Vollständiges Transkript
Und dann gibt's diesen Spruch: „Nicht alle Männer“, aber es sind meistens Männer. Es ist immer ein Mann, der irgendwas begeht. Ja, das stimmt ja schon mal nich.
Wenn du das jetzt so sagst, dann könnte man schon wieder denken, dass du- Nee...
einer der Männer bist, der sagt: „Ja, also ich glaub aber dem Opfer nicht.“ Ich seh manchmal gar nicht so den Grund für Emanzipation mehr, weil es für mich so 'ne Selbstverständlichkeit ist, dass wir gleich sind, gleichberechtigt, gleichwertig, whatever.
Conni ist ja absolute, absolute rote Flagge. Der, der Vater frühstückt bis 9:30 Uhr mit der Familie und dann geht er zur Arbeit und die Mutter geht dann mit dem Kind auf'n Markt.
Aber eigentlich ist sie Ärztin, aber arbeiten tut sie dann nicht mehr. Es liegt eine Hau-Hauptaufgabe da drin, erst mal mit sich selber sozusagen, bei sich selber aufzuräumen. Obwohl das ja das Schmerzhafteste ist.
Genau, und das alles und da geht's halt auch wieder um das Licht. Mhm. Das alles. [Musik] Welchen Typ Mann vertrittst du heute? Welchen Typ Mann ich heute vertret? Äh,
das hört sich ja so an, als ob du 'n gewissen Typ Mann schon im Kopf hast. Ich weiß gar nicht, wie viel Typen, aus wie viel Typen kann ich denn auswählen? Welchen Anteil willst du heute ausleben?
Also ich seh mich ehrlich gesagt als eine Kategorie von eins. Das heißt? Das heißt, ich seh mich nicht als Angehöriger irgendeiner speziellen- Ja... Typengruppe Männer. Ja.
Sondern- Wie, du willst mir sagen, du bist individuell? Ich bin meine eigene Gruppe. Ja, tatsächlich. Crazy. Magst du erzählen- Ich sag nicht einzigartig.
Magst du erzählen, mit welcher Frage ich dich, ähm, willkommen geheißen hab in meinem Leben? Nee, es war nicht die erste Frage, aber es war eine, eine f-frühe Frage, als du mich gefragt hast,
wie viele Frauen ich in meinem Leben schon verletzt hab. Mhm. Und ich hab die Frage so krass ernst gemeint und war so voll überzeugt, dass Männer wehtun, Herzen brechen,
nicht vertrauenswürdig sind. Leider war ich- Also das kam von auch schon von deiner Erfahrung oder jetzt auch von- Nee...
Sätzen oder von- Nee, ich glaub, das war von Erfahrung ich war- Erfahrung anderer Leute kann ja auch sein.
Nee, ähm, ich, ich bin ja eigentlich, ähm, ich würde sagen, positiver Mensch und, äh, auch naiv und ich glaube, 'n bisschen Naivität, ähm, erhalte ich mir bei und ich war durchaus naiv, was,
äh, meine Erfahrung mit Männern oder meine Begegnung mit Männern anging. Und leider wurde diese Naivität manchmal so 'n bisschen, ich weiß nicht, ob ausgenutzt oder was auch immer.
Ähm, ich durfte dann erfahren, dass, äh, man auch 'n bisschen auf sich aufpassen, ähm, darf, vor allen Dingen auf's Herz. Und deswegen hab ich dir diese Frage gestellt. Und ich war so voll--
Also ich konnte, ich, ich war so völlig verblüfft von deiner Antwort. Weißt du noch? Ja. Also ich weiß gar nicht mehr, was hast du dir denn erhofft von der Antwort? Also ich, ich dann sag 147. Mhm, mhm.
Ja, ich hab mir wirklich 'ne Zahl erhofft. 'Ne Zahl? Ja. Ja. Ich hab mir wirklich 'ne Zahl erhofft. Und dann? Wenn du mir jetzt sagst- Und wa, und was wär dann? Ich glaube- Ja, und dann?
Dann hätt sich mein Bild halt bestätigt gehabt. Ach so, okay. Mhm. Ja, ich hab aber keine Zahl geantwortet. Du hast gesagt: „Und wie viel Männer hast du schon verletzt in deinem Leben?" Und ich so: „What? Me? Ich?
Jemanden verletzt?"
Und dann ist mir eingeleuchtet, dass es durchaus sein kann, dass auch ich, ähm, nicht auf alle Angebote eingegangen bin, nicht alle Beziehungen eingegangen bin, äh, wie auch immer durch mein Verhalten jemanden verletzt haben kann.
Ja. Mhm. Sehr früh schon auch. Wieso sehr früh? Willst du mit mir gehen? Nein. Stimmt. Ist ja auch hart, ne? Ist auch hart. Du musst grade, müssen grade eure Kinder erleben. Ja. Ist ja auch schon 'ne erste Enttäuschung.
Mhm. Also nicht, dass wir sie davor schützen wollen, aber also ich glaub, das ist ja schon uns-- Wir haben das ja dann auch länger ausdiskutiert.
Das ist uns ja dann schon beiden bewusst geworden, dass das, dass man kein, äh, Monopol darauf hat, verletzt zu werden, nur weil man ein gewisses Geschlecht ist. Mhm. Das haben wir unseren Kindern erklärt?
Nee, das ist aber basierend auf dieser, sozusagen auf diesem Austausch damals. Ja. Ja. Und dann durfte ich lernen, weil ich dann auch mal, ich glaube, da waren wir schon zusammen, hab ich meine Freundin damals gefragt:
„Ähm, sag mal, kannst du mir das erklären?" Warum Männer immer so sind? Warum Männer so sind. Und sie so: „Also ich kann dir die Männer nicht erklären.
Ich kann dir meinen Freund", ihren damaligen Partner, „das kann ich dir erklären, aber ich kann dir nicht die Männer erklären." Und ich so: „Wie? Da gibt's keine Allgemeinheit?"
Und also inzwischen haben wir ja so voll in unserer Beziehung, so wenn wir 'ne Frage übereinander haben, dann stellen wir einander diese Frage und fragen nicht den Übernächsten, was der Nico hätte meinen können.
Das hab ich, glaub ich, nach unserem allerersten Date gemacht, dass ich dann mit einer Freundin in Leipzig in der Küche saß und mir überlegt hab, ob du auch einer der Verheirateten bist, der doch Kinder hat und sich deswegen nicht meldet.
Und dann waren wir uns eigentlich schon ziemlich sicher, weil du dich ja dann zehn Tage lang nicht gemeldet hattest. Dass ich 'n Schuft bin.
Dass du doch 'n Schuft bist und dass mein Gefühl leider doch einfach falsch war, weil ich eigentlich gedacht hab, du wärst vertrauenswürdig. Und dann hat, glaub ich, meine Omi noch gesagt:
Nee, ich weiß nicht, das war, glaub ich, später. Was, dass ich 'n Schuft bin? Ja, sie fand's halt nicht so toll, dass du so 'n Pick-up-Artist bist. Warst. Ja. Ja.
Ja, ähm, also damals hab ich quasi noch mit Freunden, Freundinnen über dich philosophiert, was du denn meinen könntest und interpretiert. Und das machen wir jetzt gar nicht. Also so warum auch?
Also wir reden halt miteinander und du fragst mich, ich frag dich, ich erkläre mich dir, du erläuterst dich mir. Woher soll, wo-worüber soll jetzt mein Freund wissen, was du gedacht hast, als du das gesagt hast? Genau.
Also. Ja. Von deinen Erzählungen halt her. Ja.Aber es ist, es ist echt, äh, ist echt interessant. Ich hab-- mit unserem Sohn haben wir heute, äh, hab ich heute Abend, äh, die üb-- tägliche Portion Leseübung gemacht
und ist jetzt, glaub ich, auch jetzt nicht das jüngste Buch irgendwie aus so 'ner Schulbibliothek, nehmen die ja immer wieder so Le-Leserattenbücher mit. Mhm. Dänisch. Dänisch in dem Fall.
Und dann steht da, dann steht da irgendwie der Satz:
„Wenn ich eins gelernt hab im Leben...“, also ich-- Geschichte, ich krieg's nie-- ich hab, ich hab die nicht von Anfang an gelesen, aber nur irgendwie, m-Mann, der Lehrer, es backt 'n Kuchen und bringt den,
also mit seiner Frau und bringt den mit in die Schule und dann passieren tausend Sachen. Keiner isst den Kuchen irgendwie und am Schluss füttert er den den Tauben oder so was. Könnt ja meine Geschichte sein.
Und-- Ja, genau. Und, äh, dann kommt er nach Hause und dann fragt die Frau, ob, äh, ob der Kuchen allen geschmeckt hat. Und dann sagt er: „Er wurde aufgegessen bis zum letzten Krümel.“ Mhm. Was nicht gelogen sei.
Na ja, vielleicht 'n bisschen. Ach so. Weil es waren ja die Tauben, die ihn aufgegessen haben. Und dann sagt er: „Wenn ich eins gelernt hab im Leben, dass Frauen nicht alles wissen müssen." Oh Gott.
Das- Und das steht halt dann, das steht halt dann so unkommentiert, steht es dann da halt einfach so. So kann man sagen: Ja, ist, ist halt als Witz gemeint vielleicht. Ja, aber es versteht ja 'n Kind nicht.
Ja, genau, aber als Achtjähriger sozusagen, jetzt find mal die Ironie da drin, wenn du grad lernst zu lesen irgendwie. Äh, die muss erst mal den Sinn überhaupt verstehen und dann: wow.
Fand ich halt schon echt 'n ganz schönen Burner. Einfach, dass man so, also halt als Faktum einfach da so, äh, da so hinzustellen. Der ist auch echt krass degradierend.
Also ich mein, das haben wir schon oft festgestellt, weiß ich nicht, jetzt i-i-in, in deutschen Büchern, wahrscheinlich ist es in dänischen nicht anders.
Obwohl, vielleicht schon, weil wir, find ich, hier Emanzipation tatsächlich anders- Nee, gut, aber wie gesagt, da gucken wir in die Bücher aus den 80ern, mit denen wir groß geworden sind.
Ja, oder auch schon, wie heißt die, diese- Ja, Conni ist ja absolute, absolute rote Flagge.
Der, der Vater frühstückt bis 9:30 Uhr mit der Familie und dann geht er zur Arbeit und die Mutter, ähm, geht dann mit dem Kind auf 'n Markt.
Aber eigentlich ist sie Ärztin, aber arbeiten tut sie dann nicht mehr und so, ne? Und kocht halt und Gedöns. Ja, ist schon-- Ich mein, auf 'ne Art ist es ja schon schwer.
Also ich mein, man benutzt ja Kind, also Bücher auch, um Kindern Realitäten- Ja, ja. -zu erklären, wie sie sind. Und wie schaffst du es sozusagen, Dinge, die beobachtbar sind, weil, äh, es ist jetzt nun mal so auch oft,
ne? Also d-solche Konstellationen. Wie schaffst du das zu erklären, ähm, ohne es zu zementieren? Mhm.
Na ja, es gibt ja schon- Nein, ich sag ja nicht- -ziemlich reflektierte Bücher, ne, die sagen- Ich sag ja nicht, dass es nicht geht.
Ich mein, ich mein einfach nur- Wenn sie nicht Patchwork-Familie und das- Ja, aber, aber auch das muss ja nicht, auch da, das muss ja auch nicht das Normale sein.
Deswegen, aber die das quasi, ähm, darstellen als: Familie kann bunt sein und dann kann man sich's aussuchen. Das gibt ja schon. Ja genau, aber ich glaube, was halt, also-- Und dann liegt die Aufgabe halt auch wieder,
ist ja, glaub ich, auch die, äh,
stoß ich in das gleiche Horn wie deine Mutter oder deine Eltern ja auch als Lehrer irgendwie, dass das auch nicht Aufgabe der Schule sein kann, sozusagen die Erziehungsaufgabe der Eltern in Vollständigkeit zu übernehmen.
Genauso kann's nicht die Aufgabe eines Buchs seins- Ja. Weltbild. -ein Wel..., ein komplexes Weltbild zu zeichnen, sondern es ist halt dann schon auch an uns, so wie jetzt auch mit der Geschichte,
halt die Sachen, die nicht unserem Weltbild entsprechen oder was wir denken, für unsere Kinder irgendwie vielleicht relevant wär, irgendwie zu reflektieren oder in Kontext zu setzen,
es dann im, danach in Kontext zu setzen. Mhm. Wir wollten ja eigentlich über ein, ähm- Anderes Thema sprechen. Nein, eigentlich nicht 'n anderes Thema, ist ja nur ein Aspekt.
Nicht ein anderes, aber, ähm, ich weiß auch nicht, ob man jetzt sagen kann ernsteres. Das klingt dann, also- Ein tagesaktuelles Thema, sag's das so. Tagesaktuelles Thema sprechen. Und, ähm,
ich weiß gar nicht, ob man so Standpunkte überhaupt klarmachen muss, weil ich finde, die Standpunkte sind so völlig offensichtlich.
Also weißt du, bei manchen Sachen hab ich manchmal das Gefühl so: „Hä, ich muss mich doch gar nicht dazu äußern. Ist doch völlig klar, wo ich steh, wie ich steh.“ Ähm. Na gut, das haben wir früh gelernt.
Nichts ist klar und offensichtlich. Ja. Also wenn man's nicht-- Ja.
Also d-das, d-d-das ist ja ganz oft auch, sag ich mal, Anstoß von, äh, Enttäuschungen und, und, äh, höheren Emotionen, wenn man davon ausgeht, dass es doch eh klar war.
Ja, aber das liegt ja auch daran, dass man sich in 'ner Bubble befindet, wo alle dieselbe Meinung haben wie, wie ich, sag ich jetzt mal, weißt du? Also willst du noch sagen, worüber du reden willst? Oder wir?
Na ja, weil wenn ich jetzt sag, irgendwie ist doch völlig klar, dass man nicht rechts wählt, dann, äh, ist mir das klar.
Aber vielen, also jetzt zum Beispiel grade bei Instagram, wo ich, wo ich ja jetzt politisch nicht, äh, nicht aktiv bin, ähm, sondern in meinen, in meinen Kreisen sozusagen versuche, Standpunkte, ähm, zu kommunizieren.
Äh, und jetzt in diesem Fall Christian Ulmen, finde ich, ist der Standpunkt, dass wir pro Colleen sind und schockiert sind von Abartigkeit, ist ja klar und offensichtlich.
Wenn sich das bestätigt, wovon wir ausgehen. Aber ich mein, in dubio pro reo, ne? Das Grundprinzip unseres Rechtsstaates. Ja, aber ich finde, wenn du das jetzt so sagst, dann könnte man schon wieder denken, dass du- Nee.
-einer der Männer bist, der sagt: „Ja, also ich glaub aber dem Opfer nicht." Weißt du? Also- Nee, das mein ich gar nicht. So wie du jetzt, du hast es, glaub ich, mir erzählt und du warst ja so mega schockiert.
Ja, ich war voll schockiert. Also ich war wirklich fassungslos, muss ich sagen.
Man muss ja tatsächlich heutzutage auch als Mann aufpassen, ähm, was du sagst, weil du hast jetzt quasi grade gesagt, so nach dem Motto, ähm: „Na ja, jetzt wollen wir mal schauen, wem wir glauben können."
Also weißt du- Das hast du jetzt interpretiert. Das ist nicht das, was ich gesagt hab.
Deswegen wollte ich da-dazu gleich einen Nebensatz an-anfügen, weil ich auch weiß, wie du stehst und, und wie du-- Zum Beispiel, das hab ich zu dir neulich gesagt, ähm-Also ich kann mich an keine einzige Situation erinnern, wo du irgendwas Abfälliges über Frauen per se oder über mich per se aus Witz gesagt hast, weil wir eben es auch davon hatten und das ist ja jetzt auch öffentliche De-Debatte, ähm, quasi Meinungen und Haltungen entstehen ja aus 'nem erst mal, ähm, Pseudowitz, so, ne.
Über irgendwas lachen, sich über jemanden lustig machen, äh, irgendwie mal, weiß ich nicht, flapsig sein, so.
Ja, du kannst, genau, also ist ja eine feine Linie, wo du mit, wo du mit über, also, äh, wo du mit Klischees, also wo du Klischees persiflierst und wo du eigentlich, oder das eine und das andere ist sozusagen, dass es eigentlich deine Überzeugung ist.
Du weißt aber, dass es nicht die, äh, gesellschaftlich akzeptierte Überzeugung ist, also sagst du's als Witz. Genau. Und dann lachen auch viele.
Und dann lachen halt auch viele, weil sie nicht wissen, wie man diese Situation umgehen soll, weil die eigentlich richtige Reaktion wäre zu sagen: „Nee, Moment mal, das ist eigentlich nicht witzig.
So ist gar nicht witzig." Ja. Was ja eine Konfrontation ist. Und wir sind ja einfach alle fucking Peaser und Pleaser oder Appeaser. Mhm. Ja. Ähm. Wobei es ja schon spannend ist, finde ich, äh, bei dieser ganzen Debatte,
ähm, also jetzt gar nicht in diesem Fall, aber, aber allgemein Mann, Frau, wie sich Mann, Frau gegenseitig verhalten und so, ähm, wer sich von was getriggert fühlt. Ist ja schon [räuspert sich] interessant. Natürlich.
So, ne. Auch we-welche Männer sich von Frauen triggern lassen mit weiß ich nicht was für 'n Frauenbild, die dann haben. Ja.
Aber was mir eben auffällt jetzt tatsächlich in meiner Bubble, ist, dass viele Frauen sehr, sehr wütend sind und sehr, ähm, aggressiv gegenüber den Männern sind und ich will- Also pauschalisieren, meinst du?
Pauschalisieren und ich will das überhaupt nicht, ähm, denen absprechen. Also ich möchte niemandem eine Emotion absprechen, die sie oder er vielleicht hat aus gewissen Erfahrungen, aus gewissen Situationen. Ähm, ne.
Also ich glaube, viele mussten einiges erleiden und haben vielleicht nie darüber gesprochen. Ich finde es nur schade, dass verallgemeinert wird. Mhm. Total. Und es ist ein
gesamtgesellschaftliches Problem, das wir, also was, 'ne Herausforderung, sagen wir so. Es gilt ja für alle Gruppen von Menschen, dass wir, dass halt sehr schnell diese, diese,
diese He-Herden- oder Rudelbildung ist, ähm, und dann dieses Us versus Them. Ja. Auch schon alle Kinder sind so.
Genau, alle sind so, alle Ausländer sind so, alle, äh, Westdeutschen sind so, alle Ostdeutschen sind so, alle... Ähm, also das hab ich dir mal erzählt, als ich in, als ich in Leipzig angefangen hab im OP. Mhm.
Und ich hab ja davor lange in Berlin gelebt so, wo ich schon auch oft irgendwie angerüffelt worden bin mit dieser Berliner Schnauze und so. Mhm. Und dann komm ich in den OP rein als, also erster Tag da im OP
und dann sagt die Schwester zu mir: „Bist du 'n Ossi oder 'n Wessi?" Das ist so krass. Mhm. Wann war das? Welches Jahr, Jahr war das? Das war 2010. Mhm.
Und ich war, ich war völlig perplex, weil ich bis zu diesem Zeitpunkt ungelogen mir diese Frage noch nie gestellt hab, so. Das hab ich dir aber auch erzählt, dass i-im, in einem gewissen Kammerorchester wir dann
nach Köln zum Konzert gefahren sind aus Leipzig und die haben mega die Ossi-Wisse, Witze über sich selbst gemacht. So ob sie alle ihre Konserven dabei haben und
also und, und: „Ja, jetzt fahren wir über die Grenze", und also und ich so: „Hä?"
Ich hab's überhaupt nicht verstanden, wo ich, wo ich gelandet bin, wie sehr die diese, diese Grenze, diese Separierung, äh, verinnerlicht haben.
Nee, aber wie du, genau, aber wie du sagst, halt auch lebhaft und aufrecht bleiben. Das, also und das war auch 'ne Schwester, die war definitiv, was ist das dann? Dritte Generation.
Also das war eigentlich so nicht, die hat da nicht drin gelebt, so auf 'ne Art, ne. Die hat das quasi mit, äh- Mitbekommen, genau. In der Muttermilch sozusagen.
So und das ist, und das hat mich, also ich musste tatsächlich nachdenken, um diese Frage zu beantworten: „Okay, so wo bin ich auf der Landkarte? Wo war das früher die Aufteilung irgendwie? Was bin ich?
Okay, ich bin offensichtlich Wessi." Ja. Irgendwie so, ne. Ja. Ich denk, ich bin Südi.
Anstatt halt auch da, ne, also eine, eine, eine aufgeklärte Erwachsenenreaktion wär, wär gewesen so: „Das beantworte ich nicht, das ist 'ne irgendwie komische Frage, ne. Also warum fragst du so?" Ja.
Und dann, w-was machst du dann? Dann kommst du halt Neues. So: „Ja, okay, ich bin Wessi." Ja. Irgendwie so. Aber- Und sie war aber eben Ossi. Ja, ja, sie war Ossi. So. Und das, das ist ja auch nur so 'n, dieses, diese
... [seufzt] Ich hab, ich hab mal vor Jahren 'n Artikel gelesen von Tim Urban, äh, so 'n Blogger, wie der, der extrem lange, äh, extrem tiefe, find ich auch gut recherchierte,
ähm, Artikel geschrieben hat und immer mit so Strichmännchen, ähm, designt hat. Kann ich nur empfehlen.
Und der hat auch, ich glaub, er hat das, das, das eine dann sogar auch als Buch veröffentlicht und diese, diese Grundprinzipien, wie wir,
also dieses, dieses Positionieren oder ich hab ja selber auch drüber geschrieben irgendwie, ne, über die Clubs, dass wir immer so Clubs bilden irgendwie, ne, weil ich damals ins Berghain nicht reingekommen bin und so.
Ähm, und wenn, wenn wir zwei Leute sind, dann fangen wir uns an, so zu kabeln, einfach so. So: Du, du, mich. Dann kommt 'n Dritter dazu- Mhm. Und dann ist sozusagen, wer näher miteinander verwandt ist,
die, die schließen sich dann zusammen. Also du meinst inhaltlich verwandt jetzt grade? Na ja, also auch genetisch verwandt oder wie auch, also die, also ich- Also von der Energie.
Also da, wo halt zwei irgendeine Gemeinsamkeit haben, die formen dann eine Gruppe und dann ziehen sie 'ne Linie und es ist zwei gegen einen. Mhm.
So, dann sind wir sozusagen, dann, dann sagt jetzt mal, dann sind das die gleichen Leute aus, äh, äh, aus 'nem Dorf. Dann kommt einer aus 'm anderen Dorf, dann haben die drei wieder was gemeinsam.
Dann zieht man 'ne Linie, dann sind's die drei gegen den anderen. Mhm. Mhm. So, und das ist, das geht halt sozusagen bis zu ganzen Nationen, wo man dann sagt: „Ja, wir gegen die."
Mhm.Das scheint irgendwie so 'n auch Eingebackenes. Ich krieg jetzt leider die, er hat das ziemlich gut auseinanderklamüsert und ich krieg's nicht mehr genau hin, aber es ist schon auch so was Archaisches, ähm, dass man
primär sich dann zusammenrottet und verteidigt, wenn irgendwas von außen kommt- Ja... was per Definition erst mal als fremd wahrgenommen wird. Ja, man will sich halt mit jemanden, mit jemandem identifizieren.
Es gibt ja Sicherheit, wenn jemand- Genau, es gibt dir, ja, oder es gibt dir, ne, es gibt dir die wahrscheinlich, 'ne höhere Wahrscheinlichkeit zu überleben. Wenn du dich sozusagen in der Gruppe,
ne, wenn du dich in der Gruppe sozusagen versteckst und gegen etwas bist, dann bist du nicht mehr als Individuum angreifbar. Dann bist du 'ne größere Gruppe, irgendwie keine Ahnung.
Das ist jetzt völlige Küchenpsychologie, was wir hier irgendwie... Ähm, aber ich find, da steckt schon viel drin, auch dieses und das kannst du natürlich digital auch super einfach haben.
Das ist ja, sag ich mal, x-fach bewiesen worden, auch wie das bei X und bei, äh, Facebook und so diese, also wie das diese Echokammern und diese Rudelbildung und dieses, äh, Cybermob und was auch immer.
Wie heißt das denn? Shitstorm und so, ne. Ähm, was ja auch, das sind ja die gleichen Prinzipien.
So, man rottet sich halt zusammen gegen jemanden und man kann jetzt auch aus unseren Konversationen oder auch aus dieser kannst du halt einfach einen Schnippel rausnehmen.
So, kannst du aus dem Zusammenhang reißen und dann, ja, stehen wir als, als, äh, als völlig, äh, anachronistische, äh, chauvinistische Männerhasser oder Frauenhasser oder was weiß ich da, ne.
Ich will jetzt gar nicht so krass in dieses Emanzipationsthema rein, weil das ist, find ich, noch mal 'n anderes Thema. Aber ich glaub, ich hab das schon mal gesagt: Ähm,
ich seh manchmal gar nicht so den Grund für Emanzipation mehr, weil es für mich so 'ne Selbstverständlichkeit ist, dass wir gleich sind, gleichberechtigt, gleichwertig, whatever.
Und ich hab manchmal den Eindruck, dass, ähm, dass da so viel Aggression und Emotion und Wut und, ähm, und wie gesagt, Verallgemeinerung gegen Männer stattfindet, dass es inzwischen und das ist sicherlich nicht- Repräsentativ...
repräsentativ und es ist auch nicht, ähm, es kann man nicht auf alles übertragen, aber es gibt, glaub ich, Momente, wo ich das Gefühl hab, dass Männer extrem ungerecht behandelt werden.
Und ja, wir müssen nicht darüber sprechen, dass Frauen schon immer ungerecht behandelt wurden und schon immer keine Rechte hatten und schon immer unter-unterdrückt. So, I agree. Und dennoch, also
das ist, glaub ich, das, was mir an, also nein, an, an, also so Kampf, Krieg, ähm, gibt es nichts, wo ich übereinstimme, aber das ist ein Teil davon, dass du quasi, ähm, das eine mit dem anderen gleich machen willst.
Ja, also das- Und das ist keine Lösung. Genau. Diese, diese irrige Annahme, dass minus mal minus dann irgendwie plus gibt. So, wenn der eine,
also auch diese Argumentation: „Wir haben Jahrhunderte gelitten, jetzt müsst ihr Jahrhunderte leiden." So, und das find ich, das ist so grundsätzlich falsch. Ja, weil es ist ja- Das ist wider meiner Überzeugung.
Es ist ja Kollektivstrafe. Das ist ja nichts Individuelles. Genau, Kollektiv. Und Frauen gebären, deswegen müssen die Männer, äh, jetzt eben den Geburtsschmerz erleiden. So, das wäre jetzt- Müssen nicht.
Nein, also es gibt doch diese, diese Simulatoren und so weiter. Was? Das kennst du nicht? Nee. Aber du kennst das mit Periodenschmerz. Kennst du das auch mit Geburtsschmerz?
Dass quasi 'n Mann kriegt das quasi simuliert, wie der Schmerz unter einer Geburt ist. Wie kann man das simulieren? I don't know. You can't. I don't know. Mit irgendwelchen Krämpfen. Whatever it is, I disagree.
You can't. Weil? Weil du das Organ nicht hast. Ja, aber weil, weil's auch so subjektiv ist. Also ich mein, wenn einer sagt zehn Schmerz, zehn von zehn, 100 von 10, also. Ja, also ich mein, es ist doch- Ich weiß es nicht.
W-- Auch vielleicht irgendwie die Gewalt, tatsächlich die Kraft, die, also Gewalt ist das falsche Wort, aber die Kraft, die wirkt, wenn, äh, weiß ich nicht, Knochen auseinandergedrückt werden zum Beispiel unter der Geburt.
Ja, aber der Unterschied ist, dass sozusagen, wenn sich ein Körper auf eine Geburt vorbereitet, dann, äh, dann hast du, dann hast du,
also Botenstoffe, Moleküle und alles mögliche, die, die, die, die Bänder weit machen- Natürlich... die, die das Gewebe weich machen- Von vorne herein... die, die sozusagen diesen Prozess unterstützen.
Du kannst ja nicht in 'n, in einen Körper, der sozusagen auf Festigkeit aufgebaut ist, dann, äh, in, in so was soz-- also in so was simulieren und dann sagen, dass es das Gleiche ist.
Nicht das Gleiche, ist nämlich was völlig anderes dann. Ja, und es ist in, in allen Bereichen was völlig anderes. Du hast die Hormone nicht, du hast die ganzen Reaktionen, Vorbereitungen vom Körper nicht.
Eben was du sagst, jetzt auch mit weich, äh, geschmeidig werden. Du hast aber auch nicht die Vorfreude aufs Baby. Weißt du?
Du hast nicht den Grund dahinter, dass du jetzt grade ein Leben gebärst, sondern du wirst bestraft, weil du bist ja keine Frau. Ich kann nicht jeden, also ich kann jeden Tag da sitzen und mir meinen Bauch streicheln.
Das fühlt sich auch schön an, keine Frage. Aber es fühlt sich halt nicht so an, wie es ist, wenn man seinen Bauch streichelt und weiß, dass da 'n Baby drin ist oder was auch sogar drauf reagiert. Ja. So, also ja.
Wie auch immer. Also deswegen, ich halte nichts von- Ich muss jetzt nachlesen: Geburtssimulatoren. Ja, ich halte nichts von, von diesem eben gleichmachen, äh, bestrafen und dann eben pauschalisieren.
Daher meine Frage: Wie ist das für dich als Mann? Also wie ich schon, wie du auch schon gesagt hast oder wie ich schon gesagt hab, ich, also ich fand's total verstörend und, äh, schockierend.
Ähm, und die, also [räuspert sich] auf 'ne Art... Oder ich antworte erst mal dann und dann schweife ich noch mal ab. Und ich kann das dir gegenüber formulieren.
Ich kann das auch hier formulieren, aber ich hab nicht das Bedürfnis, ähm, und ich seh auch nicht den Sinn da drin, äh, jetzt öffentlich irgendwelche Statement Posts von mir zu geben, was ich davon halte.
Das tu ich zu anderen Themen auch nicht. Ähm, ich sag nicht, dass ich das nie tu. Ich, aber, also wenn ich das Bedürfnis hab, mich zu irgendwas öffentlich zu äußern, dann mach ich das.
Aber ich sehe nicht, äh, dass man jetzt, also dass es eine Verpflichtung ist als Mann, ähm, sich dazu zu positionieren, wenn man mit dieser Person überhaupt gar nichts zu tun hat.
Ich find, das ist noch mal was völlig anderes, wenn du 'n enger Freund bist oder irgendwie Arbeitskollege so. Mhm.Aber, also ich äußer mich auch sonst nicht zu den privaten, äh, Situationen von anderen Leuten. Mhm.
Ja, jetzt nicht mehr pro-- privat, ist jetzt öffentlich. Ja, natürlich, aber ich, also ich bin nicht, äh, ja. Mhm. Ich hab grade- Das ist meine persönliche Meinung einfach. Ja, ich hab grade gedacht, wenn man dich kennt
und das mein ich jetzt nicht als Ehefrau, sondern eher so, so wie du wirkst in deinem Leben, glaub ich, kann die, also ist jetzt natürlich 'ne Unterstellung, ähm, ich weiß nicht, wie Frauen generell auf dich reagieren, aber ich glaube, ähm, das, was vielleicht oftmals
öffentlich dann gepostet wird, ist, wäre das oder ist das Pendant dazu, wie du generell Frauen behandelst als, als respektvolle Menschen. Weißt du, was ich mein? Ja. Also auf 'ne Art, ähm,
würde man vielleicht von dir, w-wenn man dich jetzt aus, äh, als Kollege kennt oder so, auch gar keine Positionierung erwarten, weil, weil es völlig selbstverständlich ist, wie du mit Frauen respektvoll umgehst. Oder?
Danke. Ja. Ja, das ist das, was ich jetzt, also beantwortet das deine Frage? Mhm. Und wie ist es für dich, wenn man sagt: „Nicht alle Männer?“ Das ist ja voll das Interview hier.
Sag, w- Also das ist ja 'n Vorwurf an die Männer. Nicht alle Männer, also dieser Satz: „Nicht alle Männer, aber immer ein Mann oder sehr viele Männer“, wenn's darum geht, ähm,
dass alle irgendwie sexistisch sind und eigentlich nur das eine wollen und, ähm, ja, einfach die Frau nicht als Mensch wahrnehmen, sondern als Gegenstand, wie auch immer.
Also das wird ja den Männern vorgeworfen und dann gibt's diesen Spruch: „Nicht alle Männer“, aber es sind meistens Männer. Es ist immer ein Mann, der irgendwas begeht. Ja, das stimmt ja schon mal nicht. Mhm.
Also du hast es ja auch und da gibt's 'ne große Dunkelziffer tatsächlich auch, äh, das geht auch in die andere Richtung. Mhm. Ah, sieht anders aus- Mhm.... aber geht auch in die andere Richtung. Mhm.
Was nicht heißt, dass nicht der Großteil sehr wahrscheinlich, ähm, also von Männern ausgeht und das auch gibt's auch gar nichts, also muss man auch, find ich, gar nicht diskutieren oder so. Ähm,
aber ich weiß nicht genau, was ich jetzt dazu, also was ich dazu sagen soll.
Ja, was das für 'n Gefühl ist, wenn man, also wenn ich jetzt zu dir sag so: „Ähm, mir tun manchmal die Männer leid, weil...“ Also es heißt nicht, es heißt quasi nicht: „Ich bin wütend auf die Art von Männern.
Ich bin wütend auf den bestimmten Mann. Ich bin wütend auf, äh, weiß ich nicht, 30 Männer“, sondern es heißt: „Ich bin wütend auf Männer." Ja. Was, was macht das mit einem? Ich find das schade. Mhm.
Ich find das sehr traurig, ehrlich gesagt. Weil ich find, weil man, was man damit wieder macht, ist, du machst die Tür zu. So. Mhm. Also du machst ja, macht ja Kommunikation extrem schwer. Ja. Und im Endeffekt
geht das alles um Kommunikation. Mhm. Und im Idealfall, in meiner Definition, hast du eine, kannst du eine Beziehung führen, in der du deinem Partner alles sagen kannst.
Ich bin genau absolut vom Gegenteil überzeugt von dem, was, äh, was in diesem Kinderbuch steht,
ähm, oder was wir, äh, wir haben's auch, glaub ich, mal in irgendeinem Podcast irgendwie kommentiert, weil wir irgendwo, ich glaub, in Berlin waren, ähm, und 'ne Zeitung da auslag, wo auch irgendeine Beziehungs-...
expertin, wer auch immer das dann ist, oder Experte. War das in der Süddeutschen oder so, ne? Nee, das war Berliner Kurier oder so was. Auch egal.
Dann gesagt hat: „Ja, ähm, Empfehlung wär, in einer Partnerschaft muss man sich nicht alles erzählen.“ Mhm. Und ich glaube, genau das ist falsch. Das ist meine persönliche, das ist 'ne ganz persönliche Haltung. Mhm.
Aber ich bin der Meinung, wenn man eine Beziehung führen kann, in der man sich selber seine Perversionen und Fantasien und, darüber haben wir das letzte Mal geredet, seine fiesen und gemeinen Gedanken teilen kann- Mhm.
... dann glaub ich nicht, dass dadrin so was entstehen kann. Mhm. Wenn du das schaffst, dir das zu erzählen und das auszuhalten- Mhm.... und auch mit der Reaktion des Gegenübers, ähm,
a-aklarzukommen und man das auflöst und drüber redet und im Idealfall geht das in beide Richtungen, dann hab ich schwer zu sehen... Also man sagt ja, solche Sachen wachsen im Dunklen. Mhm.
Und solang's halt im, also alles im Dunklen, d-da guckt keiner hin, da kann das dann wachsen und irgendwie irgendwelche komischen Blüten treiben. Mhm. Aber ich glaube, sobald du Licht drauf lenkst- Mhm....
geht das, geht das auch weg. Also das jetzt, ich se-- bin kein Psychotherapeut. Ich sag nicht, dass man damit alles heilen kann so.
Ja, ich wollt grad sagen, also ich glaube, es kommt so 'n bisschen auch drauf an auf das Maß, was man- Ja, natürlich... was man teilt so 'n bisschen, ne?
Und was für- Ja, aber ich, d-- Also ich mein, Dinge, also auch die schlimmsten Dinge- Mhm.... fangen irgendwie klein an oder früh an. Mhm. Also. Aber na ja, sag-- Warte mal, ich muss mal kurz nachdenken.
Aber also miteinander kommunizieren ist ja so die Frage, also wenn jetzt 'n Mann 'ne Frau schlägt, wie, dann, also weißt du, w-was ist da-- Dann hat der Mann offensichtlich große Wut, 'n großes Problem.
Also ja, natürlich, vor dem Schlagen sollte ganz viel sprechen. Aber weißt du, also so d-das, das alleinige Teilen von: „Hey, ich möchte dich jetzt gerne schlagen." Nein, das, nein.... macht das ja nicht weg. Also, ne?
Ich weiß, das ist auch viel zu komplex, als dass man- Aber das ist ja, ich red ja nicht von der Akutphase. Ja. Ich red ja nicht davon, also natürlich nicht irgendwie, es, ich mach's überhaupt nicht besser. Ja. Äh,
jetzt werde ich häusliche Gewalt an dir anwenden. Mhm.Natürlich nicht. Aber also warum entsteht das?
Da sind ja irgendwelche Emotionen, die nicht anders kanalisiert werden können offenbar aufgrund der, d-der Erfahrung dieses Menschen, dass das die Reaktion ist. So.
Aber worum's mir geht, ist, dass man da drüber redet, dass man Anger Issues hat oder dass, äh, dass man irgendwie nicht weiß, wie man mit seiner Wut umgeht oder also keiner- Dass man irgendwelche Traumata hat.
Und, und dann muss man auch sagen, es ist ja nicht so. Ich glaube, also, ähm, ich glaube, Therapie kann unheimlich hilfreich sein. Ähm, ja, man, man darf diverse Meinungen zu Therapien haben.
Ähm, es würde, glaub ich, auch viel zu weit führen. Ähm, aber, ähm, nur weil man als Paar miteinander redet, heißt es ja nicht, dass es eine Therapie ersetzen würde zum Beispiel, ne. Also- Nee, natürlich nicht.
Also idealerweise erzählt man Dinge seinem Therapeuten und dem Partner. Ja, ich, also ich sehe es- Und ich will, ich will nur sagen, also der Partner kann einen nicht retten. Weißt du?
Also in, in allem, was man für, was man erleidet. Niemand kann dich retten. Das kannst du nur selbst mit, manchmal mit, manchmal ohne Hilfe von außen. So natürlich, ne.
Äh, würd ich auch nicht sagen, nur weil du mit, mit, mit zwei Streichhölzern deinen kleinen Finger schienen kannst, wenn du ihn gebrochen hast, heißt das nicht, dass du jetzt irgendwie nicht mehr ins Krankenhaus gehen musst oder so was.
Aber, ähm, ja ich glaub, wir schneiden jetzt viele Sachen an, die irgendwie so halbgar angeschnitten sind und irgendwie, ab... Also ich glaub, grundsätzlich, ganz grundsätzlich:
Wir kommen alle irgendwie in diese, in, aus, aus unserer Kindheit raus in diese Welt mit einer gewissen Menge an Bullshit im Gepäck. Mhm.
Manche mit sehr viel, manche mit augenscheinlich wenig, manche mit augenscheinlich wenig, aber sehr viel Dunklem eigentlich im Gepäck, ohne sich dessen bewusst zu sein. Ähm, und,
also ich glaube, es, es liegt eine Hau-Hauptaufgabe da drin, erst mal mit sich selber sozusag, bei sich selber aufzuräumen. Mhm. So. Obwohl das ja das Schmerzhafteste ist. Genau.
Und das alles und da geht's halt auch wieder um das Licht, das alles ins Licht zu holen. So. Und dann d-damit zu arbeiten und da gibt's 5000 verschiedene Arten, das zu machen.
Du kannst im Hindukusch irgendwie, ähm, sitzen und da irgendwie mit 'nem Mönch irgendwie drüber reden oder was auch immer es ist. Ist auch jedem selbst überlassen.
Aber ich glaube, grundsätzlich sozusagen ist das, ist das 'n Prozess, wo ich finde, dass den jeder auf seine Art, wie auch immer, äh, gehen sollte. Und das ist ja auch 'n never ending Prozess, ne?
Ist ein never ending Prozess. Genau, weil das Leben natürlich einen immer wieder mit neuen Herausforderungen konfrontiert, aus denen man dann irgendwelche komischen Interpretationen, äh, macht.
Und dann hast du im Idealfall eine Beziehung, in der du jemanden auf diesem Prozess mitnehmen kannst.
Das heißt nicht, dass der das für dich lösen muss, aber der sozusagen dir da auch 'n Spiegel ist, ähm- Der dabei sein darf.
Der dabei sein darf und man sozusagen da in einer Beziehung hat, man zusammenwächst oder zusammen sich irgendwie... Und, aber ich find es, ich find es
grundsätzlich wichtig und das hast, ich hab das ja damals alles aufgenommen irgendwie und dich damit konfrontiert auch und dir das alles hingepackt, äh, und gesagt: „Das bin ich, das ist mein ganzer, das ist mein ganzer Bullshit."
Ähm, ich hab nicht gesagt sozusagen, d-das, also entweder du nimmst das ganze Paket oder du gehst irgendwie, aber ist halt mehr so, so das sind die Sachen, auf die ich nicht stolz bin. Mhm.
Und aber allein schon sozusagen, es, es auszusprechen- Mhm. Man macht sich wahnsinnig verletzbar. Mhm.
Ne, weil natürlich risiki, also riskiert man, dass dann jemand sagt so: „Boah, ist ja mega eklig, mit dir will ich nichts zu tun haben." Das klingt jetzt so, als ob das, es war jetzt null schockierend für mich.
Das ist ja das- Ja, aber in meinem Kopf war das viel größer. Genau, in deinem Kopf war das riesig. Ähm, eigentlich im Nachhinein voll das Kompliment für mich, dass du mir das bei unserem zweiten Date gezeigt hast, ne.
Hab ich? Ja. Oh, okay. Krass. Ja, ich dachte, es war 'n bisschen später, aber es war okay. Ja, nee, kein Grund. Ja. Aber ich, also ich hab's aber vielleicht- Chapeau vor mir selber.
[lacht] Nee, vielleicht, vielleicht vermixe ich's auch, weil ich's halt jetzt einfach mit deiner Wohnung assoziiere, weißt du? Vielleicht war es auch am dritten oder vierten.
Ja, ich glaub, es war auf jeden Fall sehr früh. Aber es war... Genau. Ja, vielleicht war es auch... Nee, ich glaub, beim ersten, am zweiten Date waren wir nur so spazieren. Und ich mein, es ist halt immer,
es ist ja unfassbar schwer, in andere Le-Le-Le-Leute Leben reinzugucken, äh, und, und, und umso mehr noch Leute, die im öffentlichen Leben stehen- Mhm. Wo, ähm- Die, ja. Ja, wo man auch aufpassen muss.
Also das Leben, den Menschen, den du da siehst, also ich mein, du kennst das, ne. Wir gucken grade auch irgend 'ne Serie, irgendwie die sieben Staffeln hat.
Auf 'ne Art hat man dann, denkt man so: „Ja, man, man kennt, man kennt die irgendwie, weil man jetzt da schon so voll deren Leben so mitverfolgt." Sind halt Schauspieler. So ist halt einfach, es ist halt 'ne Fassade.
Oder was heißt Fassade? Ist 'ne Rolle einfach. Aber unsere Kinder denken trotzdem, dass sie sich wirklich lieben, wenn die sich küssen. Ja. Also die haben es nicht erlebt.
Die können sich dann nicht küssen, wenn die sich nicht lieben. Genau. Geht doch gar nicht. Aber wenn die sich küssen, dann lieben die sich. Ja sonst sind sie Schauspieler aber.
Sind jetzt 'ne, sind jetzt 'ne richtige Familie auch im echten Leben, oder? Das glaub ich aber auch manchmal. Ja, aber- Ich möchte das auch glauben.
Genau, aber das ist das ja, das, das gilt ja für alle, für alles Öffentliche. Ja. Wir sind, so, also grade von diesem Social Media teilen und es gibt ja viele, die wirklich, also beim Zahn, Z-Zähne putzen, ne, sozusagen.
Wär jetzt noch nicht so intim, aber bei 'ner Geburt zum Beispiel find ich's eher intim. Mega. Aber dann denkt man, man ist Teil davon, aber man ist eigentlich ganz ehrlich es nicht Teil davon.
Und man hat keine Ahnung und du siehst nur Ausschnitte. Du siehst nicht die Tiefen. Ja, manche teilen auch die Tiefen, aber dann ist es auch wieder 'ne Art inszenierte Tiefe. Genau, wollt ich grad sagen. Inszeniert, ja.
Ähm. Und ausgewählt eben. Genau. Also ja. Es ist kuriert. Genau. Und kuratiert. Ähm, und deswegenSich da anzumaßen, irgendwie was sagen zu können über diese Beziehung und was hätte und wer hätte wie.
Ich find's furchtbar,
aber ich würd mir nicht anmaßen zu sagen, irgendjemand hätte irgendwas irgendwie früher machen sollen oder es sei doch offensichtlich gewesen oder es ist so, ja, hinterher- Du hast schon gesagt, eben im Hinter-, also- Ja, hinterher, hinterher ist uns, hinterher ist uns, hinterher sind wir alle immer schlauer.
Hinterher wären wir alle- So hast du's nicht gesagt, aber du hast gesagt: „Ja, der hat aber auch schon immer 'n bisschen Witze unter der Gürtellinie gemacht.“ Genau.
Aber das heißt ja nicht, dass jeder, der Witze unter der Gürtellinie macht, so was abzieht. Also deswegen find ich das wahnsinnig schwer,
da irgendwelche allgemeinen Aussagen zu treffen, wie ich das jetzt finde oder wie man es zu finden hat oder weil's einfach so hardcore individuell einfach, einfach auch ist.
Ich würd's mir auch verbitten, wenn irgendjemand von außen irgendwie, äh, mir ungefragt seine Meinung zu unserer Beziehung sagt. Also- Ich find das so spannend, wie du gesagt hast, man kann halt echt in Menschen
nicht reingucken, auch wenn man sich gut kennt. Also idealerweise find ich mit seinem Partner, ne, ich frag dich ja schon, wir fragen uns gegenseitig: „Was denkst du? Wie geht's dir?
Was fühlst du?“ Also so im Idealfall- Ja, weil ich's nicht weiß, ne. Genau. Und im Idealfall teilt man das ehrlich und, und aufrichtig, aber wie's unseren Nachbarn geht, weißt du, wir haben keine Ahnung.
Also so man, man weiß es tatsächlich nicht und, und das ist irgendwie schon interessant. Und irgendwie ja natürlich auch 'n guter Schutz, dass man nicht alles ablesen kann. Na ja, wie willst du auch...
Ich glaub, das kannst du nur in 'ner Beziehung erleben. Mhm. Also mit wie vielen Leuten verbringst du so viel Zeit?
Also ja, dann kannst du auch 'ne WG haben, aber auch kannst du in 'ner WG kannst du auch nebeneinander herleben. Kannst du auch in 'ner Familie nebeneinander herleben.
Also das, äh, wir kommen immer wieder, es kommt halt immer wieder auf Kommunikation zurück. Aber ich, ich find dieses, ich find das auch so spannend, dieses, ähm,
also dass jemand plötzlich sein, sein anderes Gesicht zeigt oder sein wahres Gesicht. Was man ja auch, also ganz, also auch wenn Beziehungen dann kippen oder so, ne. Jetzt, jetzt hat er sein wahres Gesicht gezeigt.
Und ich hab einen Kommentar gelesen zu dieser, zu dieser Ulmen-Geschichte, wo, also der auch darauf Bezug genommen hat, dass halt viele von diesen frühen Serien auch, auch schon grenzüberschreitend waren.
Und aber immer als- Aber auch schon dann offensichtlich so inszeniert, oder nicht?
Ja, aber auch als Kunst damals sozusagen auch, ähm, es ist auch argumentiert worden, dass Kunst halt auch überzeichnen muss und Kunst auch Grenzen austesten muss, äh, um halt Grenzen zu definieren. Und,
und der Kommentar hat dann damit geendet, dass, dass wir alle einer Verwechslung erlegen sind,
dass sozusagen die eigentliche Kunstfigur nicht die Figur in den, in den Sketchen war, sondern die öffentliche Figur, der sozusagen der liebende Ehemann war.
Das war die Kunstfigur und das andere war eigentlich der Eigentliche. Und das fand ich deswegen so,
so 'n nachdenkenswerten Kommentar, weil, weil's dieses, also diesen Satz ja ganz oft gibt, dieses: „Dann hat jemand sein wahres Ich gezeigt.“ Ja. Und ich glaube, das war immer da. Alles war immer da.
Alle, alle, alle Aspekte. Mhm. Aber wir haben halt gewählt, das hier anzuschauen und zu sagen: „Das bist du. Und das andere, das bist, das bist du nicht. Oder das ist 'n, das ist der Witzteil.“ Und das gilt, glaub ich--
Und dann auf einmal passiert irgendwas, wo man merkt so: „Fuck, nee, ähm, das war nicht nur 'n Witzteil. Das bist du.“ Und dann war das andere falsch. Wenn aber eigentlich alles, also du bist halt alles.
Wir sind ja alle irgendwie auf 'ne Art gespaltene Persönlichkeiten. Ja, ja. Wir haben ja alle 1.000 Rollen, die wir spielen. Welche ist die echte?
Und das, ja, also ich find das ganz schön, äh, im Coaching Business spricht man ja so von Anteilen. Welchen Anteil will ich, äh, auf, äh, also, äh, ja, ähm, auferleben lassen? Sagt man das so?
Also fördern, meinst du, oder was? Ja, welchen Anteil will ich grade, ja, eben, ähm, größer werden lassen? Und so der kritische, selbstkritische, unsichere Anteil. Vielleicht muss der grade nicht dabei sein.
Oder, also so, das ist ja auch tatsächlich spannend, damit, äh, mit sich selbst umzugehen und, und zu realisieren, eben ich hab den sicheren, den, äh, den, den Arschanteil so, also so alles, ähm, ne.
Und im, also im Idealfall ist es alles, ähm, natürlich legal und, und, äh, äh, gesellschaftsförderlich und, und respektvoll. Ähm, aber das ist ja ganz interessant.
Also das ist ja Persönlichkeit, das ist ja vielfältige Persönlichkeit so, ne. Und, ähm, und was du gesagt hast, so man hat dann nur den einen Teil des Menschen gesehen. Manchmal sieht man doch so 'n Menschen,
man findet den eigentlich gut, aber irgendein Gefühl sagt einem: „Mhm.“ Das, weißt du?
Und vielleicht ist es so den anderen Anteil, den man vielleicht auch sieht, der eigentlich nicht sichtbar ist, aber was so 'n Gefühl ist, so 'ne Intuition, so 'n let's see, I don't trust you completely. So, und das,
ja, find ich ganz interessant. Und gleichzeitig muss es dann irgendwie, weil das hört sich jetzt so 'n bisschen auch wie so 'n Freifahrtschein an.
So wir haben halt alle irgendwie die, die leuchtenden Teile und wir haben auch die dunklen Teile. Wir können alle
boshaft sein und gemein und neidisch und-Aber wie weit sozusagen erlaubt man diesem Spektrum sozusagen zu sein, ne? Also,
weißt du, also gewalttätig sein ist jetzt nicht-- Also wir können alle, wenn wir müssen, also wenn du dein Kind verteidigst, wirst du auch gewalttätig. So. Aber das ist halt keine, das ist halt keine- Rechtfertigung.
Das ist keine Rechtfertigung. Und, und das find ich so, das findet in diesen fernöstlichen Dingern dann ja schon wieder so, also
wie, so wie du der Türsteher deines Geistes werden solltest, äh, was Gedanken angeht, welche Gedanken du reinlässt und welche sozusagen heute draußen bleiben dürfen,
gilt es ja noch umso mehr auch, also natürlich auch für, also auch welche, also du kannst Emotionen reinlassen, aber welche, auf welche, also wie reagierst du da drauf? Ja.
Und dass diese- Wie sehr lässt du dich von denen treiben? Genau. Und dass du sozusagen, und das ist dieses, ich glaube, auch 'n Teil erwachsen werden und o-oder weise werden auch. Mhm. Aber
dass du die Kon..., also die absolute Kontrolle über deine Handlungen- Ja, ja. Und auch die absolute Verantwortung für deine Handlungen übernimmst. Find ich sehr wichtig, dass du das sagst.
Also weil du kannst, du kannst, wir können alle fiese Gedanken haben- Mhm. Aber das heißt nicht, dass wir fies handeln müssen. Mhm. Und es ist keine Entschuldigung zu sagen: „Ich hab halt fiese Gedanken gehabt,
deswegen hab ich so gehandelt." Ja, mag sein, aber ist trotzdem deine Verantwortung, dich im Griff zu halten so.
Und das find ich, und das find ich, ist schon, das muss schon der, also ich find das auch 'n erstrebenswertes Ziel. Ja. So. Ja, aber ich glaube, man darf auch differenzieren zwischen: Man,
man führt nicht jeden Gedanken aus, den man hat und es ist krankhaft. Weißt du? Also ich glaube, ähm, es gibt ja schon krankhafte Neigungen.
Weiß ich nicht, wenn jetzt an, wenn ich jetzt an Pädophilie denk oder so, dann, dann ist es nichts, was weder toleriert ist noch erlaubt ist noch normal ist. So, ne. Und deswegen, also find ich,
also hat, hat man das auch nicht, es sei denn, man ist krank. Und ich finde, das kann man schon differenzieren, ob das jetzt normal ist oder ob das natürlich sowieso, ähm, äh, 'n Verbrechen ist.
Aber die Definition von krank und normal ist gesellschaftlich. Genau, das weiß ich. Ne?
Also es gab, es gab halt in Griechenland und in Rom gab's, gab's Phasen auch, wo, wo Pädophilie einfach gesellschaftlich akzeptiert war. So, und da hast du halt deinen Lustknaben gehabt.
Also zumindest wenn man, wir, wir haben keine Ahnung, den Texten zufolge, die man irgendwie so, äh, rückübersetzen darf dann irgendwie.
Aber, ähm, also und das ist ja, gibt's ja dieses ganz tolle Buch irgendwie, ähm, von dem Psychiater irgendwie, ich weiß nicht mehr, wie er heißt, „Wir befa-- wir behandeln die Falschen".
So, wo wir irgendwie sagen, wir haben irgendwelche, äh, narzisstisch, äh, narzisstisch gestörten Führungs-, äh, -persönlichkeiten, die ganze, ganze,
äh, Firmen und Volkswirtschaften in den Abgrund reißen, ähm, die werden gefeiert oder sozusagen die, die dürfen frei rumlaufen, ähm, und irgendwelche harmlosen, äh, geistigen, sag ich mal,
Verwirrungen, die sperren wir weg, weil's, weil's, weil wir gesellschaftlich dafür keinen Platz haben. So. Also das ist ja schon 'ne, 'ne, 'ne,
äh-- Was ich damit sagen will, ich will's nicht, ich will's, ich will's gar nicht, äh, schönreden. Ich will nur sagen, es ist 'ne gesellschaftliche Definition, was wir als krank und normal definieren. Sicherlich.
Sicherlich. Und, und früher war, ähm, schwul und homosexuell, äh, sein ja auch krank und jetzt ist es normal. Oder als krank bezeichnet, genau. Genau, genau, wurde als krank bezeichnet. Ähm,
und dernach kann man ja sagen: Also deine eigene Freiheit hört halt auf. Genau, das wollt ich, genau das wollt ich grade sagen. Wenn du damit jemand anderen einschränkst und verletzt und demütigst und, und all das.
Einfach gegen den Willen eines anderen Menschen. Genau, ja, ja, ja. Ja. Und, äh, und, ja- Punkt. Punkt. Und auch das, ja, wir sind halt alle mit, äh, gewissen Sachen, äh, geboren.
Ist nicht nur psychischen Krankheiten und Neigungen irgendwie. Es ist trotzdem keine Entschuldigung. Hm. Eben, ja. Es ist einfach keine Entschuldigung. Ich hass diesen Satz: „So bin ich halt." Mhm.
Das ist, das ist dieses Ultimative: „Ja, so bin ich halt." Mhm. Freifahrtschein. Ja, ist 'n Freif-- So nee, mag ja sein, dass du so bist. Es ist trotzdem keine Entschuldigung. Mhm.
Und das heißt auch nicht, dass du nicht die Verantwortung trägst. Genau. Ja. Gut, dass wir das jetzt noch mal klargestellt haben. Schwierig. Also ich find's echt 'n, ich find's sehr komplex und, und, ähm,
ich glaube, es ist unfertig, was wir jetzt grade gesprochen haben, kann das sein? Ja. Und trotzdem können wir jetzt das damit beenden. Ist das, äh, ist das, ist das schlimm, dass es unfertig ist?
Also hast du, haben wir, war unser, war unser Anspruch, dass wir eine Lösung- Nee, nee, eben.
Ich glaube, das ist das, was, was man sich selbst immer wieder, ähm, erlauben muss, was ich, wo ich auch zu dir-- Oder ich hab neulich bei Insta dann auch 'ne Story gemacht, so:
Ich werd's nicht lösen können und der Anspruch an mich, Kriege zu lösen, der ist zu hoch. Ich werde ihn nicht erfüllen und wir werden diverse Ungerechtigkeiten, werden, werden du und ich nicht,
nicht wirklich verbessern können. Nee. Aus der Welt schaffen können. Und das muss, muss man ja auch ertragen so, ne? Ja.Was wiederum nicht heißt, dass man alles akzeptiert.
Ne, also man kann ja seinen Beitrag leisten- Genau. -um, um Dinge zu verbessern- Ja. -ähm, oder zu verhindern. Also ich find auch da, das muss man jetzt auch nicht als Freifahrtschein nehmen zu sagen:
„Nothing to do about." Aber, aber gleichzeitig- Ja, aber das erleben wir ja hier auch. Genau, aber gleichzeitig, genau, gleichzeitig muss man auch nicht das, äh, Joch der Welt auf seine Schultern laden und sagen,
ich mein, wir, wir sind, wir sind absolut sozusagen, was diese Situation angeht, absolut unbeteiligt, aber es, ich, was ich, was wir daraus mitnehmen können, ist halt Reflexion. Total. Ja.
Und auch natürlich Augen öffnen. Also es war mir tatsächlich nicht bewusst, dass du per, per Knopfdruck irgendwie 'ne Frau online ausziehen kannst und so. Das war mir nicht bewusst. Ja.
Also, ähm, sicherlich und, und vorsichtig sein und, und reflektiert zu sein, ähm, im richtigen Moment was zu sagen, solidarisch zu sein im Sinne von, ähm, sich gegenseitig schützen, bestimmt.
Ja, und das hat ja schon auch wieder viel-- Also ich find, das eine ist sozusagen, was, was, was uns als Individuen angeht, aber das andere ist ja schon auch unsere Rolle als Eltern. Mhm. Wie man,
wie wir unsere Kinder darauf vorbereiten, ähm, einen klaren moralischen Kompass- Mhm. -zu haben, was richtig ist und was falsch ist. Mhm. Und wenn's falsch ist, wie reagiert man? Mhm.
Und für sich einzustehen und ohne sozusagen jetzt Angst vor der Welt zu machen, weil das find ich völlig falsch, weil die Welt dann trotzdem eine großartige Welt ist. Mhm. Trotzdem auch über reale Gefahren sprechen.
Ja, find ich mega wichtig, ja. Und das, find ich, ist so, das ist halt auch noch mal so 'n, ja, nicht 'n Wake-up Call, das stimmt nicht, aber es ist halt 'n... Ich find, es wird einem bewusst dadurch noch mal so.
Ja, wird einem bewusst. Und ich wollte damit auch nicht sagen, dass wir oder ich mich aus der Verantwortung ziehen möchte, wenn ich sage, ich kann's nicht lösen.
Ich werd das, glaub ich, nicht global lösen können, aber mir fällt in, in solchen Situationen immer wieder der Satz von deinem, ähm, älteren Kollegen ein, der sagt: „Versuch nicht, die Welt
aus den Angeln zu heben und zu verändern, sondern versuch, in deiner eigenen Welt das Bestmögliche zu bewirken." Und davon bin ich total überzeugt. Ja. Fokussier dich auf Nächstenliebe, nicht auf Übernächstenliebe.
Vielen Dank fürs Zuhören. [lacht] Ja. [singt] Kategorie von eins. Lass uns mal das Licht anmachen. Yeah. Ich vertrete kein Übel, meist ehrlich, bitter, gemein. Gegen Melodischen, Melodischen, Melodischen.
Ich vertrete keinen Typen. Ich werde Kategorie von eins. Trag den Bullshit im Gepäck, genau wie du auch deins. Wir blättern durch die Kinderbücher, suchen nach dem Sinn.
Doch da kocht die Erzieherin nur und nimmt das stumm so hin. Der Lehrer füttert Tauben und der Kuchen ist verschwunden. Frauen müssen nicht viel wissen, steht da unumbunden.
Und stehst du im OP, fragt man dich: „Ossi oder West?" Wir formen gerne Gruppen, was man besser einfach lässt. Mach das Licht an im Dunkeln, zeig mir deine Narben, damit die fiesen Dinge keine Chance zum Wachsen haben.
So bin ich halt, ist billig, das gilt nicht als Tickettier. Du bist der Türsteher im Kopf, die Handlung bleibt bei dir.
Wir heben nicht die Welt aus den Angeln heute Nacht, doch haben der eigenen Blase das Beste schon vollbracht. Lass die Schwanger-Simulatoren, Schmerz nicht gleich Schmerz. Auge um Auge verfehlt am Ende nur das Herz.
Und du fragst, wie viele Frauen ich verletzte auf der Tour und hoffst, ist oft 'ne Zahl als eine feste Richtschnur. Doch wir rätseln nicht mehr rum, was die andern wohl gemeint.
Wir fragen direkt nach, bevor man im Geheimen weint. Im Netz zieht jeder schnell den Zaun ganz eng um seine Herde und hofft, dass man als Rudel nicht so leicht getroffen werde.
Mach das Licht an im Dunkeln, zeig mir deine Narben, damit die fiesen Dinge keine Chance zum Wachsen haben. So bin ich halt, ist billig, das gilt nicht als Tickettier.
Du bist der Türsteher im Kopf, die Handlung bleibt bei dir. Wir heben nicht die Welt aus den Angeln heute Nacht, doch haben der eigenen Blase das Beste schon vollbracht. Yeah.
Wir spielen tausend Rollen, kennen all unsre Anteile, doch ich richte über niemanden mit allzu großer Eile.
Du siehst die glatte Kunstfigur und glaubst an die Fassade, doch Dunkles wohnt in jedem, tief auf dem eigenen Pfade. Die Freiheit endet exakt dort, wo du den andern brichst.
Das ist die klare Grenze, wenn du von Morali sprichst. Kein Freifahrtschein für Neigungen, die andre verletzen. Wir müssen unsre eigenen Dämonen übersetzen.
Durch die Übernächstenliebe, schau auf das, was vor dir steht, weil die Rettung des Planeten sowieso nicht einfach geht.
Es bleibt 'n bisschen unfertig, wir lösen keinen Krieg, doch absolute Ehrlichkeit ist unser kleiner Sieg. Mach das Licht an im Dunkeln, zeig mir deine Narben, damit die fiesen Dinge keine Chance zum Wachsen haben.
So bin ich halt, ist billig, das gilt nicht als Tickettier. Du bist der Türsteher im Kopf, die Handlung bleibt bei dir.
Wir heben nicht die Welt aus den Angeln heute Nacht, doch haben der eigenen Blase das Beste schon vollbracht. Yeah, yeah, yeah, yeah, yeah, yeah, ja. Ein bisschen unfertig, yeah, aber aufgeräumt im eigenen Kopf. Ja, ja.
Nächstenliebe, ja, ja. Kategorie von eins. Ja, ja, ja. [Outro-Musik]