Vollständiges Transkript
zu einfach so mega wach. Ich habe einfach krass in die Falle laufen, ins offene Messer laufen lassen. Du in die Falle gelockt, weil nachdem unsere nachdem unsere Mini Playback Show Zauberkugel Umziehopaktion vorbei ist, dass wir auch schick genug sind für den Podcast. Können wir jetzt dann tatsächlich auch starten. Nachdem du hier 100 Einstellung vorgenommen hast. Genau. Mega. So, was hast du uns da mitgebracht? Du vergiftest mich auf Kann ich nicht mit einem Kamillentee?
Ja, würde ich kaum tun. Ein schlechter Zeitpunkt. Stimmt. Das wäre dann auch noch auf der Kamera der. Wer war es? Also, du wolltest heute über Achtsamkeit, Meditation, alle laufen jetzt davon, schalten aus, reden. Ich wollte eigentlich über dich reden, aber du hast gesagt, wir sollen heute über was anderes reden. Was sollst du über mich reden? Über dich und so wie das ist als Violonistin weißt du wie es ist und Hobby ist da durchs Leben zu gehen. Ja, aber wir können auch gerne über Achtsamkeit reden.
Ich würde gerne mal dein deine Herangehensweise hören von deinem Satz, der ja so genial ist. You're the Gatekeeper of your mind. Ich glaube, der ist nicht von mir. Nee, ich weiß, aber du zitierst. Ich möchte mich nicht mit fremden Federn schmücken, aber ja. Also was meinst du jetzt mit Herangehensweise? Wie du es anderen erklären würdest? Also ich finde es gar nicht so leicht. Wir haben so wir reden ja oft darüber, dass Gedanken sein dürfen, dass Emotionen sein dürfen, dass wir uns auch nicht verwehren müssen oder irgendwie gegen ankämpfen müssen, ne? Also dieses Unterdrücken von Emotionen, Gedanken und so weiter führt ja meistens zu, die werden einfach größer und stärker und bringt nichts und dann sagt man aber gleichzeitig dennoch: Ja, danke lieber Gedanke, ich hör dir trotzdem jetzt nicht zu. Du bist jetzt nicht wichtig genug. Wie siehst du da so die Diskrepanz?
Ist eine sehr lange Pause, ne? Nee, ist fantastisch. Das ist was eigentlich immer in Nicos Kopf passiert oder du einfach Stille. Der ist einfach so leer da oben, dass ich erstmal auf die Suche gehen muss nach einem Gedanken. Du kennst es auch gar nicht so Monkey Mind oder irgendwie so. Nie gehört oder so zu viele Gedanken im Kopf und sowas. Einer meiner ersten Newsletter, die ich quasi nur gegründet, aber nie geschrieben habe, hieß El Monkey Funk. Stimmt. Da habe ich sehr viel Zeit damit verbracht, ein Logo zu basteln, auf dem man den Elefant sieht, auf dem der Monkey sitzt.
Der sozusagen den Elefantenstall, das ja dieses Bild auch was auch aus der aus der buddhistischen Literatur kommt, dieses also dass der Körper oder dass der normale Geist eigentlich wie so ein Elefant ist und der Monkey den führt, wenn und wenn man halt sozusagen den nicht unter Kontrolle hat, dann zertrampelt er halt einfach alles, ne? Weil der weil also weil der weil das Gehirn, wenn man so möchte, im Englischen unterscheidet man ja so ein bisschen begrifflich, da haben wir nicht so viele Begriffe zwischen Brain und Mind. Ja, Mind gibt's, also man sagt Geist, aber so ein bisschen Geist hat ja so ein bisschen anderen Charakter im Deutschen, finde ich. Das hat ja sowas sehr ja fast schon Richtung spirituell irgendwie.
Und also, dass das Gehirn halt im Endeffekt wie so ein mächtiger Elefant ist, dem du, also der kann halt mega krass schwere Sachen machen, Probleme lösen. Also diese ganzen Fähigkeiten, die wir auch in der Schule lernen, ob das jetzt irgendwelche Grammatik, Sprachen, Physik, Mathe solche Sachen, aber auch soziale Interaktion, also diese ganzen Fähigkeiten, diese ganzen Fertigkeiten sind ja, was uns auch von der Tierwelt unterscheidet.
Sind ja primär erstmal völlig ziellos. Also du entwickelst sie oft basierend auf irgendwelchen Zielen, die dir vorgegeben werden und dann, weil man es meistens nicht so reflektiert, verwendet man es halt einfach für das, was man so denkt. Aber grundsätzlich ist es ja ob du Gutes damit tust oder Schlechtes damit tust. Also, ob du deine Mathefähigkeiten dafür verwendest, eine Atombombe zu berechnen oder halt für irgendwelche Klickfunnel Optimierungen bei Facebook oder so ist ja primär sozusagen dafür kann der Skill nichts. Die Frage worauf du hinleitest und dieses ist glaube ich auch das, worauf du so ein bisschen abzielst, das was bestimmt, wofür du das einsetzt.
Also das was diese Radiostation, ne, wenn du aufwachst sozusagen das was dieser kontinuierliche Self Talk, der einfach immer da ist, was ja schon krass ist, also das überhaupt mal auszusprechen und zu realisieren, dass wir eben immer denken, was uns ja auch am Leben erhält und was eine menschliche Fähigkeit ist, die wir nutzen können, aber was also was ja das Spannende am Gatekeeper of your mind ist, zu realisieren, dass wir überhaupt denken tatsächlich und zu realisieren, dass wir uns auch distanzieren können von unseren Gedanken.
Also ich glaube, es geht schon primär erstmal um die Unterscheidung. Also das eine ist sozusagen das Gehirn. Und das andere ist dein Mind, also dein Geist. Und der eine kontrolliert den anderen. Und nicht umgekehrt. Also, der Mind kontrolliert das Gehirn. Und wir denken aber immer, dass es eigentlich das Gehirn ist.
Also worauf ich hinaus will, ist im Endeffekt, dass dieser Mind, wenn man den halt also auch der ist sozusagen, wir nehmen das einfach so hin, dass das ja Monkey Mind und Chatter ist und dass das so ist, aber auch den kann man trainieren und darauf will ich eigentlich hinaus. Du kannst auch diesem Affen quasi was beibringen. Und das ist ja im Endeffekt auch, worum es geht, dass du diese Kontrolle in deinem Oberstübchen übernimmst. Dass es nicht so ein semipassives Reagieren ist.
Und dann kann man ja anfangen irgendwie zu fragen, wo kommt das überhaupt alles her? Wo kommen diese ganzen Gedanken überhaupt her? Woher kommen Glaubenssätze? Kasse Kindheit irgendwie, ne? Die Studien, die auch untersucht haben, dass die Sätze, die Kinder irgendwie zwischen dem 6. und 10. Lebensjahr hören von ihren Eltern in erster Linie, dass das dann später sozusagen die Sätze sind, die größtenteils in dieser Dauerschleife vorkommen. Also und das ist ja dann auch bei Inside Out bei diesem Film ja auch wieder ganz schön gezeigt, wie diese Kernbeliefs und Sets so zusammenkommen.
Grundsätzlich, haben wir Gedanken, kommen die aus uns oder sind die ein Byproduct, also kommen sozusagen als Reaktion auf etwas, ja, oder auch als physische Reaktion manchmal. Also es ist sozusagen sowohl als auch, aber grundsätzlich hast du ja erstmal am Anfang von einem steht ja Sensation. Also das Wahrnehmen. Und das kannst du über deine fünf Sinnesorgane machen. Und dieses Wahrnehmen wird dann aggregiert und bewertet. Ist das positiv oder negativ? Was dann sozusagen in so Gefühle zusammengefasst wird, die dann basierend auf Erfahrung und allen möglichen anderen Sachen, sobald du Sprache hast, in Gedanken formuliert werden.
Und die Steigerung davon ist noch, dass Gedanken selber auch wieder körperliche Reaktionen auslösen können und damit hast du sozusagen so eine Schleife. Also du kannst ja an irgendwas schreckliches denken, dann musst du weinen. Meine Schauspielerei basierte darauf, dass du deine Emotionen triggern kannst durch gezielte Gedanken.
Und z.B. sieht man das ja auch bei gewissen geistigen Erkrankungen, wo diese Filterfunktion, dieser Thalamus, wo sozusagen ist wie so ein Gate, wo diese ganzen Eindrücke reinkommen. Wir bekommen so viel Input informationsmäßig, dass du gar nicht alles gleichzeitig registrieren kannst. Deswegen hast ja auch einen Teil, der unterbewusst sozusagen durchläuft, der gar nicht ins Großhirn kommt, weil du gar nicht so viel Informationen auf einmal verarbeiten kannst. Und es gibt aber sozusagen so ein Gate, was dafür sorgt, dass präselektiert wird, was weiterkommt. Da hängt aber auch die Amygdala dran, also das für starke Emotionen. Und wenn dieser Thalamus, wenn es da Störungen z.B.
gibt, dann kommen halt Sachen durch, die normalerweise ausgefiltert werden. Bzw. werden dann Sachen weitergeleitet, die dann weil sie nicht passen umgedeutet werden. Also ein Beispiel ist z.B. es gibt ja Menschen, die Stimmen hören. Und ist ja nicht, dass aus der Steckdose Stimmen kommen können, aber wenn du ganz leise bist und zuhörst, dann ist ja immer irgendein Rauschen. Und es gibt ganz viele Geräusche, die keinen Mehrwert für uns haben, weil sie Hintergrundrauschen sind, weil sie immer da sind und die filtern wir einfach raus, damit wir nicht wahnsinnig werden.
Wenn aber der Filter eine Störung hat, dann nimmst du dieses Geräusch halt wahr, das kommt dann trotzdem rein und dann versuchen wir aus allem Sinn zu machen. Auch aus den unsinnigsten Sachen. Und dann versuchst du diese Geräusche zu nehmen und dann machst du halt aus diesen Schwingungen irgendwelche Stimmen.
Und deswegen ist diese Gatekeeper Funktion ein ganz elementarer Punkt. Weil ganz viele von diesen bewusstseinserweiternden Drogen, die wirken genau in dem Bereich, wo dann diese Floodgates aufgehen und wo man dann sich größer fühlt und alles irgendwie man Teil von allem ist und du siehst Auren. Also auch diese übernatürlichen Fähigkeiten sind, glaube ich, einfach auch nur Normalvarianten von verschiedenen Filterstrukturen.
Wir alle produzieren Magnetfeld z.B. Wir können ja auch Magnetfelder wahrnehmen, unbewusst wie alle Tiere auf der Erde. Bei manchen ist halt mehr, bei manchen weniger ausgeprägt. Ich kann genau sagen, wo Norden ist, ohne dass ich dir genau sagen kann, warum. Dieser Filter wird ja auch trainiert, wenn man aufwächst. Und darauf wollte ich, als du vorhin was gesagt hast, labeln. Das ist ja eigentlich eben antrainiert oder wie ich das label aus Erfahrungen aus was mir andere gesagt haben.
Na ja, partiell. Also Angst ist halt ein sehr starkes, du hast ja auch so fünf, sechs Grundemotionen, die sehr stark sind auch und je nachdem, wenn du die halt auslöst, dann wird halt alles, was in der Situation dann an Information reinkam, damit assoziiert. Also Brad Blanton z.B. der dieses Buch Radical Honesty geschrieben hat, wo es ja im Endeffekt auch ganz viel darum geht, wahrzunehmen und die Wahrnehmung zu teilen. Ungefiltert. Das ist das, was eigentlich die Quintessenz davon ist.
Der ist ja Psychologe auch, der hat mehrere Cases beschrieben, wo als Kind hast du irgendwie einen Unfall, fliegst die Treppe runter und dann kommt ein Hund und leckt dir das Gesicht ab und du hast aber Angst vor Hunden. Also es ist so ein mega Angstmoment, den du abspeicherst und dann drei Jahre später irgendwie küsst dich dein Partner auf eine Art und Weise über die Wange, dass sich sozusagen dran erinnert, wie dieser Hund dich geküsst hat und du kriegst eine Panikreaktion und diese Beziehung leidet. Das sind so Muster, die man eben auch nicht unbedingt sich erinnern kann.
Und was man aber, und das ist halt um jetzt den großen Bogen zurückzuschaffen zu Meditation, zumindest die Art und Weise, wie wir das interpretieren, geht ja nicht primär darum, sich hinzusetzen und Regenwaldrauschen aus dem Handy zuzuhören und sich dann toll zu fühlen. Also ich finde zu allererst Meditieren nicht unbedingt angenehm.
Genau. Und ich glaube, das ist auch so ein bisschen der Denkfehler, weil eben Meditieren ist so quasi jetzt so ein Volkssport und alle Studien sagen meditieren.
Was aber ja so ein bisschen finde ich dennoch ein Widerspruch ist, ist, dass wir einerseits uns erlauben wollen zu sein, einfach nur zu sein, einfach nur vielleicht auch zu denken, einfach nur gerade die Emotion zu spüren, die da ist und das quasi so in der Akzeptanz zu gehen. Und andererseits wollen wir ja irgendwie kontrollieren. Weißt du, das ist es nicht so ein bisschen so ein Widerstreit?
Ich sehe nicht, warum sich das ausschließt. Und ich, also ich glaube, die Art und Weise, wie wir meditieren ist eigentlich ist Meditieren meiner Meinung nach eine Übung. Und es geht nicht ums Meditieren, sondern es geht um das Ziel. Im Endeffekt, wenn du am Ziel dessen bist, wo Meditation hinführen soll, brauchst du keine Meditation mehr. Weil dann ist dein Leben eine Meditation. So, weil es eben halt einfach sau schwer ist. Du sagst, ja, können wir nicht einfach im Moment sein? Natürlich können wir das für 3 Sekunden. Geht ja im Endeffekt darum, diese Fähigkeit zu entwickeln. Ich stell mir das vor wie ein Muskel. Ist meiner Meinung nach nichts anderes als Fitnesstraining für deinen Thalamus, für deinen Aufmerksamkeitsmuskel. Mit dem du sozusagen ins Fitnessstudio gehst, wo du lernst wahrzunehmen, ohne zu bewerten. Aber auch festzuhängen.
Das heißt wahrzunehmen, was an Gedanken kommen. Und dann und das ist ja das Schwierige. Ich stell mir das oft vor, du stehst an so einem Bahngleis und da fahren so 1000 Züge vorbei. Und wenn man nicht wahnsinnig aufpasst, dann hüpft man einfach auf so einem Zug mit. Und 600 km später stellst du fest, Moment mal, ich wollte eigentlich überhaupt nicht mit diesem Zug unterwegs sein. Dann hüpfst du wieder runter, stellst dich wieder hin. Und im Endeffekt geht's darum, festzustellen, wann kommt dieser Moment, wo du auf den Zug hüpfst, um dann zu sagen, nee, will ich eigentlich gar nicht. Oder: Ja, den Zug möchte ich jetzt nehmen.
Und das ist sozusagen diese Türsteheridee im Endeffekt. Der Gatekeeper of your mind, dass du halt da stehst und die Gedanken anguckst, die vorbeikommen, sagst, heute nicht. Oder: Ja, für dich habe ich heute Zeit, du kommst rein.
Ich glaube, was den Unterschied macht zwischen wahrnehmen, danke nein zu sagen und eben zu unterdrücken ist, dass man überhaupt sich der Gedanken bewusst ist und sich bewusst ist, ah okay, da ist ein Gedanke, aber der Gedanke dient mir gerade nicht versus ich bin eben nur mitgerissen und fahre auf irgendwelchen Zügen hin und her. Aber bin mir gar nicht dessen bewusst, oder nicht?
Ja, also das ist ja so die Idee von annehmen, akzeptieren, weil es alles viel leichter macht, damit umzugehen. Statt es wegzudrücken und zu unterdrücken. Im Endeffekt bist du der Türsteher bei einem sehr woken Festival, wo einfach also alle sind halt erlaubt. Also die Teil deiner Crowd sind, die zu lang sind, die zu klein sind, die zu dick sind, die zu dünn sind, die zu dumm sind, die zu gescheit sind, die zu posh sind, die eklig sind, die dir Angst machen, die mega schön sind und verführerisch, alle dürfen da sein. Und ich glaube in dem Moment, wo du preselektierst und sagst, nee, eigentlich dürfen hier nur schöne Gedanken da sein und die anderen gibt's einfach nicht.
Wenn du dann noch einen Schritt weitergehst, dann sind es halt eben nicht nur die Gedanken, sondern die Emotionen. Das war für mich z.B. ein Mega Learning, ich bin eine Zeit lang auf die Suche gegangen nach meiner Wut. Weil ich irgendwie festgestellt habe, dass ich... Hast du sie gefunden? Genau. Da bin ich erstmal wütend geworden. Warum habe ich dich erst jetzt getroffen?
Also das sind ja auch Emotionen, vor denen wir Angst haben. Also richtige Wut macht ja richtig Angst, weil man ja auch Angst hat, dass man jemanden verletzen kann oder Dinge kaputt macht. Also Wut, unkontrollierte Wut kann schon beängstigend sein. So. Und ist aber trotzdem eine natürliche Reaktion. Es geht ja nicht darum, nicht wütend zu sein. Man darf wütend sein. Das heißt aber nicht, weil man wütend ist, dass man dem anderen voll eins reinzimmern darf. So, das sind ja zwei verschiedene Sachen. Das eine ist die Emotion, das andere ist die Reaktion.
Das ist ja auch dieser Satz, den man dann gehört bekommt als Kind. Er ist halt brav. Er ist brav und dann wird brav immer gleichgesetzt mit: keine Wut zeigen. Und was war vor brav? Alle Kinder waren ja irgendwann mal auch wütend. Die normale Reaktion von einem Kind, was sich aufregt ist, sich auf dem Boden zu schmeißen. Das ist auch okay. Was nicht okay ist, ist dann das Regal leer zu räumen.
Aber da sehe ich schon eine ganz große Verpflichtung bei uns Eltern, dass wir alle Emotionen auch aushalten. Aber halt kanalisieren. Aber das sozusagen diese Emotion zu haben, auch Neid, ist auch okay. Das darf man nicht, das darf man nicht fühlen, ist einfach nicht okay.
Und wenn man dann noch einen Schritt weitergeht, dann ist es ja eigentlich die Sensationen. Also was ist das Gefühl in deinem Körper physisch, was dazu führt? Also wenn man Wut beschreibt, wo ist die? Wie fühlt die sich an? Und alle anderen Emotionen auch.
Ich glaube, das wird ja dann noch ein bisschen schwieriger, wenn wir als Eltern beispielweise Emotionen labeln als das ist die richtige Emotion, das ist okay, das bist du, aber wenn du neidisch bist, dann hat dich der Teufel geholt. Und dann schämt man sich auch noch und das wird in eine Box gepackt und im Keller verstaut. Und dann schämt man sich, dass man sich schämt und so weiter. Kann glaub ich schon ziemlich groß sein.
Und ich finde, also ich denk da schon manchmal drüber nach, dass wir auch bei uns keine Situationen generieren, wo sich dann unsere Kinder schämen für ihre Emotionen und Reaktionen.
Wir sind auch keine Heiligen, muss man ganz ehrlich sagen. Aber einfach zu reflektieren, dass eben Sprache und Worte sehr stark sein können. Also z.B. zwischen 6 und 10 Jahren quasi werden die Sätze geformt, die man später im erwachsenen Alter wiederholt. Ich glaube nicht, dass wir bewusst irgendwelche Sätze formulieren, die schlimm sind, aber unbewusst, was einem in so einem Nebensatz mal rausrutscht, was dann das Kind so versteht und vielleicht so für sich einspricht.
Ich finde, das ist ja schon dann wiederum unsere Aufgabe immer wieder dem zuzuhören, was sie zu sich sagen, um dann auch da einfach das noch mal gerade rücken zu können. Aber wir werden nicht verhindern können, dass wir auch mal der Hund sind, der sozusagen leckt und in so einer Traumareaktion was dann später irgendwann hochkommt. Wir können noch so schlau daher reden hier und in der Theorie alles total durchdrungen haben. Es werden Situationen entstehen in der Kindheit unserer Kinder mit uns, die sozusagen hinterher ihnen Probleme machen. Auf keinen Fall mit bösem Willen. Es muss noch nicht mal unabsichtlich sein. Es kann einfach durchs Leben selber sein.
Unsere Kinder kommen alle raus und haben hinterher ein Päckchen zu tragen mit ihrer Kindheit, was ihre Aufgabe ist sozusagen auch beim Erwachsenwerden zu integrieren. Und das können wir nicht vermeiden, egal was wir machen.
Wichtig zu realisieren für uns ist, dass es nicht schlecht gemeint sein muss, dass es meistens aus einer guten Absicht heraus entstanden ist. Und dann erwachsen werden heißt, sich davon auch zu befreien, statt sich halt sein Leben lang die Geschichte zu erzählen, dass man ja damals schon und so weiter.
Und das ist es aber um den Bogen zurückzuspannen, halt diese Wahrnehmung zu schärfen für das, was halt jeden einzelnen Moment entsteht. Und das ist sau schwer, weil wir uns auch in der Zukunft bewegen müssen. Planung, volles Leben und so. Und trotzdem das, wenn man das gemacht hat, wieder zurückzukommen im Moment. Und im Idealfall schafft man das dann eigentlich auch währenddessen im Moment zu sein.
Und das was mir so geholfen hat, weil diese Erkenntnis sozusagen in das physische Wahrnehmen des Körpers zu gehen, weil das dieser Anker im Moment ist, weil das das einzige ist, was immer da ist, weil einfach das, wo du deinen Geist festhängen kannst, ist, wenn du irgendwas wahrnimmst, was in deinem Körper vorgeht. Das war für mich the missing piece.
Ich würde dich jetzt zum Abschluss noch bitten, würdest du uns durch eine Meditation führen? Ja, kann ich gerne machen. Also ich bin genauso Schüler wie alle anderen auch. Und dennoch hast du ja eine Meditationspraxis. Es gibt ja sehr viele Wege nach Rom. Es gibt sehr viele Meditationstechniken.
Meine ist ein Freestyle Vipassana. Also ja tatsächlich auch ein Mönch, den wir letztes Jahr kennengelernt haben, der genau das praktiziert. Er heißt Free. Der das Vipassana Meditationstechnik angeblich als das Original dargestellt hat. Die darauf basiert, dass man wahrnimmt was passiert. Und das kann man lernen in einem Silent Retreat.
Und Free, seine Freestyle Vipassana Variante ist im Endeffekt auch diese Übertragung in den Alltag heutzutage. Dass man es in unserem modernen Alltag auch überführt. Das ist halt nicht so, wie man es vor 2000 Jahren vielleicht gemacht hat.
Deswegen können wir jetzt alle einmal die Augen schließen, vorher das vielleicht das Auto anhalten, und erstmal mit dem anfangen, das wahrzunehmen, was immer immer da ist. Und ich stelle mir das vor wie so eine Seilbahn zwischen dem Bewussten und dem Unterbewussten, nämlich der Atem. Wenn wir uns nicht um den Atem scheren, dann atmen wir trotzdem und wenn wir wollen, können wir unseren Atem auch steuern. Wir können extra langsam oder extra schnell atmen und damit auch unsere Physiologie beeinflussen.
Man kann den aber auch nutzen, um sozusagen vom Oberflächlichen ins Tiefe zu fahren. Und deswegen die Aufgabe jetzt erstmal einfach den Atem wahrzunehmen. Und am einfachsten kann man das machen, wenn man versucht den physisch zu spüren. Durch die Nasenlöcher ein und ausatmen, ohne es zu kontrollieren, einfach wie der Atem kommt und zu versuchen zu spüren, durch welches Nasenloch der Atem reingeht, durch welches er wieder rausgeht, wie er sich anfühlt, ob die Luft wärmer oder kälter ist, ob man an der Nase was spüren kann. Und zu versuchen für die nächsten paar Minuten keinen Atemzug zu verpassen.
Und wenn man ihn verpasst und man zufälligerweise auf irgendeinen Zug gesprungen ist und irgendwo hingefahren ist, dann milde mit sich selber sein, sich auf die Schulter klopfen und einfach wieder zurück ins Nasenloch gehen und wieder versuchen, jeden Atemzug mitzubekommen.
Erfahrungsgemäß, wenn es nicht die Gedanken sind, die einen wegreißen, dann beginnt nach einer gewissen Zeit irgendwas im Körper entweder weh zu tun oder zu ziehen oder zu pochen oder sonst irgendwie auf sich aufmerksam zu machen. Und für den Moment können wir das einfach auch ignorieren und wieder zum Nasenloch zurückgehen.
Kann man die Augen wieder aufmachen? Kann auch passieren, dass man einschläft dabei. Ist auch nicht schlimm. Ist eigentlich ganz egal, was passiert. Einfach nur was man mitnimmt, was passiert. Und das Schöne ist, dass einem das ja auch immer zur Verfügung steht. Also, ich habe tatsächlich manchmal in Stresssituationen beim OP fange ich auch an mich auf die Nase zu konzentrieren. Sieht man zum Glück nicht.
Okay. Danke. Jetzt sage ich was, was Nico schon immer von mir hören wollte. Lass uns mal mehr meditieren.