

Das kannst du ja nur sagen, weil du sozusagen in dir selber hustelst.

Ja, und weil ich eine gl�ckliche Beziehung habe.

Stimmt, stimmt. Wei�t du, das kann man daraus nun mal so nicht ableiten.

Und ich habe dir, glaube ich, schon sehr oft erz�hlt, wie Musiker manchmal leben, wenn sie auf Tour sind.

Ja, und wie wir beide aus eigener Erfahrung wissen und auch eine Phase hatten, in der wir gerade spezifisch Leute in Beziehungen gedatet haben. Die vergeben waren. Genau. Damit wir uns ja nicht binden m�ssen.

Genau. Was aber sozusagen umgekehrt auch hei�t, dass es �berhaupt nichts aussagt. Stimmt.

Die Tatsache, dass man in Beziehung ist. Ich finde, manchmal haben diese Volksweitheiten, Weisheiten, diese Spr�che sind ja manchmal total dumm. Und trotzdem manchmal auch irgendwie steckt was drin. Dieses G�ssen wird zu Hause. Ja, schon.

Genau, das habe ich auch gerade gedacht.

Jedes Appetit holen kannst du dir �berall oder so. Ja, genau. Was lachst du jetzt hier so? Was ein lustiger Spruch ist. G�sse wird zu Hause. Ja.

Witzigerweise haben wir uns ja kennengelernt. Und ja, wenn ich ja dann so, dann streiche ich immer mit meinen Haaren hier so die Wand und dann ist unsere Editor, beschert sich dann. Ja.

Auf jeden Fall ist das so gut, dass wir uns kennengelernt haben. Und dann bist du, glaube ich, drei Monate sp�ter, im M�rz, oder? Ja.

Bist du dann nach Brasilien geflogen mit deinem sehr guten Freund, der damals auch Single war, glaube ich. Ja. Der auch gerade so am Anwandeln war.

Ja. Und dann habe ich ja gesagt, hey, ich werde nicht im Weg stehen. Du hast es bestimmt so Brasilien, hast es bestimmt so geplant, um dich da so voll auszutoben.

So tobe dich aus, ich bin hier und warte auf dich. Und das war mir irgendwie wichtig, dir so einen Befreiungsschlag zu geben.

Also wir haben ja dr�ber geredet gehabt auch tats�chlich. Also es war jetzt nicht nur, dass du sozusagen da standest und priesterliche Absolutionen erteilt hast irgendwie.

Du hast gesagt, was deine Intentionen waren mit der Reise?

Nee, nicht Intentionen, aber ich wollte mit dir dr�ber reden auf jeden Fall.

Ach so, ich dachte, dass es nur von hier aus kam.

Ja. Es ist nat�rlich auch sch�n, wenn man sich sozusagen seine Welt zurechtschreibt. Ja, so ist es. Macht doch so jeder. Ja.

Aber ich hatte, glaube ich, auch diese Idee, dass Brasilien so voll das Sexland ist. Ja, ich glaube, das haben viele.

Darf man das sagen? Also du musst auch immer an mir rumdoktern. Du Doktor.

Auf jeden Fall. Wie war das dann? Wie waren Brasilien? Underwhelming.

Du hast gesagt, die waren alle ein bisschen �bergewichtig.

Das war tats�chlich, also dahingehend absolut underwhelming.

Du hast mir einen sehr knappen Bikini mitgebracht.

Ja, immerhin, oder? Also, ja, aussortiert wurde. Trauma eines anderen Tages.

Aber D�nemark w�rde auf jeden Fall auch wieder sehr gut passen.

Ja, das stimmt. Auf jeden Fall bliebst du mir auch in Brasilien treu, oder?

Ja. Ich habe jetzt keine �ffentlichen Konfessionen abzuleisten. Ja.

Aber jetzt kommen wir ein bisschen von der Route ab, aber das war tats�chlich eine der Touren, die mich auf einer ganz anderen Ebene sehr ber�hrt haben. Ich war ja schon in Afrika und so. Und das hat mich da so wahnsinnig traurig gemacht, wo wir da so lang gefahren sind, dass theoretisch haben die da die geilsten Fr�chte und alles M�gliche irgendwie und Natur und bla, bla, bla.

Und jetzt muss man auch aufpassen, dass man nicht alle �ber einen Kamm schert und irgendwie irgendwelche Vorurteile. Das ist auch schon 15 Jahre her und alles. Aber ich fand es so traurig, dass sozusagen ... Du sollst nicht so zu sagen sein.

Ja, ich wei�. Kein Geld f�r nichts, aber Hauptsache eine Satellitensch�ssel auf der Wellblechh�tte und irgendwelche Telenovelas gucken. Und Schrott essen.

Genau. Und irgendwie von diversen Gro�konzernen gesponserte wirklich Schrottkalorien und Mass in sich reinfuttern. Und das hat mich richtig, richtig traurig gemacht, als ich das gesehen habe.

Ja, hat jetzt nichts mit Eifersucht zu tun. Aber ich wei�, das ist die Meinung.

Ja. Aber witzig, dass du das jetzt auch noch auspackst hier. Also ...

Ich war nie eifers�chtig auf dich. Also auf jemand anderes. Nie? Nee.

Da h�ttest du aber Grund dazu gehabt, mein Freund. Okay, jetzt wird es interessant. Du warst nie eifers�chtig auf mich? Nee.

Also kein einziges Mal, wenn ich mal auf Tour war und dich dann von irgendjemandem erz�hlt habe, mit dem ich vorlang geredet habe oder so, hast du dann nicht gedacht, hey, ich will auch vorlang mit dir reden? Nein.

Warum nicht? Weil du dir so sicher bist? Ja, weil ich mir mit uns so sicher bin. Interessant. Ja.

Und ich glaube, basierend auf dem Fundament unserer ehrlichen Kommunikation und basierend auf der Tatsache, dass wir, hoffe ich, nach wie vor alles aussprechen, was wir brauchen oder was irgendwie nicht gut ist. Und ... Also in allen Bereichen.

Und weil wir beide sozusagen keine Substanzen konsumieren, um irgendwelche Zust�nde zu erreichen, die ja dann auch gerne als Ausrede verwendet werden. Also weil, ja, man war halt betrunken. Also als ob das irgendwie eine Entschuldigung w�re f�r irgendwas.

Ich habe ja heute auch in Vorbereitung auf das Retreat gesagt, dass mir so voll wichtig ist dieses, also was ja Meditation letztendlich ist, aber was eben auch Kommunikation ist, dieses Wahr-zu-sich-selbst-zu-sein. Und damit beginnt es ja eigentlich, dass man erst mal selbst realisiert, okay, da bin ich vielleicht unzufrieden, da, die und die Bereiche, da sind wir nicht nah, wie auch immer, das st�rt mich und so weiter. Und das quasi zu realisieren f�r sich selbst erst mal, damit man es kommunizieren kann.

Das wird ja manchmal, sage ich mal, versteckt. Und dann, also jetzt in Filmen beispielsweise, geht man fremd. Und dann findet man sozusagen, wenn es dann alles auffliegt, findet man im Idealfall, findet man dann eigentlich zum Problem.

Und dann redet man und merkt so, hey, ja, aber das hat mir schon immer gefehlt. Und wei�t du, und bla, und mein Bed�rfnis und so. Also letztendlich ist ja quasi Fremdgehen auch nur ein Symptom von eigentlich eben einem Problem, was schon die ganze Zeit vorher auch da war.

Und das wundert mich eben so sehr. Eben bei Filmen, du verdrehst sowieso immer die Augen, werden die dann alle aus dem Raum rausgehen und man das Gespr�ch einfach beendet. Aber diese fehlende N�he, das finde ich so unglaublich.

Oder zum Beispiel, jemand geht ein Jahr lang fremd und hat eine Aff�re. Wie kannst du miteinander leben? Wie kannst du nebeneinander liegen?

Wie kannst du miteinander den Tag verbringen? Oder Zeit verbringen, ohne dass das nicht zwischen einem steht? Das ist mir so unbegreiflich.

Und ich wei� noch, als du mir diesen Antrag gemacht hast in Prag, ich habe gesp�rt, dass da irgendwas zwischen uns stand. Also ich fand es einen wundersch�nen Tag. Es hat geregnet.

Und ich fand es trotzdem mega sch�n, da einfach nur durch Prag zu schleudern, Hand in Hand und so. Ich habe mich ganz sicher gef�hlt. Aber irgendein Geheimnis habe ich tats�chlich gesp�rt.

Ich glaube, das ist auch das, was ja dann oft so verletzend ist. Noch mehr als die Tatsache, dass irgendwas passiert ist. Selbst ist diese, dass es eben so ein langer Zeitraum war und diese Normalit�t dazwischen.

Und dann vielleicht auch die Scham und der Selbstvorwurf, dass man es nicht gemerkt hat, obwohl man es eigentlich h�tte merken sollen. Und dann hinterher fallen einem tausend kleine Begebenheiten ein, die man dann aber weggewischt hat oder sowas. Und ich glaube, das f�hrt ja auch noch in dieser ganzen Melange an Emotionen dazu.

Und wenn du noch etwas sagen m�chtest, dann freue ich mich.

Ja, und dieses Gef�hl von Betrogenen. Ich kenne das ja auch, dass ich einen Mann kennengelernt habe, der mir danach erz�hlt hat, dass er eigentlich verheiratet ist. Das f�hlt sich ja auch betrogen an. Ja, ja, nat�rlich.

Eben wie du sagst. Ich finde, man f�hlt sich so blo�gestellt und vielleicht auch dumm, naiv. How could I?

Und dann ist die Kunst sozusagen, wieder aufzustehen und sich wieder zu verlieben. In denselben Menschen? Nein, aber generell.

Aber idealerweise, wenn man von Partnern spricht.

Ja, ja, nat�rlich. Du kannst es dann sozusagen als Wake-up-Call nehmen. Und auch da wissen wir aus Bekanntenkreisen, dass das auch dazu f�hren kann, dass man sich wieder n�herkommt und die Beziehung auf einem tieferen, besseren Level weiterl�uft.

Es muss ja nicht immer im Bruch enden. Und wenn du meinem damaligen Mentor sozusagen Folge leisten w�rdest, also Brad selber, der ist ja der Meinung, dass das nicht dr�ber reden das Problem ist. Das Machen ist kein Problem.

Aber er ist nat�rlich auch tats�chlich so ein full-blown Hippie. Ja, der hat ja auch f�nf Kinder von verschiedenen Frauen. Ja, also dass sozusagen Sex haben mit jemand anderem ist jetzt noch kein Problem und hei�t auch nichts f�r deine Beziehung.

Das ist auch wieder die Frage, wie definierst du deine eigene Beziehung und was f�r eine Form von Beziehung.

Und was bedeutet Sex? Bedeutet es f�r dich N�he oder vielleicht auch nicht?

Genau. Ich gehe mir fern, das jetzt zu bewerten, aber man kann ja auch der Meinung sein, dass nicht monogame Beziehungen eigentlich wahre sind. Das ist glaube ich auch eine Fantasie, der M�nner irgendwann mal nachh�ngen, dass das ja eigentlich viel besser ist f�r alle, wenn das offen ist und blablabla.

Ich habe pers�nlich die Theorie, dass manche Frauen dann auch da wieder, ich habe keine Ahnung, ich habe mich in den Kreisen nicht bewegt. Aber das, was ich mitbekommen habe zumindest, ist es halt am Ende des Tages alles Bullshit. Weil es immer einen gibt, der eigentlich mehr liebt und das sozusagen dem anderen zu Liebe aush�lt. Wenn man jetzt sozusagen polygarm lebt.

Genau. Also dann sagt man, alle leben polygarm, alle d�rfen alles, alle sind total okay mit allem. Aber einer leidet eigentlich.

Genau. Und dann aber aus Liebe sozusagen zu dem anderen sagt man dann, nein, nein, nein, ich bin da voll daf�r. Okay, mach das, tobe dich aus.

Das Problem ist ja auch, das auszuprobieren. Du wei�t ja nicht, wie sehr es dich dann vielleicht verletzt. Und dann ist es passiert.

Genau, ja, nat�rlich. Aber, ja, ich wei� auch nicht. Ich glaube, am Ende des Tages sind alles Konzepte.

Monogam ist ein Konzept, polygarm ist ein Konzept. Wie hei�t das? Polygarm, wenn ein Mann mehrere Frauen hat, Haaren, Garm. Wie auch immer.

Das langweilt mich. Ich wollte nochmal darauf zur�ckkommen. In jeglichen Kommunikationen, in jeglichen Beziehungen ist ja meistens, ist es ja oft eine Unsicherheit, die eben von einem selbst her r�hrt, die dann eigentlich auf den anderen darauf projiziert wird.

Also ja, aber das ist jetzt ein bisschen unkonkret.

Beispielweise auch, na ja, also ich meine, wenn einen was triggert, dann hat das ja bei der anderen Person nicht so viel mit der anderen Person eigentlich zu tun, sondern sehr viel mehr mit dem Problem, was ich damit habe. Und bei Eifersucht...

K�nnen wir Namen verwenden? Entschuldigung, k�nnen wir Namen verwenden? Weil wenn wir st�ndig von Person in Person sprechen, wei� ich irgendwann nicht mehr, welche Person du meinst. Heike und Paul.

Heike und Paul, ja gut, wir kennen keine Heike und Paul. Auf jeden Fall. Eifersucht ist ja, glaube ich, eben so, wie es mir damals ging, das war ja eine Unsicherheit von mir aus.

Und das hat ja gar nichts mit deinem Verhalten zu tun. Ja, du gehst halt in die Sauna, geht mal halt in die Sauna. So k�nnte ich ja einfach sagen, wie jetzt auch.

Ja, und wo ist das Problem? Und ich habe mich damals, keine Ahnung, ob ich da auch schon schwanger war oder wieder schwanger war oder irgendwie andere Hormone in mir hatte, wie auch immer. Vielleicht war ich irgendwie gestresst, vielleicht war ich unsicher, vielleicht so.

Aber das war ja, das ist ja mein Problem tats�chlich gewesen. Ja. Und ich glaube, wir haben das damals offensichtlich hinbekommen, dass ich das auch formuliert habe.

Aber ich glaube eben sehr, sehr oft macht man ja eben sich selbst die Dinge zum Problem. Vielleicht sogar immer. Weil man Angst hat, weil man traurig ist. Wei�t du, was ich meine?

Ja, also das hat jetzt mit Heike und Paul zu tun.

Ach, du wolltest was mit Heike und Paul sagen? Ja.

Und das ist ja oft so. Und dann ist man auf den anderen sauer. Das habe ich ja neulich zu dir gesagt.

Wie absurd ist das bitte? Das ist jetzt so ein bisschen weiterf�hrend vom Thema, aber wie absurd ist das, wenn man � Beispiel von gestern.

Ja, wenn man ein Bed�rfnis hat, beispielsweise ich freue mich, dass wir uns heute Abend sehen, wir haben um 21 Uhr einen Termin zum Restaurantbesuch, wir freuen uns. Also es war ja auch tats�chlich faktisch damals so. Ich freue mich mega drauf.

Ich freue mich auf dich, ich freue mich auf den Abend. Dann kommst du zu sp�t und schon switcht diese Freude und diese Erwartung in Wut auf dich, was ja �berhaupt gar keinen Sinn macht. Weil eigentlich freue ich mich ja immer noch.

Ich will ja mit dir Zeit verbringen, aber dann hat das ja was mit Stolz zu tun, dass man dann pl�tzlich umswitcht und dann so, nee, jetzt schon gar nicht. So war das damals bei unserem Hochzeitsessen, vielleicht haben wir das ja auch schon mal erz�hlt, wo ich dann abged�st bin. Ja, mit dem Auto.

Mit dem Auto. Aber nur, weil du noch einen f�nfj�hrigen Patienten operieren musstest. Und da musste ich nat�rlich auch gro�es Verst�ndnis haben.

Und ich hatte halt einfach diese Erwartung, oh geil, wir haben jetzt Hochzeitsessen, wir probieren das jetzt aus, voll romantisch. Ich habe mich sch�n angezogen.

Also ich wollte gerade sagen, es war das Testessen, das ist kein Missverst�ndnis. Es war nicht an unserer Hochzeit. Das h�tte dir auch passieren k�nnen. Ja.

Aber wie absurd ist eigentlich auch das, wenn man das reflektiert? Ja.

Und dann entsteht quasi aus dieser Erwartung, aus dieser Vorfreude, entsteht halt so voll, wie sagt man das, also voll was Misslungenes.

Ja, ist eigentlich spannend, wenn du das sagst, wir hatten ja gestern auch eine Situation, eine andere Situation. War das gestern? Ja.

Das war da? Habe ich das doch nur realisiert? Nee, auch wo ich im Fahrrad sa�. Ach so, ja.

Und ersch�pft war. Also ich habe das Fahrrad gestrampelt ohne Akku. Weil ich eine beginnende Krankheit entwickelt habe und das formuliert habe und dich das w�tend gemacht hat.

Dass ich, obwohl trotz aller deiner Liebe �ber den Tag und aller Bem�hungen, Und allen Verst�ndnissen und Nachfragen, ist es dir nicht zu viel? Dass ich trotzdem krank geworden bin. Dass ich es gesagt habe.

Ja, und es hatte wieder was mit mir zu tun, weil ich war halt fucking ersch�pft. Ja. Weil ich dieses Lastenrad mit dir drin gefahren habe.

Ja, verst�ndlicherweise, ja. Und du hast die Batterie nicht aufgeladen und ich habe davor schon Jungeunterricht gehabt. So, deswegen, das hatte quasi in dem Moment, haben wir ja auch dann zum Gl�ck aufgel�st, nichts mit dir zu tun, sondern eben mit meinem.

Genau, aber das Spannende ist ja eigentlich, worauf ich eigentlich hinaus wollte, so bei beiden Beispielen, was du jetzt erz�hlt hast, oder was wir noch bei anderen hatten, dass ja dieses, oder was auch in der Literatur �ber Jahrtausende beschrieben ist, wie eng Liebe und Wut oder Hass beisammen sind. Entt�uschte Liebe?

Ich muss gerade dar�ber nachdenken, dass ich am Freitag mit meinen Kollegen so ein Workshop hatten und dar�ber geredet haben, �ber Stressmanagement und Burnout, also Burnoutpr�vention und �berhaupt Burnout. Und ich dann im Rahmen von diesem Workshop haben wir auch dar�ber geredet, die Tatsache, dass Stress im K�rper immer das Gleiche ist, also biochemisch. Also diese Stresshormone, die durch deinen K�rper sozusagen geistern, sind die gleichen, wenn du Eustress hast, also positiven Stress, wie wenn du Distress hast.

Es ist sozusagen nur deine Bewertung dieses Zustands im K�rper, ob das jetzt positiv ist oder negativ, und das dann sozusagen auch, was die Konsequenzen davon sind. Und der Gedanke kam jetzt gerade, als wir geredet haben, ich wei� es nicht, das ist eine Theorie, kann ich jetzt nicht beweisen, aber ich kann mir vorstellen, dass Liebe und Hass biochemisch, weil das einfach sehr extreme Emotionen sind, sehr starke Emotionen. K�nntest du mal dar�ber forschen? Ja, ich k�nnte mal dar�ber forschen.

Das passt ja auch so zu deinem Aufgabenbild.

Total, Liebe und Hass, ich muss das als Thema einreichen.

Ich glaube, dann w�rden endlich mal Leute zu deinem Auftrag kommen.

Also bitte. Aber dass das vielleicht auch, also sozusagen, dass die k�rperliche Sensibilit�t